Freitag, 29. August 2014

Polen - Hel - Jastarnia 440 km

Wir testen noch kurz die Ladung unserer Batterien, entsorgen an der Kläranlage und nehmen entgültig Kurs auf Polen. Das Stück Autobahn von Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern kann man eigentlich nicht Autobahn nennen. Es ist einfach grausam, eine Tortur für Mensch und Material. Solche Schlaglöcher dürften nicht sein. Achim traut sich wirklich nur, ganz ganz vorsichtig zu fahren. Dennoch stellen wir später fest, dass wir eine Radkappe verloren haben. Wahrscheinlich genau auf dieser Strecke. Zudem versagt auch wieder die Ladung der Versorgungsbatterien. Die Rüttelstrecke hat die provisorische Reparatur von gestern zunichte gemacht. Zum Glück haben wir nicht mehr allzu weit. Wir hoffen, dass unsere gefrorenen Vorräte die restliche Strecke überstehen. An der ersten Raststätte in Polen müssen wir zunächst eine Viabox besorgen. Das klappt relativ einfach, wenn auch der Schreibkram sehr umfangreich ist. Dabei ist es gar nicht so leicht, zu erkennen, dass der eine Teil in Polnisch, der andere in Englisch ist – und das jeweils pro Absatz im Wechsel. Nach gefühlten einhundert Unterschriften und zwei Visaabbuchungen (30 € Pfand für die Box und 30 € Mautvorschuss) können wir das Gerät in Empfang nehmen, an der Windschutzscheibe anbringen und mit häufigem Piepen des Gerätes weiter fahren. Nun ein paar Worte zu den Straßen in Polen. Wir wurden davor von verschiedenen Seiten gewarnt. Aber wir werden positiv überrascht. Zwar gibt es auch hier das ein oder andere Schlagloch und auch ein paar Bodenwellen. Aber im Vergleich zu unseren deutschen Strecken können wir nicht klagen. Inzwischen müssen wir uns wohl eher für unsere eigenen Straßenzustände schämen. Natürlich können wir nur von unserer Route berichten.
Ein Restaurant am Wegesrand
Auch finden wir es toll, dass es in diesem dünnbesiedelten Land immer wieder kleine Abzweigungen gibt, wo die Menschen die teilweise mehrspurigen Straßen verlassen können, um im angrenzenden Wald eine Pause einzulegen oder spazieren zu gehen. Was uns aber doch auffällt: Geschwindigkeitsbegrenzungen und (auch doppelt) durchgezogene Linien sowie Überholverbotsschilder scheinen bei vielen Polen nur eine Diskussionsgrundlage zu sein. Schließlich erreichen wir unser Ziel, die Halbinsel Hel. Wir treffen uns mal wieder mit unseren Freunden Anna und Emil, die uns schon in Jastarnia erwarten.