Montag, 13. Januar 2020

Sanlucar - 3 - Kleine Feder, große Wirkung

So große Stellplätze von mindestens 100 qm sind toll. Da kann man sich richtig schön ausbreiten. Wäsche trocknen, an den Fahrrädern basteln oder sich einfach in der Sonne aalen. Dementsprechend viel bleibt dann abends zu tun, um alles wieder im Womo zu verstauen. Das muss auf einem CP wie hier nicht sein. Wir haben  uns das aber weitgehend angewöhnt, um unsere Sachen vor Feuchtigkeit, Wind, Regen und langen Fingern zu schützen. Außerdem sind wir, falls es uns in den Sinn kommt, schnell abreisefertig und unser Platz ist hübsch aufgeräumt. Dann kann es aber auch zu einem kleinen Zwischenfall wie gestern Nacht kommen. Wir gucken gerade fern, als neben uns ein französisches Womo einparkt. Neben uns heißt jetzt nicht, auf dem Nachbarplatz, sondern auf unserer Parzelle. Wir wissen aus Erfahrung, dass Franzosen gerne kuscheln. Man kann dann oft die Kaffeetasse vom einem zum anderen Womo reichen, ohne das Womo verlassen zu müssen. Aber auf einem CP muss das nicht unbedingt sein. So geht Achim zum Franzosen und erklärt ihm die hiesigen Grundstücksgrenzen - irgendwie typisch deutsch. Aber der Franzose nimmt das sportlich und schleicht sich. Vielleicht sollte man doch über ein paar beleuchtete Gartenzwerge im Vorgarten nachdenken - auch typisch deutsch. Es steht eine große Radtour auf dem Programm. Wir wollen Chipiona und Umgebung erkunden. Wir legen alles (Cachezeug und Radelklamotten) bereit. Karin macht die Marschverpflegung fertig, Achim die Fahrräder. Dann lässt das Womo Achim nicht mehr ins Innere. Die Aufbautür bleibt verriegelt. Nur mit Mühe kriegt Karin die Tür von innen auf. Fehlersuche. Da scheint eine gebrochene Feder die Ursache zu sein. So ein Ersatzteil haben wir nicht an Bord. Außerdem dürfte die Montage unsere Fähigkeiten übersteigen. Also Werkstatt. Unser Platzwart weiß, dass es in Jerez und in Puerto Maria Womowerkstätten gibt. Das weiß Google auch, sogar noch genauer. Anruf 1. Werkstatt in Jerez. Unser Spanisch ist lausig, aber dass der AB von Betriebsferien spricht, verstehen wir. Anruf 2. Werkstatt in Jerez. Der freundliche Typ spricht nur Spanisch. Mit Hilfe von WhatsApp übermitteln wir ein Bild des Übeltäters. Solche Reparaturen führen wir nicht aus. Anruf 3. Werkstatt in Puerto. Wir haben gleich Pause, kommen Sie mal um 5 vorbei. 4 Stunden fa niente. Überpünktlich stehen wir vorm Tor. Natürlich ist es noch verschlossen und der Schäferhund dahinter lechzt ganz freundlich, so wie man sich auf sein Abendessen freut. Dann kommen auch schon die ersten Mitarbeiter und begutachten unser Dilemma, schauen im Computer nach und kommen zum Ergebnis: Ist ein Hymer-Originalteil. Werkstatt arbeitet nicht mit Hymer zusammen. Kann Teil nicht bestellen und auch nicht reparieren. Nächste Hymer-Vertretung Sevilla. Danke und tschüss. Auf unserem SP begutachten ein paar französische Nachbarn unser Problem und empfehlen uns eine weitere Werkstatt in Jerez. Mal sehen.
Was für ein Katzenjammer!