Montag, 4. April 2016

Beuron 135 km

Da wir gestern leider auch noch einen Steinschlag in die Windschutzscheibe bekommen haben, müssen wir uns heute erst einmal darum kümmern. Also rufen wir als erstes unsere Versicherung an. Kein Problem mit unserer Teilkasko. Wenn der Schaden repariert werden kann, brauchen wir gar nichts bezahlen; nur wenn die Scheibe ausgetauscht werden muss, ist die Selbstbeteiligung fällig. Unsere Versicherung verspricht uns einen Rückruf einer namhaften Scheibenreparaturkette (nicht die aus der Fernsehwerbung) in den nächsten ein bis zwei Stunden. Nach zweieinhalb Stunden Däumchen drehen rufen wir erneut bei unserer Versicherung an und werden an die Zentrale der Scheibenreparaturkette (nicht die aus der Fernsehwerbung) weiterverbunden. Dort wird uns die Niederlassung genannt, die den Auftrag erhalten hat. Ein weiterer Anruf dort und wir erfahren von dem netten Herren, er habe vor nächster Woche gar keinen Termin mehr frei. Wie bitte? Dafür nennt er uns eine andere Filiale in Freiburg. In deren Umweltzone dürfen wir aber mit unserem etwas älteren Womo nicht hinein. So nehmen wir die Sache eben selbst in die Hand. Wir geben in unser Navi unser nächstes Ziel Beuron ein. Im Internet suchen wir eine Niederlassung einer anderen bekannten Scheibenreparaturkette (die aus der Fernsehwerbung), die auf unserem Weg liegt. Dann fahren wir wegen der blöden Umweltzone Freiburgs durch kleine Schwarzwaldstraßen, sehen viel Schnee neben (!) den Straßen und locken sogar die Sonne hervor. Zeitaufwändig aber herrlich. Als wir an der Filiale der Scheibenreparaturkette (die aus der Fernsehwerbung) ankommen, nimmt man sich sofort Zeit für uns. Da unser Womo etwas zu groß für die kleine Werkstatt ist, fahren wir es nahe an ein Fenster.
Die mobile Werkzeugbank wird an die Innenseite geschoben, Schläuche, Harz und was man sonst braucht werden durchs Fenster gereicht und nach den beworbenen dreißig Minuten haben wir eine reparierte Frontscheibe. Auch unser Geldbeutel bleibt zu. Dann fahren wir die letzten paar Kilometer bis Beuron.

Tankstellennutzung für Normalsterbliche

Wenn man wie wir viel mit dem Womo unterwegs ist, sponsert man die Ölindustrie durch häufige Tankstellenbesuche. Denn leider verhält sich der Tankinhalt im umgekehrten Verhältnis zum Toiletteninhalt. Während letzterer ständig nach Leerung schreit, will ersterer dauernd gefüllt werden. So wird der Womobilist durch ständige Übung zum Experten dieser beiden Vorgänge. Lassen wir das Sch...thema mal beiseite und wenden uns dem anderen ebenfalls übel riechendem Thema zu. Hjer macht es uns die Ölindustrie nicht gerade leicht. Zunächst gilt es eine günstige Tankstelle zu finden. Dabei werden wir zum machtlosen Beobachter des Kampfes zwischen schnellen Preisänderungen (lassen wir die Gründe hierfür einmal aus Höflichkeit beiseite) und der mehr oder weniger aktuellen Informationsflut diverser sogenannter Benzinapps. Haben wir uns dann für eine Örtlichkeit eines Dieselangebots entschieden, versuchen wir dieses anzusteuern. Problematisch erweist sich dann oft die Lokalität als solche: um die Ecke oder auch in einer Ecke, was bei Womoausmaßen von 7×2,5×3 (Länge x Breite x Höhe in Metern) nicht immer ganz einfach ist. Ein schneller Blick erleichtert dann das Auffinden der richtigen Zapfsäule. Allerdings muss dann das Fahrerhirn in Sekundenschnelle die Angebotsvielfallt und die Fantasie der Namensgebung bewältigen können. Zum Glück fallen schon mal die Sorten für Ottomotoren weg. Aber auch die Dieselvarianten werden sehr üppig angepriesen: Bio-, Agrar-, Raps,- soundsoviel prozentige Beimischung von was auch immer, nicht zu vergessen die vielen Auszeichnungen wie Super-, Premium-, Extra- usw. Hat man diese geistige, aber für den Motor überlebenswichtige Hürde genommen, sollte sich der Tankstutzen auch auf der der Zapfsäule zugewandten Seite befinden. Die Länge des Schlauches der Zapfsäule ist in den allermeisten Fällen für eine seitenübergreifende Füllung zu kurz. Wenn man nun etwas Glück hat, ist man nicht an einer Zapfsäule für Lkw angekommen,  denn diese Zapfpistolen sind etwas zu wuchtig geraten und der Zapfdruck ist oft auch nicht ohne. Wenn dann der Rüssel endlich im Stutzen ist, freut man sich schon, wenn die Verriegelung funktioniert. Blöd nur, wenn die Anzeige nun nicht auf Null springt und somit der Tankvorgang nicht beginnt. (Hier prüfen übrigens die Fortgeschrittenen unter uns anhand des Preises noch ein letztes Mal, ob wir wirklich das tun, was wir tun wollen.) Wenn sich jetzt aber nichts tut, kann es mehrere Gründe haben: Der Vorgänger hat noch nicht bezahlt. Manchmal wird das durch ein rotes Lichtlein signalisiert, aber nicht immer. Die/der Kassierer/in (= Eigentümlichkeit der deutschen Sprache) hat die Zapfsäule noch nicht freigegeben. Vorauszahlung oder Hinterlegung eines Pfandes notwendig. Bezahlung nur mit Karte möglich. Ein solches Schildchen fand ich ķürzlich an einer Zapfsäule, mit dem Hinweis, der Kartenautomat befindet sich an Säule X. Also zur Säule X. Karte rein, Prüfung, Ergebnis: "Karte gesperrt." Wie bitte? Nachfrage an der Kasse. Antwort, diese Säule funktioniere nur mit einer Kundenkarte. In diesem Sinne: Gute Fahrt und gute Nerven.