Unser
Womo hat einen großen Wassertank. Der wird selten leer. Weil wir ihn
nicht leer werden lassen. In Südeuropa sind die Wasserzapfstellen
etwas rar, weshalb wir jede Gelegenheit nutzen, den Wasservorrat zu
ergänzen. Leider ist das Wasser oft nicht zum Trinken geeignet. So
kommt es vor, dass wir Zuhause in der Lüneburger Heide ankommen, und
der Wassertank ist noch halb voll. Achim reinigt das Womo dann immer
„general“, lässt das Abwasser ab, den Wassertank aber wie er
ist. Wenn wir dann wenige Wochen später nach Oberfranken fahren,
führen wir dort zollfrei spanisches Wasser ein. Dann bekommt Achim
ein schlechtes Gewissen, soll heißen: Das Wasser muss erneuert
werden. Die Vorgehensweise ist an und für sich ganz einfach. Achim
ist bei seinem Vater. Der hat einen großen Garten mit allem Drum und
Dran – also auch mit einer Wasserzapfstelle. Bequem, dass unser
Womo direkt daneben steht. Also lässt Achim das „spanische“
Wasser ab und dreht den Wasserhahn probeweise auf. Nichts. Achims
Vater hatte das Wasser wegen Frostgefahr abgedreht. Macht nichts.
Achim geht in den Keller. Er kennt sich ja in seinem Elternhaus aus.
Dort dreht er einen Absperrhahn auf. Zurück am Womo kommt immer noch
kein Wasser aus dem Außenhahn. Dafür füllt sich der Springbrunnen
zehn Meter weiter ungewollt mit Wasser. Achim geht wieder in den
Keller und dreht den Absperrhahn wieder ab, geht zwei Stockwerke nach
oben zu seinem Vater und erkundigt sich nach der Technik. Achim hat
den falschen Absperrhahn erwischt. Wer hätte das gedacht? Er soll
den anderen Absperrhahn aufdrehen (der unter einem Tisch versteckt
ist), aber darauf achten, dass das Ablassventil nebenan geschlossen
ist und die Sicherungskappe aufgeschraubt ist. Also geht Achim wieder
zwei Stockwerke in den Keller und will den (hoffentlich) richtigen
Absperrhahn aufdrehen. Ob das Ventil geschlossen ist, kann er nicht
erkennen. Dafür sieht er das Gewinde für die Sicherungskappe. Von
der Sicherungskappe keine Spur. Achim erklimmt wieder zwei Stockwerke
zu seinem Vater. „Hilfe!“ Gemeinsam gehen sie wieder zwei
Stockwerke nach unten in den Keller. Achims Vater überprüft das
Ventil mit einem mehr oder weniger geeigneten Werkzeug und findet im
Nebenraum die Sicherungskappe. Dort hätte Achim sie nie gefunden.
Achim geht nach draußen, dreht den Wasserhahn auf und – man mag es
kaum glauben – nach etwa einer halben Stunde Vorbereitung kommt ein
prustendes Wasserluftgemisch heraus und geht in einen ordentlichen
Wasserstrahl über. Jetzt muss Achim das Wasser nur noch über den
Einfüllstutzen – Entfernung etwa drei Meter - in den Wassertank
füllen. Direkt neben dem Wasserhahn liegt ein Gartenschlauch. Mit
einem solchen Gegenstand kann man locker diese kleine Entfernung
überbrücken. In der Theorie. Achim schließt das eine Ende des
Schlauches am Wasserhahn an, hält das andere Ende mit der Düse fest
und dreht auf. Keine optimale Idee. Die Düse spritzt nach hinten
los. War wohl nicht fest aufgeschraubt. Dafür ist Achim nun
„besprüht“. Reaktionsschnell wie er ist, dreht er den Hahn
wieder zu bevor ihm jemand Haarshampoo bringen kann. Dann dreht er
die Düse fester auf das Schlauchende und probiert erneut. Die Düse
düst das Wasser nun in die richtige Richtung. Aber nicht lange, denn
der Schlauch besteht aus zwei Teilen - und die teilen sich nun. Jetzt
bekommt Achim das „wild gewordene“ Wasser von hinten verpasst.
Reaktionsschnell wie er ist. Ach halt, das hatten wir schon mal.
Achim schraubt die beiden Teile nun fest zusammen und probiert wieder
– aber ganz vorsichtig – mit Erfolg. Er dreht die Düse
vorsichtig zu und wartet, ob der Schlauch dem Wasserdruck trotzt. Er
tut es. Dann endlich kann er die Düse in den Einfüllstutzen stecken
und Wasser marsch! Nach zehn Sekunden löst sich der vordere Teil der
Düse von derselben und bleibt kurz hinter dem Einfüllstutzen aber
noch vor dem Wassertank stecken. Reaktionsschnell – blablabla.
Achim rächt sich an diesem Gartenschlauch mit Missachtung. Dann
entfernt er mittels „Durchstoßprinzip“ von innen nach außen das
verlorene Düsenteil. Nun kommt Karin Achim zu Hilfe, nimmt unseren
Schlauch, den wir immer dabei haben und füllt mal eben schnell das
Wasser auf.