Mittwoch, 16. Juli 2014

Kraftwerk Jostedalen – Nigardsbreen 80 km


Am Morgen traut sich die Sonne kurz heraus, verschwindet dann aber wieder und macht dem Nieselregen Platz. Zeitweise wird aus dem Niesel aber auch richtiger Regen. Wir fahren langsam weiter ins Tal Richtung Gaupne. Es geht wieder ganz schön steil und eng bergab. Bei Gegenverkehr müssen wir die Ausweichstellen abpassen. Aber irgendwie sind wir dann unten am Fjord. Wir biegen in Gaupne rechts ab und machen Station am Kraftwerk Jostedal. Um 12:00Uhr nehmen wir an der Führung teil. Unser Führer spricht Norwegisch und Englisch. Somit haben wir keine Verständigungsprobleme. Zunächst aber geht es mit einem Minibus über einen Kilometer weit und achtzig Meter tief in einen Tunnel. Dort unten wurde die Turbine eingebaut, die das Wasser aus den Bergen, aus dem Stausee und dem Gletscher nutzt.
 Ein Videofilm erklärt Bau und Inbetriebnahme des Kraftwerkes. Am Ende zahlen wir zwanzig NOK pro Person für diese Führung. Wir fanden sie sehr interessant und können sie wirklich weiter empfehlen. Die Führungen finden um zehn, zwölf und vierzehn Uhr in den Sommermonaten statt. Dann fahren wir weiter zum Breeheim Center und informieren uns über den Nigardsbreen, einen Gletscherausläufer nach Süden. Wir sehen den Gletscher schon vom Center aus, fahren aber die knapp vier Kilometer weiter bis zum letzten Parkplatz vor dem Gletscher (vierzig NOK Maut).
 Dann müssen wir noch fast eine Stunde über steiniges Gelände bis an den Gletscher bzw. bis kurz davor. So weit man halt darf. Je näher wir dem Gletscher kommen, desto imposanter erscheint er. Aus der Ferne fast schmutzig, aus der Nähe im strahlenden Blau, vor allem, weil die Sonne auch wieder etwas hervorspitzt. Wir sehen die Wassermassen aus dem blauen „Maul“ des Gletschers strömen.
 Lustig erscheinen die Minieisberge auf dem Gletschersee davor. Einige nahe am Ufer kann man mit der Hand herausfischen und sieht dann, dass der größte Teil dieser Cocktailklötzchen unter Wasser war. Wir lernen, dass hier auch ein größerer Teil unter Wasser ist als im Nordmeer, weil das Süßwasser nicht so trägt wie das Salzwasser. Klingt logisch. Zurück am Womo ist dann ausruhen angesagt und wir sind froh, dass wir die Maut geopfert haben, denn dieser zusätzliche lange Fußweg wäre insgesamt gesehen zuviel gewesen. Ein kleiner Nachtrag zum Brikdalsbreen: Zwar ist dort der Fußweg um einiges einfacher, die zweimalige Dusche mal ausgeklammert. Aber uns hat dieser Teil besser gefallen. Man kommt weiter an den Gletscher heran und der Farbeindruck ist besser. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.