Montag, 29. Februar 2016

Silves 6. Tag


Heute ist ein ganz besonderer Tag. Schließlich kommt er nur alle vier Jahre einmal vor. Denn nutzen wir – keiner wird es erraten – zum Cachen. Ganz nebenbei loggen wir noch schnell den Multi von gestern. Viel schöner aber ist die Suche nach einem Cache auf der anderen Seite von Silves. Wir kommen in ein recht einsames Gebiet, das wohl sehr viel von Off-Road-Freunden genutzt wird. Überall sehen wir Spuren von geländegängigen Fahrzeugen, hauptsächlich von Motorrädern. Dann wagen wir uns an einen Cache, der an einem 110 m hohen Hang mit einem Gefälle von 82 % liegen soll. 

Während es sich Anja und Karin bei den Fahrrädern bequem machen, überqueren Erwin und Achim einen kleinen Bach (trockenen Fußes!) und erklimmen den Hang – teilweise auf allen Vieren.

Knapp unterhalb des Gipfels entdecken sie den Cache.

Von hier oben aus sehen die wartenden Frauen wirklich winzig aus.

Das bedeutet, dass Erwin und Achim nun diesen Hang wieder hinunter müssen. Das geht leider schwieriger als bergauf. Aber als die beiden unten wieder am Bachlauf sind, ist ein kleiner Jubel angebracht.

Nach einer kleinen verdienten Rast geht es via Lidl zurück zu den Womos, wo es Dank dem Stopp bei eben diesem Discounter einen leckeren Schokoladenkuchen zur Belohnung gibt.

Sonntag, 28. Februar 2016

Silves 5. Tag

Nur noch wenige Tropfen, dann kommt die liebe Sonne wieder hervor. Trotzdem sind wir ganz vorsichtig und packen unsere Regenkleidung in die Gepäcktaschen unserer Fahrräder. Natürlich brauchen wir sie dann doch nicht. Wir radeln Richtung Westen, wo wir zwei Caches der schwierigeren Art finden wollen. Beim ersten klappt es ganz gut. Erwin, völlig frei von Tiefen- oder Höhenangst, turnt auf den Holzbohlen eines Wasserlaufes in etwa fünf Metern Höhe herum, bis er den Cache findet.
Wir beobachten ihn lieber vom sicheren Boden aus.


Beim zweiten Cache können wir Erwin zwar wieder bei seiner Turnerei beobachten, aber der Cache bleibt verborgen. Wir vermuten, dass er verschwunden ist. Vielleicht hat ihn jemand in die Tiefe fallen lassen. So geben wir nach geraumer Zeit auf und radeln zurück nach Silves. Dort loggen wir schnell einen weiteren Cache (siehe auch 25.02.) nahe unterhalb des Castelos. Dann trennen wir uns. Während Anja und Erwin auf einer Anhöhe in Silves erfolgreich auf Cachesuche gehen, bemühen wir uns um einen Multi im Tal. Die Lösung erscheint uns einleuchtend, aber das Final befindet sich wohl auf der anderen Seite eines Flusses. Dorthin wollen wir heute nicht mehr. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. So kaufen wir lieber im Supermarkt noch eine leckeres Eis, das wir zusammen mit Anja und Erwin im Womo genießen.

Samstag, 27. Februar 2016

Silves 4. Tag

Wie angekündigt wieder ein Regentag. Zwar gibt es hin und wieder eine kleine Regenpause, auch ist es nicht ganz so schlimm wie gestern, aber wir trauen uns trotzdem nicht, uns vom Womo wegzubewegen.

Freitag, 26. Februar 2016

Silves 3. Tag

Schon blöd, wenn der Wetterbericht recht hat. Es regnet. Zuerst ein wenig, dann mehr und dann noch mehr. Schließlich schüttet es richtg wie aus Eimern. Das ist der Moment, als Karin gerade zu dem Supermarkt nebenan unterwegs ist. Nachdem sie lange nicht mehr zurück kommt und die Regenschauerpausen immer kleiner werden, tüddelt Achim sich in Regenkleidung und geht ihr mit zwei Schirmen entgegen – ungefähr fünf Meter. Karin kommt gerade zurück – nicht so ganz trocken. Achim nutzt das flüssige Klima, um das Womo zu säubern. Nass machen muss er es nun wirklich nicht mehr. Allerdings muss er zweimal seine Tätigkeit unterbrechen, weil die Regendusche zu intensiv wird. Nach getaner Arbeit sitzen wir mit Anja und Erwin gemütlich in unserem Womo bei Kaffee und Schokoladenkuchen. Den Tag rundet Karin mit leckeren Doraden ab, die sie trotz der Sintflut im Supermarkt erstanden hat.

Donnerstag, 25. Februar 2016

Silves 2. Tag

Diesen Tag müssen wir unbedingt ausnutzen, denn die nächsten beiden Tage ist regnerisches Wetter vorausgesagt. Also satteln wir unsere Räder und suchen Caches. Schon beim ersten müssen wir feststellen, dass Höhenlinien auf den Landkarten nicht umsonst eingezeichnet sind. Wir sind nur wenige Meter vom gesuchten Cache entfernt – horizontal versteht sich. Leider befindet sich der Cache aber einige Meter einen Hang hinauf, den wir mit unseren Fahrrädern nicht schaffen. So lassen wir Karin zur Bewachung zurück und suchen eine geeignete Aufstiegsstelle. Dann – wieder wenige Meter vor dem Cache – erwarten uns einige kleine Holzkisten: Bienenvölker. Wir bewegen uns ganz vorsichtig, so dass wir keine Panik verursachen (sowohl bei uns vor allem aber auch bei den Bienen) und nicht gestochen werden. Den Cache finden wir dann relativ schnell. Auf dem Rückweg zu unseren Fahrrädern stellt sich wieder einmal heraus, dass man einen steilen Hang leichter erklimmt als dass man von ihm wieder herunterkommt. Aber es geht gut. Nach zwei weiteren unspektakulären Caches besichtigen wir einen neuen Wohnmobilstellplatz in Silves. Dieser ist sehr schön angelegt, aber unserer gefällt uns trotzdem noch ein bisschen besser. Aber Alternativen kann man ja nie genug haben. Der nächste Cache ist ein Reinfall. Obwohl uns ein freundlicher Portugiese (offenbar ein Anwohner) beim Suchen hilft, bleibt das Ding verschollen. Dann folgt ein mehr oder weniger großer Einkauf bei Lidl. Wir bekommen den Eindruck, dass die Preise hier in Portugal doch etwas höher sind als wir es aus Spanien gewohnt sind. Aber vielleicht täuscht das auch. Zurück am Womo wird ausgiebig Pause gemacht, um dann auf Schusters Rappen in die Altstadt hinauf zu steigen, wo das riesige Castelo liegt.

Unterwegs braucht man schon einen starken Willen, um an den vielen kleinen Bars und Restaurants vorbei zu kommen, wo es manchmal ganz lecker duftet. Dann gönnen wir uns die Eintrittspreise und besichtigen das Castelo. Von außen schon sehr imposant, ist es im Inneren auf touristische Art (freigelegte Mauerreste,

sogar ein hübscher Gemüsegarten 

und natürlich ein Café) 

für Besucher hergerichtet und bietet einen tollen Rundumblick auf die Gegend. Da geht es ganz schön tief runter. Auch im Inneren muss man beim Laufen aufpassen, denn nicht überall sind die Wege an der Mauer entlang gesichert. Ein Fehltritt könnte da böse enden. Nach der Besichtigung wollen wir eigentlich noch einen Cache suchen. Aber diesmal ist es genau anders herum als heute Morgen. Der Cache liegt einige Meter unter uns. Vom Castel aus haben wir keine Chance. Da müssen wir wohl ein anderes mal – dann eben von unten aus ran. So laufen wir zurück zu unseren Womos.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Silves 15 km

Lautes Hundegeheul dringt an unsere Ohren. So wie es ausschaut, ist heute wohl eine große Treibjagd vorgesehen. Sollen wir uns da einmischen? Besser wohl nicht. Wir beschließen deshalb, nach Silves zu fahren. Das sind nur wenige Kilometer. Den Stellplatz dort kennen wir schon vom letzten Jahr. Nur für Anja und Erwin ist er neu. Wir bekommen sogar zwei schöne Plätze nebeneinander mit Stromversorgung. Das überrascht uns positiv angesichts der Masse an Wohnmobilen. Hier in Silves sind sogar noch zwei weitere Plätze geöffnet worden. Einen davon besichtigen wir. Der ist ebenfalls ganz schön voll. Den anderen wollen wir morgen besuchen. Schnell loggen wir noch einen Cache, auf den wir uns seit einem Jahr vorbereitet haben. D. h. wir haben letztes Jahr einen Rätselcache zwar gelöst, diesen aber aufgrund schlechten Wetters nicht mehr loggen können. Das holen wir nun nach. Dann bummeln wir durch einen Supermarkt, der uns sehr an den spanischen Mercadona erinnert. Zeitlich machen wir das hervorragend, weil es während wir im Supermarkt sind draußen regnet. Zurück am Womo spenden Anja und Erwin ein leckeres Eis. Dann wirft Erwin den Grill an und es regnet schon wieder. Achim leistet ihm unter der ausgekurbelten Markise ein bisschen Gesellschaft. Beide trösten sich mit einem Grillbier. Das geht auch bei Regen. Gegessen wird aber inhäusig – erstens wegen nass und zweitens wegen kalt. Nach dem Essen schaut dann die Sonne doch noch kurz hervor und grinst sich eins.

Dienstag, 23. Februar 2016

Barragem do Arade 35 km

Am Morgen versuchen wir vergeblich, im Internet das Wetter und unsere E-Mails abzufragen. Wir kommen nicht mehr in das platzeigene Wifi. Unser Platzaccount ist abgelaufen. Zwar bekommen wir es verlängert, aber vielleicht ist das dann doch ein Hinweis, dass wir wieder weiterziehen sollten. Unsere erste Anlaufstelle ist eine Tankstelle, wo wir unsere Tankgasflaschen auffüllen können. Dann fahren wir zum Barragem do Arade, ein paar Kilometer im Hinterland. Wir finden einen riesigen, sehr verwinkelten Stausee vor.
Kurz nachdem wir unsere Womos abgestellt haben,
müssen wir uns als Feuerwehr qualifizieren. Ein Engländer hat kurz vor seiner Abfahrt seinen Holzkohlgrill in einem Graben ausgeschüttet. In dem trockenen Gras fangen sofort ein paar Flammen an zu züngeln. Ein Womofahrer versucht vergeblich, das Feuer auszutreten. Achim löscht schnell mit etwas Wasser aus unserer Womoküche und Erwin gibt dem Feuer mit dem Wasser aus einem Kanister den Rest. Das hätte böse enden können. Von dieser Aufregung müssen wir uns natürlich erst mal wieder mit Kaffee erholen. Dann machen wir einen kleinen Spaziergang um einen Teil des Stausees. Unterwegs haben wir tolle Ausblicke auf unsere kleinen Womos am Fuße der Staumauer
und auf die riesigen Hänge rings um den Stausee.
 

Montag, 22. Februar 2016

Falesia 8. Tag

Der Himmel ist zwar etwas diesig, aber dafür ist es recht warm. So können wir sogar kurzärmelig losradeln – zumindest Karin und Achim. Anja und Erwin sind da noch etwas vorsichtiger. Wir zielen auf einen Multicache. Achim führt an und hat so seine Schwierigkeiten, den richtigen Weg zu finden. Mit der Sonnenbrille auf der Nase kann er die Landkarte auf seinem Handy kaum erkennen. Nach etwas Umweg finden wir aber dann doch noch den richtigen Pfad, müssen aber trotzdem passen, weil uns genau dieser Pfad durch einen kleinen Wasserlauf führt. Das wollen wir weder unseren Fahrrädern noch unseren Schuhen zumuten. Diesen Cache werden wir uns vormerken, aber dann nicht mit dem Fahrrad sondern gleich zu Fuß. Den Wasserlauf würden wir schon irgendwie meistern bzw. umgehen können. So planen wir um und peilen zwei andere Caches an, die wir – auch nicht immer auf dem direkten Weg – aber finden und loggen können. Auf dem Rückweg legen Anja und Karin einen Halt bei einem Frisörsalon ein. Erwin und Achim radeln derweil zu den Womos, um dort den Kaffee schon mal vorzubereiten. Eine halbe Stunde später kommen auch Anja und Karin auf dem Stellplatz an. Ihren Gesichtern merkt man aber an, dass sie von der Kunst der Frisörin nicht so ganz überzeugt sind. Eine kleine Nacharbeit schafft da Abhilfe. Wo sie schon mal dabei sind, stutzen Anja und Karin jeweils bei ihren Ehemännern deren Kurzhaarfrisuren auf ein „praktisches“ Maß. Dann kaufen Erwin und Achim ein paar Sachen im nahen Supermarkt ein und machen unsere Womos schon mal reisefertig. Morgen soll es weitergehen.

Sonntag, 21. Februar 2016

Falesia 7. Tag

Und schon wieder Quarteira. Wir haben uns für heute vorgenommen, Essen zu gehen. Die größte Auswahl an guten Lokalen versprechen wir uns von Quarteira. So radeln wir kurz vor Mittag los und cachen erst einmal an einer Hafenmole.

Dann radeln wir die Promenade entlang und können uns einfach nicht entscheiden. Überall gibt es leckere Sachen. Auch sind viele Lokale gut besucht. Ein meist untrügliches Zeichen für gutes Essen. Als wir schon fast am Ende der Promenade sind, studieren wir die Speisekarte wohl etwas zu lange. Da spricht uns ein Engländer an, der gerade dieses Lokal betreten will. Wir wissen zwar nicht, ob er irgendwelche Prozente bekommt, aber jedenfalls lobt er das Lokal in den höchsten Tönen, er käme schon drei Jahre hierher und war immer sehr zufrieden mit der holländisch-englischen Küche. Als er Achim verspricht, ihm einen auszugeben, falls es ihm nicht schmeckt, hat er uns an der Angel. Mangels besserem Wissen nehmen wir Platz und werden nicht enttäuscht, obwohl zumindest die englische Küche nicht gerade als Gourmettempel bekannt ist. Dann radeln wir auf dem Rückweg zumindest ein paar der zu uns genommenen Kalorien wieder ab.

Samstag, 20. Februar 2016

Falesia 6. Tag

Auf „unseren“ Stellplatz sind Australier mit Münchener Kennzeichen gekommen. Dieses Pärchen kennen wir noch aus Rincon. Dort standen sie direkt neben uns und wir dachten zuerst, es seien Münchener. Da wir uns einander wiedererkennen, tauschen wir uns vor allem in Bezug auf Stellplätze und Sehenswürdigkeiten aus. Dann kümmert sich Karin um die Wäsche, genauer um die Waschmaschinen. Natürlich ist der Platzmitarbeiter, der ihr gestern um vier Uhr das Waschen verwehrt hat und einen Termin für heute um elf Uhr vereinbart hat, heute nicht im Dienst. Der heutige Mitarbeiter weiß nichts davon. Trotzdem schafft es Karin, eine freie Maschine zu ergattern und die Wäsche zu waschen. Nach einer Stunde holt sie die Wäsche wieder. Zusammen mit einiger Handwäsche hängt sie alles auf. Dann ist der schwerste Teil geschafft und ein Kaffee ist angebracht. Während die Wäsche allein trocknen kann, machen wir zusammen mit Anja und Erwin einen Spaziergang über die Klippen und in den Ort Falesia. Achim sucht zwar dort nach einem Cache, hat aber keine Chance, denn das Ding ist leider deaktiviert. Nach einem kleinen Einkauf im Supermarkt und einem Eis auf die Hand geht es wieder zurück zum Womo.

Freitag, 19. Februar 2016

Falesia 5. Tag

Nachdem wir gestern über dreißig Kilometer geradelt sind, haben wir uns heute wieder eine Ruhepause verdient. Das Wetter lädt auch dazu ein. Es ist sonnig und warm, so warm, dass wir uns in kurzen Sachen neben unserem Womo platzieren und uns die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Dann kommen Erwin und Achim auf die Idee, ihre Kites auszupacken, um sie trocknen zu lassen und vor allem, um sie von dem klebrigen Sand zu befreien, der seit Isla Canela an ihnen haftet. Während die Kites im Gras vor sich hinliegen dürfen, werden auch die Kitebars hervorgeholt, die Leinen ausgerollt und gefachsimpelt, welche Bar an welchen Kite passt oder warum nicht passt. Karin hat heute große Wäsche vor. Das Problem ist aber, eine von zwei Waschmaschinen zu erwischen; gemeint ist dann, wenn sie frei ist. Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass der beste Zeitpunkt am Abend ist, wenn keiner mehr waschen will. Also marschiert Karin so gegen vier Uhr los, findet eine Maschine leer vor und will sie füllen. Doch falsch: Ein Platzmitarbeiter stoppt ihr Vorhaben mit dem Hinweis, so spät (zur Erinnerung: Es ist vier Uhr.) darf nicht mehr gewaschen werden, weil sonst der Strom auf dem Platz zusammenbrechen könnte. Na toll! Nun haben wir morgen um elf einen Waschmaschinentermin. So etwas kann einem den ganzen Tag vermiesen. Ob den heutigen oder den morgigen oder beide, bleibt dahingestellt. Achim braucht nun doch noch etwas Bewegung und macht sich in der Abenddämmerung auf zu den Klippen. Dort oben kann er tief unten ein paar Netzfischer beobachten und links die Lichter von Quarteira bzw. rechts die von Albufeira sehen. Dann gehen ein paar künstliche Strandlichter an und tauchen seine Umgebung in ganz weiche Farben.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Falesia 4. Tag

Für diese Nacht haben wir einige Vorkehrungen getroffen. Wir haben die Wintermatten wieder aus der Versenkung geholt und damit die Front- und Seitenscheiben unseres Womos isoliert. Logisch dass diese Nacht dann auch nicht so kalt war wie die letzte. Man muss nur die entsprechenden Vorkehrungen treffen. Dann richtet sich das Wetter schon danach. Dafür hat es in der Nacht geregnet, aber nur in der Nacht. Als wir am Morgen aus dem Fenster schauen, ist es bwölkt aber trocken. Der ideale Tag zum Radfahren. Aber wohin? Da Erwins Rad einen kleinen Speichenschaden hat, wollen wir zu einer Fahrradwerkstatt. Wir fragen den Stellplatzbesitzer, ob er uns eine empfehlen kann. Er schickt uns nach Quarteira. Das liegt ein paar Kilometer östlich am Strand entlang. So radeln wir los bis wir die nächsten Häuser erreichen. Wo finden wir jetzt die Werkstatt. Fragen wir einen Polizisten, der sich gerade mit einem Passanten unterhält. Während der Polizist noch grübelt, wendet sich der Passant an uns und fängt an, uns den Weg auf Englisch zu erklären. Als er merkt, dass wir für Anja und Erwin auf Deutsch übersetzen, wechselt er die Sprache und erklärt uns den Weg auf Deutsch. Geht doch! Schließlich finden wir die Werkstatt und bekommen Erwins Fahrrad sofort repariert. Ob das in Deutschland auch so funktioniert hätte? Dann drehen wir wie üblich eine kleine Cacherunde, 
Eine hübsche Quelle am Wegesrand

besichtigen einen schön gelegenen Campingplatz – man kann ja nie wissen, ob man sich hier einmal einquartieren will – und stärken uns an der Promenade mit Kaffee und leckeren und vor allem esstellergroßen Waffeln. Eigentlich wollten Karin und Erwin ja Apfelkuchen, der vor dem Lokal groß angepriesen wird. Aber den gäbe es nur am nächsten Tag. So kann man auch Kunden ins Lokal locken. Nach diesem kleinen Kalorienschub gehen wir den nächsten und letzten Cache des Tages an. Hätten wir mal mehr Kalorien zu uns genommen. Wir suchen und suchen, aber leider vergebens. Daher geht es zurück zum Womo, wo wir gerade rechtzeitig zum Abendessen eintreffen.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Falesia 3. Tag

Das war eine eiskalte Nacht. Selbst unsere Heizung und unsere Stromerzeugungsanlage „Efoy“ sprangen gegen Morgen freiwillig an, weil sich der automatische Frostschutz bei vier Grad Celsius aktiviert hatte. Anja und Erwin hatten sogar Reif auf ihrem Dachfenster. Auch eine der Hauptsicherungen des Stellplatzes hatte ausgelöst. Offenbar hatten zu viele Womos ihre Elektroheizungen am Laufen. So muss auch unsere Gasheizung kräftig arbeiten bis wir unsere warmen Nester verlassen. Nach dem Frühstück radeln wir vier mal wieder los, um ein bisschen zu cachen. Wir fahren zuerst in eine Nachbarbucht. Allein diese Bucht ist schon mal traumhaft.

Dort finden wir zwei Caches ohne große Schwierigkeiten. Dann bleibt Erwin als Bewacher bei den Fahrrädern zurück und wir übrigen drei machen uns zu Fuß auf zu einer kleinen Nachbarbucht. Um dort hin zu kommen müssen wir aber schon eine kleine Klettertour einlegen. Ein richtiger Fußweg schaut anders aus. Belohnt werden wir mit dem Fund eines Caches und wieder mit einer tollen Aussicht.
Nach der Klettertour zurück radeln wir auf dem Rückweg zum nächsten Cache, wo Achim Wache schiebt und die anderen drei loggen. Achim beobachtet derweil ein kleine Prozession.
Schließlich machen wir dieses Spiel noch einmal. Karin und Anja wachen, Erwin und Achim loggen. Zurück am Womo haben wir uns unseren Kaffee verdient. Dann beenden wir diesen Tag mit einem Grillabend im Windschutz unserer Womos.

Dienstag, 16. Februar 2016

Falesia 2. Tag

Ein Umzugstag! Vielleicht liegt es am wolkenlosen Himmel, vielleicht auch an der Luftströmung aus Norden, vielleicht auch an beidem. Jedenfalls ist es heute Morgen s...kalt – um die zehn Grad, aber immerhin plus. Wir werfen mal wieder die Heizung an. Erst als die Sonne am Horizont empor steigt und durch die Windschutzscheibe auch das Innere unseres Womos erwärmt, trauen wir uns aus den Federn. Dann ist auch schon großes Stühlerücken angesagt. Von unserem Platz aus beobachten wir, wie Womos den Platz verlassen und andere, die mit uns in der „Wartereihe“ stehen, auf die frei gewordenen Plätze dirigiert werden. Als wir schon glauben, die Rückerei ist vorbei, kommt ein Angestellter zu uns und weist uns einen „Stromplatz“ zu. So einen Platz wollten wir auch. Allerdings wollten wir so einen Platz zusammen mit Anja und Erwin. Die müssen aber noch warten. Also ziehen wir um. Das geht recht schnell. Dafür müssen wir jetzt Stühle, und was man sonst so noch braucht, zu Anja und Erwin schleppen. Wir wollen schließlich zusammen sitzen und nicht getrennt. Erwin und Achim basteln dann an seiner Toilettenentlüftung, während Anja und Karin in der Sonne sitzend lesen. Für jedes Teil, ob Werkzeug oder Stromkabel, muss Achim zu seinem Womo, aufsperren, Teil heraus holen, absperren und wieder zu Erwin. Blöde Lauferei! Nach geraumer Zeit geben aber Erwin und Achim auf. Das Ding funktioniert nur im ausgebauten, aber leider nicht im eingebauten Zustand. Da muss wohl ein Fachmann ran. Aber dieses getrennte Stehen nervt uns. Auch erweist sich der neue Platz als wenig empfehlenswert: Neben der Ver- und Entsorgungsanlage. Da stinkt es einem im wahrsten Sinne des Wortes. Direkt gegenüber befinden sich das Büro, die Waschmaschinen und die Duschen. Von Ruhe keine Spur. Bäume und benachbarte Womos spenden auch ausreichend Schatten. Aber wer will denn im Februar Schatten? Gut dass Anja und Karin klammheimlich neue Plätze für unsere beiden Womos erkundet haben. Erwin und Achim sind nicht schwer davon zu überzeugen. Jetzt muss nur noch der Platzbetreiber unserem Vorhaben zustimmen. Aber auch der stellt netterweise keine Hürde dar. Schließlich würde Achim einen der begehrten Stromplätze wieder frei machen. Also erneuter Umzug, diesmal mit beiden Womos auf Plätze am Rande des Stellplatzes. 

Dort haben wir wirklich Ruhe und können den Tag genießen. Nur Erwin muss noch ein bisschen an seinem Womo basteln. Das einzige Manko ist natürlich, dass wir jetzt wieder keinen Strom haben und den auch in den nächsten Tagen nicht bekommen werden. Ob das so funktioniert wird sich zeigen.

Montag, 15. Februar 2016

Falesia 65 km

Die Nacht über nimmt der Wind immer wieder zu. Das Womo schaukelt und wir schlafen schlecht. So brauchen wir am Morgen den Wecker nicht wirklich. Als erstes schmeißt Achim die Heizung an. Dann kriecht er noch für ein paar Minuten ins Bett bis die Temperaturen so einigermaßen erträglich sind. Wir begleichen unsere Rechnung, ver- und entsorgen und verlassen den Platz. Unser Ziel ist Falesia, ein kleiner Ort bei Albufeira. Aber zuvor wollen wir unterwegs noch ein paar Einkäufe erledigen. Erwin und Achim brauchen Ersatzteile für ihre Womos und Anja und Karin müssen ihre Küchenvorräte aufstocken. Wir halten bei dem ersten uns bekannten Campinghändler. Achim bekommt sein Ersatzteil, ein winziges Plastikteilchen für den Kühlschrank. Es ist eigentlich nur eine kleine Verriegelung, damit der Kühlschrank während der Fahrt geschlossen bleibt. Doch der Preis ist gewaltig: über zwanzig Euro für ein bisschen Plastik. Erwin geht leer aus. Das Ersatzteil für die Toilettenentlüftung ist nicht vorrätig. Sieben Kilometer weiter besuchen wir den nächsten Campinghändler. Der hat dieses Ersatzteil, ein Lüfterrad, mit dem man die unangenehmen Gerüche absaugen kann. Kein großes Teil, eben ein bisschen Elektrik, aber kaum teuerer als Achims Plastikteil. Dann der Einkauf bei Aldi. Doch hier müssen wir uns erst einmal in einer ewig langen Baustelle mit Ampelschaltung anstellen. Nach dem Einkauf geht es auch nur im Schritttempo in dieser Baustelle weiter. Wenn schon mal gebaut wird, dann aber richtig. So kommen wir erst gegen ein Uhr in Falesia an einem sehr schönen Stellplatz an. Uns empfängt eine geschlossene Schranke und ein Schild „Voll“. Das kennen wir doch aus Manta Rota. Aber wir geben nicht auf. Achim geht zu Fuß auf den Stellplatz und sucht den Manager. Als wir ihm erklären, dass wir etwa eine Woche bleiben wollen, lässt er uns doch auf den Stellplatz und weist uns einen „vorläufigen Platz“ am Rand zu. In den nächsten Tagen sollen bei Verfügbarkeit einen „richtigen Platz“ bekommen. Jedenfalls sind wir in etwa dort, wo wir sein wollen und genießen den Rest des Tages.

Sonntag, 14. Februar 2016

Tavira 3. Tag

Heute soll ein schöner, sonniger aber auch sehr windiger Tag werden. Eigentlich hatten wir vor, den Campingplatz zu verlassen und an den Strand zu fahren. Aber das „sehr windig“ wird durch den Wetterbericht noch einmal besonders betont. Wir würden am Strand nur sandgestrahlt werden. Daher fassen wir den Entschluss, doch lieber noch einen Tag hier auf dem wenigstens etwas windgeschützten Platz zu bleiben. Lieber hängen wir unsere nassen Kitesachen zum Trocknen in die Sonne. Das erweist sich leider nur als teilweise richtig, genauer als zeitweise richtig. Zwar ist es die meiste Zeit sonnig, aber zwischendurch treibt der heftige Wind Sturmböen mit Schauerwolken über den Platz. Letztere tun ihrem Namen alle Ehre und schauern. Wenige Minuten danach scheint wieder die Sonne. So kommt es, dass Achim mehrmals seine Kitesachen hereinholt, um sie ein paar Minuten später wieder nach draußen zu bringen. Ein ziemlich blödes Spiel. Aber was tut man nicht alles, um sein Zeug trocken zu kriegen?

Samstag, 13. Februar 2016

Tavira 2. Tag

So richtig wissen wir vier nicht, wo wir hinfahren sollen. Die Gerüchteküche brodelt und verkündet überall volle Stellplätze. Daher bleiben wir dann noch hier auf diesem Platz. Der angekündigte Regen soll erst heute Abend kommen. So holen wir die Fahrräder aus den Womogaragen und los geht es in Richtung Cabanes. Wir nehmen ein paar Caches mit und inspizieren einen anderen Campingplatz, der aber auch ziemlich voll und um einiges teuerer ist. Unterwegs gönnen wir uns in einem Strandcafe jeweils ein koffeinhaltiges Heißgetränk. Zwei Caches lassen wir auf dem Rückweg lieber bleiben. Der Zuweg ist recht matschig. Da müssten wir die Fahrräder zurück lassen und unser Schuhwerk einsauen. Das wollen wir nicht. Dafür finden wir einen anderen Cache und entdecken eine schöne Stelle, wo man vielleicht auch einmal mit dem Womo stehen könnte. Außerdem startet dort auch eine Windsurferin mit ehemals olympiareifem Material. Ob man da auch kiten könnte?

Freitag, 12. Februar 2016

Portugal - Tavira 50 km

Und zweitens kommt es anders als man denkt. Nach dem gestrigen wunderschönen Kiteerlebnis freut sich Achim auf ein neues heute. Doch der Wetterbericht zerstört diese Freude. Der Wind soll zunehmen und sehr böig werden. Dazu ist Regen angesagt. Das klingt nicht gut. Also lassen wir die Erinnerung gut sein und planen neu. Wir wollen zusammen mit Anja und Erwin nach Portugal. Nachdem wir unsere Gasvorräte an einer geeigneten Tankstelle in Ayamonte auffüllen, fahren wir auf die Grenzbrücke nach Portugal und stehen im Stau. Die Portugiesen haben Grenzkontrollen eingeführt. Die Autobahn wird einspurig und viele Fahrzeuge werden herausgewunken und kontrolliert. Wir zum Glück nicht. Trotzdem geht es sehr langsam durch die Sperren. Endlich in Portugal angekommen, verlassen wir die sonst mautpflichtige Autobahn und fahren nach Castro Marim, wo wir eine Entsorgungsstation anfahren, denn in Isla Canela war dies nicht möglich. Dann geht es weiter zu unserem eigentlichen Ziel Manta Rota. Dort stehen wir erstmals vor einer geschlossenen Schranke und dem Schild mit der portugiesischen Aufschrift für „Voll“.
Uns bleibt nichts anderes übrig als uns auf einem großen Parkplatz in der Nähe niederzulassen. Zwar ist der eigentlich nur für Pkw vorgesehen, aber um diese Jahreszeit und bei dem regenerischen Wetter stört das wohl kaum. Außerdem stehen schon Dutzende andere Womos dort, die wohl ebenfalls vergeblich auf den offiziellen Stellplatz wollten. Nach einem Kaffee, einer erfolgreichen Cachesuche inspizieren wir den Stellplatz zu Fuß. Er ist wirklich komplett voll. Wir versuchen an der Rezeption für die nächsten Tage eine Reservierung zu machen, aber ohne Erfolg. Also ziehen wir wieder ab und wollen es eben die nächsten Tage wieder probieren. Als wir zum Womo kommen erleben wir die nächste Überraschung. Bis auf vier Womos (unsere beiden eingerechnet) sind alle anderen verschwunden. Dafür ist ein Polizeiauto dazu gekommen. Wir sprechen mit den Polizisten. Leider müssen wir weg. Der Platz ist wie schon erwähnt nur für Pkw vorgesehen. Da hilft kein Diskutieren. Die Polizisten sind aber sehr freundlich und versuchen uns mit Informationen über Ausweichplätze zu versorgen. Ein guter Tipp scheint ein Platz nur sieben Kilometer nördlich zu sein. Auf sehr schmalen Wegen fahren wir ihn auch an. Doch der Platz, eher ein Camping- und Bungalowplatz scheint uns nicht geeignet. Die Stellflächen für Womos sind sehr sandig und bei dem angesagten Regen mit Einsinkgefahr verbunden. Das wollen wir nicht riskieren. Unsere nächste Idee ist ein Campingplatz in Tavira. Unterwegs kommen uns eine Menge Womos entgegen, was uns in der Annahme bestärkt, dass viele Plätze zur Zeit geräumt werden. Sonst wären um diese Tageszeit nicht mehr so viele Womos unterwegs. Folglich finden wir am Campingplatz in Tavira auch viele platzsuchende Womos vor. Jede erdenkliche Lücke wird genutzt. Sogar die Zufahrtswege innerhalb des Campingareals werden durch Womos eingeengt.
Uns bleibt nichts anderes übrig, als es genauso zu machen und uns mit aufzureihen. Das ist weder schön noch gemütlich, aber wenigstens haben wir festen Untergrund unter den Rädern. Wie es weitergeht, müssen wir uns jetzt noch überlegen. Achim geht erst einmal duschen – auch ein Erlebnis. Das Sanitärgebäude ist ganz in der Nähe. Dort findet Achim um diese Tageszeit (19.30 Uhr Ortszeit) alle Duschkabinen leer vor. Eine ist sogar so leer, dass die Tür fehlt. Diese ist aber an eine Wand gelehnt – also doch irgendwie vorhanden. Achim entscheidet sich für eine Dusche mit Tür. Verschlossen wird die Kabine zunächst mittels Muskelkraft, weil sonst die Tür nicht richtig zugeht. Dann ist der Riegel eigentlich überflüssig, aber vorhanden und funktionsfähig. Es handelt sich um Warmduschen. Achim dreht den Regler nach links. Ein Hinweis auf kalt oder heiß fehlt leider. Nach einigem Warten kommen ihm Zweifel, ob dieses Links hier richtig ist, also probiert er rechts. Falsch! Hier kommt es noch kälter. Also wieder nach links und warten. Inzwischen ist auch Achim kalt, denn er duscht gewöhnlich ohne Kleidung. Kurz bevor er aufgeben will, kommt das Wasser etwas wärmer, vielleicht auch nur Einbildung. Wobei „Wasser kommen“ auch nicht ganz richtig ist. Wenn die Duschbrause in der Halterung ist, erreicht das dünne Strählchen den Achim nicht. Daher muss Achim die Brause in die Hand nehmen und über Kopf halten. Ganz dicht ist der Duschschlauch aber auch nicht. Das Wasser läuft nicht nur aus dem Brausenkopf heraus, sondern auch den Schlauch hinunter und damit zurück zum Hahn – aber eben nicht zu Achim. Dafür wird das Wasser wärmer, für ganz kurze Zeit sogar heiß, um dann wieder kälter und kälter zu werden. Wechselduschen soll ja gesund sein. Zurück am Womo erklärt Achim Karin die Funktion der Duschen. Karin hört interessiert zu und entscheidet sich für die Dusche in unserem Womo.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Isla Canela 3. Tag

Wieder mal ein Tag der ganz schweren Entscheidungen. Bleiben oder weiterziehen? Kiten oder nicht? Wir haben gelernt, dass solche Entscheidungen nicht vor dem Niedrigwasser getroffen werden sollen. Außerdem ist Achim derjenige, der ein ausgeprochenes Kitedefizit zu verzeichnen hat. Also wird ihm die Last der Entscheidung aufgebürdet. So setzt er sich High Noon, also zwölf Uhr Mittag als Deadline für diese weittragende Meinungsäußerung. Als es dann soweit ist, werden alle möglichen Windinformationen zu Rate gezogen: Drei Windmesser stehen zur Auswahl: Erwins, Achims und Peters. Letzterer ist ein Kiter aus Nürnberg, den wir hier kennen gelernt haben. Natürlich zeigen alle drei Windmesser unterschiedliche Werte an. Daher ziehen wir auch das Internet zu Rate, um eine vierte und nochmal abweichende Meinung einzuholen. Schließlich raten dann zwei Spanier mit wieder anderen Internetinformationen vom Kiten ab. Achim bestimmt, wir bleiben und kiten, oder versuchen es zumindest. Während die drei Männer ihre Sachen zusammen suchen, machen sich Anja und Karin mit den Fahrrädern auf zum Einkaufen und Cachen. Damit sind sie erst einmal aus der Schusslinie. Als die Männer ihre Kitesachen zum Strand tragen, hat der Wind nachgelassen und Achim bereut bereits seine Entscheidung. Erwin als erfahrenster Kiter versucht als Erster seinen Kite zu starten – bei unter zehn Knoten Wind – und schafft es. Dann versucht es Achim, wobei ihm Erwin keine Wahl lässt, denn als der Wind seiner Meinung nach ausreicht, zwingt er Achim zum Start. Nun, da Achims Kite schon mal in der Luft ist, versucht Achim auf sein Brett zu kommen. Nach wenigen Versuchen gelingt es. Dann ist auch Peter nicht mehr zu bremsen. Was sollen wir weiter sagen? Es wird ein herrlicher Kitetag. Wir drei bleiben auch ganz alleine. Am späten Nachmittag kehren Anja und Karin von ihrer Tour zurück – ebenfalls erfolgreich. Alle haben ein Lächeln im Gesicht. Was will man mehr? Am Abend haben wir uns dann auch unsere Langustinos redlich verdient.

Mittwoch, 10. Februar 2016

Isla Canela 2. Tag

Wir werden von Muschelkratzern (= Muschelsucher) geweckt. Genauer: von deren Autos, die neben uns einparken. Türen knallen und Gegenstände werden auf den Asphalt geworfen. Obwohl unser Parkplatz groß und fast leer ist, schafft es einer von diesen Knaben, sich in die kleine Lücke zwischen Anja und Erwin und einem weiteren Womo hinein zu quetschen. Damit ist für die beiden die Nachtruhe mit Sicherheit vorbei. Nachdem wir aufstehen und frühstücken, werfen wir einen Blick auf den fast wasserlosen Strand. Bei Ebbe zählen wir mindestens fünfzig Muschelkratzer. Aber es kommen noch mehr. Hinter uns parkt ein Nachzügler ein und marschiert mit seinen Utensilien zum Strand – um eine Minute später wieder zurück zu kommen. Hat er etwa seine Zigaretten vergessen? Nein, die Polizei ist mit zunächst zwei Fahrzeugen auf den Strand gefahren und kontrolliert die Burschen, ob sie mit einer gültigen Lizenz die Muscheln von den Steinen kratzen oder ob sie das etwa schwarz und damit illegal tun.
Wir beobachten das Schauspiel einige Zeit. Die beiden Fahrzeuge werden noch durch ein drittes unterstützt und fahren quer durch das Watt, manchmal auch durch ein paar Priele. Da auflaufendes Wasser ist, müssen die Beamten sehr aufpassen, dass sie mit ihren Fahrzeugen nicht vom Ufer abgeschnitten werden. Das wäre schon fatal. Sicher erwischen sie auch nicht alle schwarzen Schafe. Einige stehen bis zum Bauch in tieferem Wasser und andere sind sogar mit Booten gekommen. So sind sie vor der Polizei ziemlich sicher. Schließlich kommt sogar noch ein Filmteam auf unseren Parkplatz. Aber dass die an diesem Polizeieinsatz interessiert sind, glauben wir nicht. Wir vermuten eher eine kleine Reportage über diesen Strandabschnitt. Nachdem wir genug gesehen haben, fahren wir mit unseren Fahrrädern in Richtung Ayamonte. Wir wollen sehen, ob es hier in der Gegend schöne Lagunen gibt, die sich zum Kiten eignen. Aber leider Fehlanzeige. So kehren wir wieder um. Anja und Karin radeln nach Osten bis kurz vor Isla, wo sie unterwegs noch zwei Caches entdecken. Erwin und Achim kehren zu den Womos zurück, wo Erwin in Windeseile seine Kitesachen zusammen sucht und in Null Komma Nichts auf dem Wasser ist. Achim traut sich noch nicht so recht. Er ist zwei Jahre lang nicht mehr gekitet und beobachtet das Revier lieber erst mal vom Ufer aus. Morgen ist auch noch ein Tag.

Dienstag, 9. Februar 2016

Isla Canela 260 km


Wir packen mal wieder zusammen und machen uns auf große Fahrt. Anja und Erwin sind etwas schneller als wir. Vielleicht liegt das daran, dass wir uns in dieser Woche hier recht häuslich eingerichtet haben. Aber nach ein paar Kilometern haben wir die beiden wieder eingeholt. Wir fahren auf der Landstraße nach Sevilla, obwohl wir nach Isla Canela an die portugiesische Grenze wollen. Es geht aber nicht anders. Dieser Umweg muss sein, weil der Rio Gualdaquivir im Weg ist, und erst in Sevilla führt eine Brücke über diesen Fluss. Kurz nach Sevilla machen wir einen Halt bei Lidl. Karin muss unsere Vorräte auffüllen. Wir wundern uns, dass Anja und Erwin nicht da sind. Wir wollten uns eigentlich hier treffen. Aber da fahren sie gerade auf den Parkplatz. Wie kommt das denn? Die beiden waren doch die ganze Zeit vor uns. Die Lösung ist wie so oft der Fluch der Technik. Erwins Navi hat ihn auf einer anderen Route durch Sevilla gelotst als unser Navi. Groß kann der Unterschied aber nicht gewesen sein. Beim Bezahlen im Lidl glauben wir unseren Augen nicht recht zu trauen. Vor uns steht ein Mann mit einem feststehenden Messer in der Hand. Er macht ganz zwanglos einen kleinen Plausch mit der Kassiererin und zahlt ordentlich in bar. Beide kennen sich offenbar ganz gut. Das Messer trägt er die ganze Zeit wie einen sechsten Finger, packt seine paar Sachen ein und verlässt den Laden. Am Ein- bzw. Ausgang parkt zufällig ein Geldtransporter. Die Ladetür ist gerade offen, wodurch man einen Batzen Wechselgeld sehen kann. Der Mann mit dem Messer geht vorbei und niemand stört sich daran. Sachen gibt’s! Wir verstauen unsere Einkäufe und fahren auf der langweiligen Autobahn über Huelva nach Isla Canela an den Strand, wo Anja und Erwin schon auf uns warten. Wir beobachten einige Kiter, die das unbeständige Wetter nutzen. Wenn die Sonne scheint, flaut der Wind ab und sie kommen an Land. Sobald sich dunkle Wolken zeigen, setzt der Wind (und leider auch der Regen) ein und die Kiter gehen wieder aufs Wasser. Erst am Abend beruhigt sich die Szene. Wir suchen uns einen kleinen Parkplatz um die Ecke und genießen unsere Doraden.

Montag, 8. Februar 2016

Sanlucar 8. Tag

Unser letzter Tag in Sanlucar. Was tun wir heute? Wir halten Kriegsrat. Wir könnten nach Chipiona radeln. Dort soll Markt sein. Anschließend könnten wir in die andere Richtung radeln, also nach Sanlucar in die Stadt. Wir brauchen unbedingt noch einmal Fisch. Wir überlegen so lange, bis sich beide Touren eigentlich nicht mehr lohnen. Daher entscheiden wir uns für das Wichtigere: Fisch kaufen. So radeln wir 4 nach Sanlucar, wo wir die diversen mehr oder weniger offiziellen Stellplätze besuchen und begutachten
und dann bei Mercadona Fisch kaufen. D. h. Anja und Karin kaufen, während Erwin und Achim die höchstwichtige Aufgabe übernehmen, auf die Fahrräder aufzupassen. Zurück am Womo wird wie immer Kaffee getrunken mit fast nahtlosem Übergang zum abendlichen Grillen.

Sonntag, 7. Februar 2016

Sanlucar 7. Tag


Wir erwarten lieben Besuch. Nachdem unsere Freunde Anja und Erwin zwei Monate in Tarifa verbracht haben, wollen sie heute zu uns stoßen. So platzieren wir uns gleich nach dem Frühstück - also kurz vor Mittag - vor dem Womo in der Sonne, lassen uns selbige ins Gesicht scheinen und warten, die Einfahrt immer im Blick. Neben uns fährt ein englisches Womo weg. Da nehmen wir die Gelegenheit wahr und „blockieren“ diesen Platz für unsere Freunde. Kurz nach Mittag kommen sie an. Erwin baut seinen Windschutz auf. Dann sitzen wir den ganzen Nachmittag zwischen unseren Womos und klönen.

Samstag, 6. Februar 2016

Sanlucar 6. Tag

Ein Tag am Womo. Wir gönnen uns heute mal einen Tag ganz ohne Ausflüge. Nicht einmal zum Bäcker fahren wir. Dafür ist Hausputz angesagt. Nichts Üppiges, aber die Teppiche müssen ausgeschüttelt, ausgekloppft und abgebürstet werden – Achims Aufgabe. Innen sorgt Karin für Sauberkeit. Auch so kann man einen Tag verbringen.

Freitag, 5. Februar 2016

Sanlucar 5. Tag

Achim fragt in der Rezeption, wo er denn guten Kleber kaufen könnte, weil sich in unserer Garage die Fahrradschienen gelockert haben. (Wir benutzen dafür Kabelkanäle. Da können wir unsere Fahrräder recht leicht hineinschieben, ohne uns verrenken zu müssen.) Der Platzeigner fackelt nicht lange und gibt uns statt einer Antwort eine „aufmunitionierte“ PU-Kartusche. Wir müssen heute trotzdem noch ein paar Einkäufe machen. Daher nehmen wir wieder die Fahrräder und ab geht es nach Sanlucar. Dort fahren wir zuerst zum Stellplatz. Wie wir feststellen, dürfen hier doch noch einige Womos stehen, schön als Rahmen für den Zirkus, der sich in der Mitte des Platzes ausgedehnt hat. Ob das den Wohnmobilisten dort wirklich gefällt? Wir fahren ein paar hundert Meter in das Zentrum des Ortes. Dort ist es sehr schön. Viele Geschäfte, ein emsiges Treiben und hübsche alte Gebäude.

Selbst mit unseren Fahrrädern haben wir Schwierigkeiten, hier durchzukommen. Fahren können wir sowieso nicht, aber selbst Schieben ist schwierig. Wir nehmen uns vor, beim nächsten Mal die Innenstadt zu Fuß zu erkunden. Dann treffen wir wieder Bekannte aus Mijas bzw. aus Vera. Wie klein die Welt der Wohnmobilisten doch ist. Zurück am Womo kruschen wir etwas herum, weil in der Sonne liegen heute nicht so angesagt ist. Die Sonne ist meist verschleiert und der kühle Wind tut ein Übriges.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Sanlucar 4. Tag

Achim holt Baguettes im örtlichen kleinen Laden. Der ist überraschend gut bestückt und die Baguette sind sogar preiswert und schmecken. Das bedeutet: morgen wieder. Nach dem Frühstück radeln wir wieder nach Chipiona, um ein paar Caches zu suchen und natürlich die Natur zu genießen. Unterwegs finden wir einen gut versteckten Grillplatz und einen traumhaften Strand.
Dort haben die Spanier auch gleich ein kleines Naturschutzgebiet eingerichtet; aber für Touristen zugänglich auf extra angelegten Pfaden. Das finden wir gut. Dann geht es wieder zurück zum – na was wohl? - zum Womo und zum Sonnen.

Mittwoch, 3. Februar 2016

Sanlucar 3. Tag

Was ist denn heute Morgen los? Da trifft doch ein Womo nach dem anderen hier ein. Der Platz füllt sich zusehends. Des Rätsels Lösung ist aber ganz einfach: Die kommen alle aus Sanlucar, wo der Zirkus offenbar mehr Platz braucht. Daher mussten die Womos für ein paar Tage weichen. Nochmal gut, dass wir schon hier sind. Wir radeln heute nach Chipiona. Unterwegs sehen wir einen fertigen und völlig leeren Stellplatz.

Wir haben von diesem Platz erfahren, wussten aber nicht, dass er nicht in Betrieb ist. Da wir dort keinen einzigen Menschen treffen, können wir auch niemand nach dem Grund fragen. So radeln wir weiter. In Chipiona suchen wir am Friedhof einen Cache. Eigentlich suchen wir nicht wirklich. Es ist dort so muggelig, dass wir fürs erste aufgeben müssen. Auf unserer Route in den Hafen nehmen wir dafür einen anderen Cache ganz nebenbei mit. Im Hafen sehen wir viele Wohnmobile auf einem riesigen Parkplatz. Sehr schön dort. Sollte man sich merken. Dann machen wir einen kleinen Bummel durch den Ort, vorbei an sehr schönen Sehenswürdigkeiten:
Leuchtturm - Friedhof - Kirche
Strand mit Kathedrale im Hintergrund

Kathedrale
Am Schluss unserer Tour steht noch ein Versuch am Friedhof an – leider wieder ohne Erfolg.

Dienstag, 2. Februar 2016

Sanlucar 2. Tag

Unser Kühlschrank spielt „Lichtorgel“. Er hat eine LED-Anzeige, ob er mit Landstrom, über 12 Volt oder Gas betrieben wird. Da der Landstrom auf diesem Platz sehr schwächelt, springt er zwischen Landstrom und Gas hin und her. Erst einige Zeit nach unserem Frühstück kriegt er sich ein und entscheidet sich für Landstrom. So ist das halt in Spanien. 220 Volt ist ein Wunschgedanke. 210 Volt sind schon sehr viel. Leider sind es manchmal aber nur knapp 200 Volt oder sogar weniger. Wir radeln in die Stadt und suchen Lidl. Suchen ist der richtige Begriff. Wir lassen uns von der App Maps.me helfen. Lidl eingeben und im Fußgängermodus die Route planen. Das funktioniert in der Übersicht ganz toll. Nur in der Praxis gibt es da auch für Fahrradfahrer die eine oder andere Einbahnstraße, in die wir nicht in die falsche Richtung einfahren dürfen – auch nicht bei großzügiger spanischer Auslegung der Verkehrsvorschriften. So kreuzen wir ziemlich lange durch enge und engste Gassen. Aber nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann doch am Ziel. Hier stellen wir fest: Für Wohnmobile ist dieser Lidl nicht geeignet. Obwohl wir nicht zur Rushhour hier sind, gibt es für größere Fahrzeuge keine vernünftigen Parkplätze. Wenn hier schon mal ein Womo parkt, dann bleibt der Fahrer vorsichtshalber sitzen und lässt seine Frau den Einkauf erledigen. Nachdem wir unsere Drahtesel mit dem Notwendigsten beladen haben, wollen wir uns auch den städtischen Platz für Womos anschauen. Diesmal wählen wir nicht den Fußgängermodus sondern den Pkwmodus für die Zielführung. Das funktioniert besser, wenn auch mit einigen Umwegen. Der Platz ist aber total überfüllt. Zudem hat sich hier auch noch ein Zirkus eingenistet. Gut, dass wir ganz woanders und etwas außerhalb stehen.

Montag, 1. Februar 2016

Sanlucar 20 km

Wir waren jetzt lange genug auf einem Parkplatz gestanden, ohne das Womo zu bewegen. Die Nachsicht der Polizei sollte man nicht zu sehr strapazieren. Daher wollen wir heute ein bisschen weiter fahren; aber nur ein bisschen. Da wir uns nicht für einen Strandplatz entscheiden können, visieren wir Sanlucar an, aber nicht den freien Stellplatz mitten im Ort, sondern einen richtigen Stellplatz am Stadtrand. Bis dorthin sind es nur wenige Kilometer. Dann werden wir positiv überrascht.

Der Stellplatz ist größer als wir gedacht haben. Auch ist noch genügend Platz. Das liegt wahrscheinlich an den kostenlosen Plätzen ringsum. Wir wollen hier aber ein paar Tage schön ausspannen, ohne befürchten zu müssen, dass uns die Polizei verjagt. Auch die Ausstattung mit Strom und Duschen reizt uns. So verbringen wir wieder einmal einen faulen Tag am Womo. Am Abend bauen wir den Gasgrill auf und genießen unsere Langustinos. Bei einem Bier warten wir dann immer noch in kurzen Sachen auf den Sonnenuntergang.