
Wir testen noch kurz
die Ladung unserer Batterien, entsorgen an der Kläranlage und nehmen
entgültig Kurs auf Polen. Das Stück Autobahn von Brandenburg nach
Mecklenburg-Vorpommern kann man eigentlich nicht Autobahn nennen. Es
ist einfach grausam, eine Tortur für Mensch und Material. Solche
Schlaglöcher dürften nicht sein. Achim traut sich wirklich nur,
ganz ganz vorsichtig zu fahren. Dennoch stellen wir später fest,
dass wir eine Radkappe verloren haben. Wahrscheinlich genau auf
dieser Strecke. Zudem versagt auch wieder die Ladung der
Versorgungsbatterien. Die Rüttelstrecke hat die provisorische
Reparatur von gestern zunichte gemacht. Zum Glück haben wir nicht
mehr allzu weit. Wir hoffen, dass unsere gefrorenen Vorräte die
restliche Strecke überstehen. An der ersten Raststätte in Polen
müssen wir zunächst eine Viabox besorgen. Das klappt relativ
einfach, wenn auch der Schreibkram sehr umfangreich ist. Dabei ist es
gar nicht so leicht, zu erkennen, dass der eine Teil in Polnisch, der
andere in Englisch ist – und das jeweils pro Absatz im Wechsel.
Nach gefühlten einhundert Unterschriften und zwei Visaabbuchungen
(30 € Pfand für die Box und 30 € Mautvorschuss) können wir das
Gerät in Empfang nehmen, an der Windschutzscheibe anbringen und mit
häufigem Piepen des Gerätes weiter fahren. Nun ein paar Worte zu
den Straßen in Polen. Wir wurden davor von verschiedenen Seiten
gewarnt. Aber wir werden positiv überrascht. Zwar gibt es auch hier
das ein oder andere Schlagloch und auch ein paar Bodenwellen. Aber im
Vergleich zu unseren deutschen Strecken können wir nicht klagen.
Inzwischen müssen wir uns wohl eher für unsere eigenen
Straßenzustände schämen. Natürlich können wir nur von unserer
Route berichten.
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| Ein Restaurant am Wegesrand |
Auch finden wir es toll, dass es in diesem
dünnbesiedelten Land immer wieder kleine Abzweigungen gibt, wo die
Menschen die teilweise mehrspurigen Straßen verlassen können, um im
angrenzenden Wald eine Pause einzulegen oder spazieren zu gehen. Was
uns aber doch auffällt: Geschwindigkeitsbegrenzungen und (auch
doppelt) durchgezogene Linien sowie Überholverbotsschilder scheinen
bei vielen Polen nur eine Diskussionsgrundlage zu sein. Schließlich
erreichen wir unser Ziel, die Halbinsel Hel. Wir treffen uns mal
wieder mit unseren Freunden Anna und Emil, die uns schon in Jastarnia
erwarten.