Was für
eine ruhige und erholsame Nacht. Zwar ist es hier sehr einsam, aber
zusammen mit anderen Womos fühlen wir uns hier sehr wohl. Am Morgen
kurz vor dem Aufbruch halten wir auch ein kleines Schwätzchen mit
einem Niederländer. Gut dass fast alle dort Deutsch können.
Eigentlich wollten wir hier auch einen kleinen Cache als Andenken
heben. Aber wir finden ihn nicht. Wir glauben aber, diesmal liegt es
nicht an unserer Unfähigkeit, sondern weil der Cache vermutlich
durch die starken Regenfälle genau dort liegt, wo wir trockenen
Fußes nicht hinkommen. Unsere Gummistiefel wollen wir aber trotzdem
nicht bemühen. So fahren wir weiter und müssen schon wieder wegen
eines kleinen Staus stehen bleiben. Ein Pannendienst will einen nicht
fahrfähigen BMW aus einer Einfahrt heraus auf seine Ladefläche
hieven. Dabei muss der Helfer seinen Lkw quer zur Fahrtrichtung
rangieren und blockiert dadurch natürlich die ganze Straße. Was
soll's? Wir haben Urlaub. Kurz darauf halten wir schon wieder. Karin
ruft: "Halt! Bäcker!" Und Achim hört aufs Wort. Ein
Bäckerladen lockt uns mit frischem französischen Baguette. Dann
geht es weiter bis zu einem Lidl, wo wir unsere Vorräte auffüllen.
Beim Bezahlen müssen unsere Französischkenntnisse wohl gut sein,
denn wir werden gefragt, aus welcher Stadt wir kommen. Als Achim ganz
brav und deutlich unseren Heimatort nennt, stutzt die Kassiererin
aber doch. Schließlich fügt er hinzu, dass wir aus Deutschland
kommen und erhält ein Lächeln und eine gute Fahrt mit auf den Weg.
Kurz vor Rouen können wir noch einmal relativ günstig an einem
Supermarkt tanken. Dann machen wir auf einem Autobahnrastplatz
ausgiebig Mittagspause – natürlich mit besagtem Baguette.
Letzteres leidet sehr unter Schwund. Die restliche Fahrt ist bis auf
einen kleinen Stau in einem kleinen Ort ohne besondere Ereignisse.
Wir überqueren die Seine auf der Pont de Brotonne. Die ist ganz
schön hoch. Schließlich passen hier sogar große Überseefrachter
durch. Dann erreichen wir den Stellplatz in
Saint-Nicolas-de-Bliquetuit.
Dort müssen wir erst einen
Franzosen bitten, seine Fahrräder auf die Seite zu nehmen, weil er
damit die Einfahrt blockiert. Auf diese Weise entwickelt sich ein
nettes Gespräch. Da dieser Franzose als ehemaliger Lkw-Fahrer viel
herum gekommen ist, spricht er leidlich Deutsch und freut sich, mit
uns ein paar Wort in dieser Sprache zu wechseln. Schließlich
informiert er uns, dass wir morgen um zehn Uhr den Platz verlassen
müssen, da dieser wegen eines Festes dann gesperrt wird. Ohne die
Information hätten wir morgen wohl ziemlich dumme Gesichter gemacht.
