Ab 3 Uhr morgens nimmt der Wind zu. Vor allem die Böen frischen zwischendurch kräftig auf. Gut dass wir gestern alles ins Womo in Sicherheit gebracht haben. So können wir beruhigt weiterschlafen. Am Morgen genießen wir unseren Kaffee mit Aussicht nach draußen. Eine Mülltonne, groß, schwer und angebunden, hat sich ihre Freiheit erkämpft und sich ihres Unrates entledigt. Dieser genießt nun selbst die gewonnene Freiheit. Die Hundebesitzer reduzieren den Gassigang auf ein Minimum. Die Besitzerin einer Kleinstversion Hund wagt diesen Gang erst gar nicht. Vermutlich befürchtet sie die Flugeigenschaften ihres Wauwaus. Dafür schleicht sie mit einer Plastiktüte in der Hand hinter den Womos entlang. Bestimmt sammelt sie nur seltene Kieselsteine. Einige Nachbarn laufen bei uns vorbei und interessieren sich scheinbar für unser Kennzeichen, sagen aber nichts. Soviel Interesse kommt Achim spanisch (im Sinne von seltsam) vor. Er rafft sich auf und wagt sich nach draußen. Da liegt ein Klappstuhl unter der Stoßstange. Achim sucht ein bisschen herum und findet einen Nachbarn 2 Womos weiter, wo ein solcher Stuhl noch im Dunstkreis weilt. Er fragt, ob jener denn einen seiner mobilen Sitzgelegenheiten vermisse. Er tut es, sagt wohl wegen der Störung etwas mürrisch danke und macht die Tür wieder von innen zu. Wir laufen heute zum Einkaufen.
| Vom Wind geknickt |
Radfahren würde heute nur bedingt Spaß machen. Allerdings ist das Laufen mit leerem Rucksack auch nicht ganz so einfach. Hinter jeder Ecke ändern sich Windrichtung und -stärke. So ähnelt unser Laufstil wohl dem eines Betrunkenen. Zurück mit vollen und schweren Rucksäcken geht es besser geradeaus, wenn auch in Demut gebückt.
| Alternativer Baustil |
Auf dem SP geht das Sturmwichteln munter weiter. Wir lassen unser Zeug also lieber drin. Stattdessen machen wir einen Spaziergang zum Strand. Wir wollen die hohen Wellen sehen. Pustekuchen! Am Strand außerhalb der Häuserschluchten ist es halb so schlimm, in Böen 26 Knoten. Etwas weiter draußen schaut es zwar anders aus, aber da sind wir nicht. Zurück auf dem SP stauen sich wieder die Womos. Wahrscheinlich wollten viele fahren, haben es sich aber wegen des Sturmes anders überlegt. Und der Rest ist neu und sucht Kuschelschutz. Wir trinken unseren Kaffee heute indoor; outdoor wäre mit Flugsand. Das knirscht dann so zwischen den Zähnen. Achim traut sich nach dem Kaffee aber vor dem Duschen doch noch nach draußen und genießt im mageren Windschatten die Sonne bis eine große, böse Wolke diesen Genuss beendet.
