Freitag, 10. Juni 2016

St. Nicholas 250 km



Was für eine ruhige und erholsame Nacht. Zwar ist es hier sehr einsam, aber zusammen mit anderen Womos fühlen wir uns hier sehr wohl. Am Morgen kurz vor dem Aufbruch halten wir auch ein kleines Schwätzchen mit einem Niederländer. Gut dass fast alle dort Deutsch können. Eigentlich wollten wir hier auch einen kleinen Cache als Andenken heben. Aber wir finden ihn nicht. Wir glauben aber, diesmal liegt es nicht an unserer Unfähigkeit, sondern weil der Cache vermutlich durch die starken Regenfälle genau dort liegt, wo wir trockenen Fußes nicht hinkommen. Unsere Gummistiefel wollen wir aber trotzdem nicht bemühen. So fahren wir weiter und müssen schon wieder wegen eines kleinen Staus stehen bleiben. Ein Pannendienst will einen nicht fahrfähigen BMW aus einer Einfahrt heraus auf seine Ladefläche hieven. Dabei muss der Helfer seinen Lkw quer zur Fahrtrichtung rangieren und blockiert dadurch natürlich die ganze Straße. Was soll's? Wir haben Urlaub. Kurz darauf halten wir schon wieder. Karin ruft: "Halt! Bäcker!" Und Achim hört aufs Wort. Ein Bäckerladen lockt uns mit frischem französischen Baguette. Dann geht es weiter bis zu einem Lidl, wo wir unsere Vorräte auffüllen. Beim Bezahlen müssen unsere Französischkenntnisse wohl gut sein, denn wir werden gefragt, aus welcher Stadt wir kommen. Als Achim ganz brav und deutlich unseren Heimatort nennt, stutzt die Kassiererin aber doch. Schließlich fügt er hinzu, dass wir aus Deutschland kommen und erhält ein Lächeln und eine gute Fahrt mit auf den Weg. Kurz vor Rouen können wir noch einmal relativ günstig an einem Supermarkt tanken. Dann machen wir auf einem Autobahnrastplatz ausgiebig Mittagspause – natürlich mit besagtem Baguette. Letzteres leidet sehr unter Schwund. Die restliche Fahrt ist bis auf einen kleinen Stau in einem kleinen Ort ohne besondere Ereignisse. Wir überqueren die Seine auf der Pont de Brotonne. Die ist ganz schön hoch. Schließlich passen hier sogar große Überseefrachter durch. Dann erreichen wir den Stellplatz in Saint-Nicolas-de-Bliquetuit.
Dort müssen wir erst einen Franzosen bitten, seine Fahrräder auf die Seite zu nehmen, weil er damit die Einfahrt blockiert. Auf diese Weise entwickelt sich ein nettes Gespräch. Da dieser Franzose als ehemaliger Lkw-Fahrer viel herum gekommen ist, spricht er leidlich Deutsch und freut sich, mit uns ein paar Wort in dieser Sprache zu wechseln. Schließlich informiert er uns, dass wir morgen um zehn Uhr den Platz verlassen müssen, da dieser wegen eines Festes dann gesperrt wird. Ohne die Information hätten wir morgen wohl ziemlich dumme Gesichter gemacht.