Freitag, 30. November 2018

Figueira 10. Tag


Nach einem aktiven Tag steht wieder ein passiver an. Wir machen es uns vor dem Womo in der Sonne bequem. Dann macht sich unser Nachbar daran, sein Fahrrad zu reparieren. Er hatte sich einen Platten eingehandelt. Mithilfe eines Pannensprays kam er immerhin wieder auf den Stellplatz zurück. Aber nun verliert der Reifen doch kontinuierlich an Luft. Daher muss ein neuer Schlauch rein. Leichter gesagt als getan. Wir nehmen das Rad auch recht zügig auseinander. Der Ersatzschlauch scheint auch zu passen. Aber dann kommen die Probleme. Wir kriegen die Gangschaltung nicht montiert. Zwei weitere Nachbarn gesellen sich dazu. Wir stecken im wahrsten Sinne des Wortes die Köpfe zusammen.

Normalerweise verderben viele Köche den Brei. Wir aber sind wohl ein gutes Team. Wir schaffen es schließlich mit vereinten Kräften. Bitte nicht fragen: Wie? Nach der verdienten Dusche bereiten wir einen kleinen Grillspätnachmittag vor. Mag ein blödes Wort sein, aber für einen Grillabend wird es nach Sonnenuntergang doch etwas frisch. Wir sitzen also ziemlich genau bis Sonnenuntergang mit unseren Nachbarn beisammen und verziehen uns dann recht schnell in die warmen Womos.

Donnerstag, 29. November 2018

Figueira 9. Tag


Der Tag fängt sehr früh an. Gegen 02:00 Uhr in der Früh meint ein Hahn krähen zu müssen. Hat der die letzten Jahre keine Zeitumstellung mehr mitbekommen? Glücklicherweise sind die restlichen gefiederten Freunde cleverer und halten die Klappe bzw. den Schnabel. Dadurch verliert dieser Nervkeks wohl die Lust und verstummt wieder. Es darf weiter geschlafen werden. Am Morgen starten wir den gestrigen Versuch erneut. Diesmal klappt es. Wir radeln wieder nach Raposeira und wenden uns von dort aus in Richtung Strand. Bald wird die Straße schlechter und geht allmählich in eine Schlaglochpiste über. Unsere E-Bikes werden ganz schön gefordert. Hier wären Mountain-Bikes klar im Vorteil. Man kann halt nicht alles haben. Wir fahren langsam und vorsichtig weiter bis wir an einen Trampelpfad kommen. Hier müssen wir unsere Räder abstellen und zu Fuß weiter. Unterwegs sammeln wir eine ganze Menge Caches ein. Ein lohnender Tag.

Cache von Obelix?

Cache mit Häuschen

Cache mit Wächterin
Es dauert nicht lang und wir sind an den Klippen. Hier geht es nicht ganz so tief runter wie in Sagres, aber ausrutschen möchte man auch hier nicht.


Womos an der Praia do Barranca
Als sich am Himmel die Wolken verdichten, kehren wir um und fahren zurück zum Womo. Das geht nun ohne Cachesuche wesentlich schneller.

Mittwoch, 28. November 2018

Figueira 8. Tag


Eigentlich wollten wir heute wieder auf Cachetour gehen – eigentlich. Aber es kommt mal wieder, wie so oft, ganz anders. Zuhause ist ein Problem aufgetreten. Ohne auf Einzelheiten einzugehen, nur so viel: Eine Behörde benötigt ganz dringend ein wichtiges Dokument. Aus einer Entfernung von 3500 km lässt sich das aber nicht lösen. Wir haben zwar (fast) an alles gedacht, aber eben nicht an alles. Zum Glück springt einer unserer Söhne ein, düst 100 km zu uns nach Hause, sucht und findet das Dokument, und fährt wieder 100 km zurück, um es zu bearbeiten und der Behörde zuzustellen. Das Ganze wird von uns telefonisch begleitet, wodurch wir fast den ganzen Tag am Telefon verbringen. Als alles erledigt ist, machen wir unser Womo fahrfertig, kaufen im Nachbarort ein paar Lebensmittel und richten uns wieder auf unserem Stellplatz ein.

Dienstag, 27. November 2018

Figueira 7. Tag


Puh, ist das kalt heute morgen! Draußen einstelliger Bereich, innen gerade mal so zweistellig. Kein Wunder, der Himmel war und ist absolut klar und blau. Also kuscheln wir uns noch ein Weilchen ins Bett. Als die Sonne aufgeht, schiebt Achim die Jalousien im Fahrerhaus beiseite und ist schon wieder im Bett verschwunden. Aber nach wenigen Minuten schafft es die Sonne, durch die Windschutzscheibe Wärme zu erzeugen. Jetzt können wir aufstehen und Kaffee trinken. Eigentlich wollen wir heute faul sein, aber etwas Handwäsche muss auch sein. Gegen Mittag sind wir fertig. Das Trocknen muss die Sonne übernehmen. Wir machen einen Spaziergang durch den Ort. Vielleicht finden wir ein Restaurant, wo wir etwas zu Mittag essen können. Aber leider Fehlanzeige! Entweder eines hat geschlossen, ein anderes scheint nur Gebäck anzubieten, oder ein drittes hat ebenfalls geschlossen. Das müssen wir ein andermal versuchen. Für heute geben wir auf, gehen zurück zum Womo, wo ein Bäcker auf den Platz gefahren kommt. Dankend nehmen wir ihm etwas frisches Brot ab und Karin zaubert einen kleinen Brunch. Dann verbringen wir den restlichen Nachmittag mit süßem Nichtstun und Quatschen mit den Nachbarn.

Montag, 26. November 2018

Figueira 6. Tag


Der große Radel- und Cache-Tag steht an. Nach einem stärkenden Frühstück geht es los. Wir radeln abseits der viel befahrenen Hauptstraße auf einer kleinen Nebenstraße. Da ist viel weniger Verkehr Dafür geht es ordentlich bergauf- und ab. E-Bikes sind hier wirklich angesagt. Die ersten drei Caches finden wir auch ganz fix. Aber dann war es dann schon fast mit dem großen Radel- und Cache-Tag. Der vierte hält sich tapfer versteckt. Die weiteren geplanten Caches machen es noch besser. Wegen des Regens der letzten Tage ist der Weg für uns unpassierbar.

Wir müssen aufgeben und umkehren. Dafür kommen wir an einem netten kleinen Picknickplatz vorbei. Direkt gegenüber befindet sich ein öffentliches Waschhaus mit richtigen Wäschebecken mit eingebauten Waschbrettern.


Der weitere Weg führt uns in Raposeira durch engste Gassen. Gut dass hier Parkverbot ist.

Wieder auf freier Bahn kommen wir an einer kleinen Kapelle vorbei, die allerdings heute für Besucher geschlossen ist.


Dann sind wir auch schon wieder zurück am Womo.

Sonntag, 25. November 2018

Figueira 5. Tag


Schon irgendwie blöd, wenn der Wetterbericht teilweise recht hat. Heute vormittag soll es noch trocken bleiben. Also putzt Achim das Womo. Er muss ein paar Mal unterbrechen, weil es feucht wird. Regen ist übertrieben, aber so eine Art Niesel kommt hin und wieder von oben herab. Gegen Mittag hat es Achim aber doch geschafft. Nun kommen die Stühle raus. Wir setzen uns in die Sonne. Leider auch nicht allzu lange, denn immer wieder dieser Nieselregen. Jetzt wird Karin aktiv. Sie kramt unsere Schmutzwäsche hervor und ergattert eine Waschmaschine. Wie sie das wohl immer macht? Dann kommt der Teil, wo der Wetterbericht recht hat. Es ist Nachmittag und fängt an zu regnen, bis in den Abend hinein. Die Wäsche muss sich dann erst einmal in der Garage ausruhen. Morgen darf sie dann abhängen. Es soll schön und trocken bleiben. Warten wir’s ab. Übrigens gibt es heute keine Bilder. Erstens, weil das Womo so unheimlich glänzt. Das würde die Kameralinse und dann die Augen des Betrachters blenden. Und zweitens, weil Regen auch im Norden bekannt ist und so auch dort bei Bedarf fotografiert und betrachtet werden kann.

Samstag, 24. November 2018

Figueira 4. Tag


So kann sich der Wetterbericht ändern. Vor wenigen Tagen verhieß er für dieses Wochenende noch viel Regen. Jetzt ist alles korrigiert und aus dem vielen wurde wenig. So gefällt uns das. Daher machen wir uns auf zu einer kleinen Wanderung an den Strand. In knapp 15 Minuten sind wir schon da. Eine herrliche kleine Bucht mit ganz feinem Sand – und fast menschenleer.
Doch an den Cache kommen wir nicht heran, obwohl uns nur wenige Meter von ihm trennen – horizontal. Aber vertikal liegt er wohl über unseren Köpfen auf der Klippe. Da kommen wir von unten nicht heran. Daher gehen wir zurück und suchen einen Weg hinauf, den wir leider nicht finden. Also wird neu geplant und wir ersteigen die Klippe auf der anderen Seite der Bucht, denn hier führt ein wenn auch steiler Pfad hinauf. Hier werden wir von einer schönen Aussicht belohnt.
Oben angekommen treffen wir einen jungen Engländer, dessen Worten wir entnehmen, dass er einen noch steileren Pfad gefunden hat. Oh diese Jugend, und das in Jesuslatschen! Nach einer gemeinsamen Suche finden wir hier unseren Cache. Der Engländer freut sich, denn er hat schon vom Geocachen gehört, aber jetzt hat er es live erlebt. Er bleibt noch etwas auf der Klippe, während wir uns verabschieden und langsam den Rückweg antreten. Zurück am Womo stellen wir fest, dass wir doch fast 6 km in 3 h gelaufen sind. Klingt nicht viel. Horizontal stimmt das wohl auch. Aber die vertikale Ausdehnung muss natürlich dazu gerechnet werden.

Freitag, 23. November 2018

Figueira 3. Tag

Ein “ereignisreicher” Tag. Erstes Ereignis: Die Sonne scheint – in unserem Rücken, also auf das Heck unseres Womos. Das geht gar nicht. Achim besteht darauf, das Womo zu drehen. Das Drehen ist auch ganz einfach: Alles aufräumen und verstauen, Sützen hochkurbeln, Antenne und Strom abnabeln und drehen. Die Außenantenne kann stehen bleiben. Aber die Fahrräder stören. Also Plane runter, aufschließen und umparken. Schwieriger ist jetzt das Geradestehen. Mit unseren Auffahrkeilen und der Möglichkeit, Luft aus den Bälgen zu lassen, geht es einigermaßen. Dann wieder alles anschließen. Inzwischen ist es auch mollig warm im Womo, denn die Sonne scheint ja nun auch auf die Windschutzscheibe. Das hätten wir auch gleich haben können. Als wir fertig sind, gesellt sich auch der Platzhund zu uns. Offensichtlich gefällt es ihm bei uns.


Wir genießen derweil den ganzen Nachmittag die Sonne am Womo mit lesen und rätseln. Dann werden wir wieder geschäftig. Unsere Langustinos warten auf uns; erst in der Schüssel von Karin mit viel Knofi eingelegt, dann im Wok auf dem Grill


und schließlich auf den Tellern, aber nur kur.z Schon sind sie mit viel Genuss verzehrt. Darauf haben wir zwei Jahre gewartet.

Derweil kommt neben uns etwas Aufregung auf. Einer unserer Nachbarn (schon ein bisschen in die Jahre gekommen) hat mit seinem Hund (auch schon ziemlich in die Jahre gekommen) einen Spaziergang zum Meer gemacht. Dort ließ er wohl seinen Hund frei laufen. Da der Hund unwesentlich schneller zu sein scheint als sein Herrchen, war er weg. Herrchen kommt allein zurück zum Platz. Hund ist nicht da. Herrchen geht wieder zum Suchen an den Strand. Inzwischen trifft der Hund hier ein und wird von anderen Hundehaltern in Obhut genommen. Hundehalterherrchen geht mit eigenem Hund älteren Hundehalter suchen. Dann kommt ein fremder Mann mit eben diesem Hund wieder auf den Platz. Unsere Nachbarin: “Alter Hund, neuer Mann.” “Neuer Mann” sagt, der Hund sei zu faul zum Laufen gewesen, deshalb bringe er den Hund zurück, Herrchen sucht weiter älteren Hundehalter – und geht wieder. Unsere Nachbarin: “Alter Hund, kein Mann mehr.” Nach einiger Zeit kommen dann aber doch gewohnter Mann und älterer Hundehalter einträchtig zurück auf den Platz. Status quo wieder hergestellt.

Donnerstag, 22. November 2018

Figueira 2. Tag

Heute endlich “Easy Going”. Deshalb mal a bisserl Statistik. Das fängt schon am frühen Morgen, also so gegen acht Uhr Ortszeit an. Das Außenthermometer zeigt 12° an. Kalt? - Das ist relativ. In unserer Heimat in der Lüneburger Heide sollen es 0° sein, meldet Wetteronline. Gegen Mittag, etwas Regen, noch keine Sonne, sind es hier schon 14°, in der Heide aber erst 1°. Die Temperatur wächst hier also doppelt so schnell. Das nennt man dann Statistik.

Ein kleines Resümé über unsere Fahrt hierher (Ruhe- und Aufenthaltstage ausgeklammert):
Deutschland haben wir mit einem Abstecher über Oberfranken in 2 Tagen auf 1210 km durchquert. Für Frankreich haben wir aber 4 Tage für 1130 km gebraucht. Spanien kostete uns 2 Tage für 810 km und Portugal ebenfalls 2 Tage für 440 km (alles gerundet). In der Summe haben wir also 10 Tage auf der Bahn verbracht und dabei 3590 km geschrubbt. Das sind pro Tag nicht mal 360 km im Durchschnitt. Klingt wenig, ist aber doch schon eine ganze Menge. Man muss bedenken, dass es ja nicht nur die reine Fahrzeit bzw. Fahrstrecke ist. Jeden Tag heißt es, das Fahrzeug fahrfertig machen, also alles auf- und wegräumen, ver- und entsorgen, vom Landstrom abnabeln, evtl. von den Keilen fahren, Windschutzscheibe putzen, nächstes Ziel und Route planen, unterwegs einkaufen, tanken, am Ziel schauen, ob es geeignet ist, laut, leise, voll, leer, ggf. Ersatzziel und -route planen, auf dem Platz einrichten. Wenn wir das alles bedenken, dann schwanken wir hin und her zwischen den Möglichkeiten wenige Kilometer an vielen Tagen und viele Kilometer an wenigen Tagen. Erste Möglichkeit bedeutet eine lange Reisezeit bis zum Ziel. Letztere bedeutet entweder schnell am Ziel oder sich zwischendurch auch mal den einen oder anderen Tag Pause gönnen zu können. Aber das mag jeder für sich selbst entscheiden. Es ist auch ein bisschen der Reiz und das Besondere am Reisen im Womo, dass es keinen Standard gibt, sondern jeder es so handhaben kann wie er es mag und für richtig hält.

So ganz “Easy Going” können wir dann doch nicht. Nachdem wir noch ein bisschen unseren “Vorgarten” gestaltet haben,

machen wir einen kleinen Spaziergang zu einem der nahen Hügel hinauf. Unterwegs sehen wir eine leider ehemals schöne Villa.
Schade, dass sie jetzt ziemlich renovierungsbedürftig ist. Oben auf dem Hügel haben wir einen guten Rundumblick, sehen in der Ferne das Meer, allerdings heute nur in Grau, weshalb sich da kein Foto lohnt. In der anderen Richtung schon eher, denn jetzt sieht man die vielen Appartement-Anlagen ringsum.

Mittwoch, 21. November 2018

Figueira 190 km

Jetzt wird es aber wirklich Zeit anzukommen. Deshalb haben wir den Wecker gestellt, den wir tatsächlich aber gar nicht brauchen. Wir sind eh schon wach. Schnell haben wir zusammengepackt, Diesel und GPL getankt, und ab geht es. Da wir aber ab jetzt nur untergeordnete Landstraßen durch bergige Gegenden vor uns haben, geht es nur sehr langsam voran. So erreichen wir nach einem kleinen Stopp bei Lidl unser Ziel in Figueira. Wir waren schon ein paar Mal hier, zuletzt vor zwei Jahren. Hier hat sich sehr viel verändert. Aus einem ehemals einfachen Platz ist ein mit viel Grün angelegter Stellplatz geworden. Es gibt jetzt mehr Plätze als vorher, welche in der Folge aber nun auch kleiner sind. Zudem ist der Platz recht voll. Wir fürchten schon, für uns wäre kein Platz mehr. Aber dann findet sich doch noch einer.

Dienstag, 20. November 2018

Alcacer 2. Tag


Auf so einem Campingplatz schläft man nicht schlecht, zumal hier nur wenige Gäste verweilen, so dass man seine Ruhe hat. In der Nacht regnet es immer mal wieder, aber zum Morgen hin hört es auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Hier hat sie noch richtig Kraft und schickt ihre warmen Strahlen in unser Womo. Wir beschließen, noch einen Tag zu bleiben. Karin macht das Womo innen sauber, Achim außen. Dann starten wir zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt, natürlich mit (erfolgreicher!) Cachesuche. Der Ort liegt etwas steil an einem Hang, oben ein ehemaliges Kastell mit einer Ausgrabungsstätte, unten der Riu Sado. Als wir über eine Brücke des Flusses laufen, weht uns ordentlich der Wind um die Nase. Gut dass er sehr mild ist, so brauchen wir nur unsere Fleecejacken und keine Wintermäntel.











Es verwundert einen schon ein bisschen, wie viele Lokale geöffnet und besucht sind. Hin und wieder sitzen die Menschen sogar auf den Terrassen im Freien. Auf unserer Rücktour erwischen uns dann doch noch ein paar Regentropfen. Wir gönnen uns auf dem Campingplatz eine ausgiebige Dusche für Outdoor-Fans; soll heißen: Das Wasser ist maximal lauwarm in einem nicht beheizten Gebäude. Nur die Harten kommen in den Garten.

Montag, 19. November 2018

Portugal – Alcacer do Sal 250 km


Man will es kaum glauben, wir haben eine ganz ruhige Nacht hinter uns gebracht. Der Franzose und wir sind ganz allein geblieben. Erst am Morgen kommt ein Schulbus auf den Platz gefahren und holt ein paar Kinder ab, die ihre Eltern mit den Autos gebracht haben. Aber alles geht ganz leise ab. Man könnte weiter schlafen. Doch wir wollen endlich nach Portugal. Also stehen wir auf und fahren im dichten Nebel Richtung Portugal. Achim hat seit gestern Kopf, deshalb übernimmt heute Karin das Steuer und Achim darf relaxen. In Portugal finden wir unterwegs ein “Steinangebot”
und einen relativ ruhigen und etwas abseits gelegenen Parkplatz für unseren Brunch. Sogar das Wetter bessert sich und die Sonne verdrängt den Nebel. Dadurch steigen langsam auch die Temperaturen. Es kommt Urlaubsfeeling auf. Das wird aber auch Zeit. Schließlich sind wir ziemlich genau eine Woche mehr oder weniger stramm unterwegs. Die “Nordroute” über Biarritz nach Portugal zieht sich doch länger hin als angenommen. Vielleicht sollten wir das nächste Mal wieder die “Südroute” über Leucate nehmen. Dann dauert es zwar noch länger bis Portugal, aber man ist früher in der südlichen Wärme und gönnt sich mehr Pausen. Jetzt wollen wir uns erst einmal etwas ausruhen. Daher fahren wir heute auch “nur” 250 km, dürfen die Uhr eine Stunde zurück stellen und kommen um die Mittagszeit in Alcacer an einem Campingplatz an.
Wir richten uns ein, kaufen bei Lidl und Intermarche ein paar leckere Sachen und legen die Füße hoch.


P.S.: Kann uns bitte mal jemand mailen, was dieses Schild eigentlich bedeutet. Es steht an der Zufahrt zum Campingplatz. Da macht ein Parkverbot für Wohnmobile und Wohnwagengespanne schon Sinn. Aber für maximal 24 Stunden?


Sonntag, 18. November 2018

Aljucen 385 km


Nachtrag I zu gestern. Wie wir in den Nachrichten (also hinterher) erfahren haben, handelte es sich in Frankreich nicht um einen Streik sondern um eine Demonstration gegen die Spritpolitik Macrons. Dieser Unterschied nur der Richtigkeit halber. Schön wäre es gewesen, wenn die Nachrichten am Vortag darauf hingewiesen hätten. Aber dann hätten sie wohl auch Vorrichten geheißen.

Nachtrag II zu gestern. Der ruhige und einsame Platz änderte sich kurz nach 22.00 Uhr schlagartig. Da kamen einige Teenager in Winterkleidung mit Getränken und Verpflegung und Brüllwürfeln. (Brüllwürfel = Bluetooth-Lautsprecher meistens mehr “laut als sprecher”, wobei das bei manchem Rap auch zutrifft.) Jedenfalls war es richtig laut. Uns blieb nichts anderes übrig als zusammen zu packen und eine kleine Nachtfahrt nach Valladolid zu unternehmen. Der dortige Stellplatz ist zwar nicht gerade toll, aber im Vergleich wesentlich ruhiger, zumindest solange die Jugend sich in den Discos aufhält.

Letzteres ändert sich gegen 06:00 Uhr morgens. Wir nehmen an, dass dann auch die letzte Disco zumacht. Wir schälen uns halb ausgeschlafen aus den Betten und machen uns mit Kaffee wach. Dann geht es weiter. Unser Ziel Caceres. Das erreichen wir auch bei gemütlicher und etwas regnerischer Fahrt. Leider nimmt uns ein Engländer (also ein zukünftiger EU-Ausländer) den letzten Platz weg. Das nennt man Pech. Notgedrungen fahren wir weiter und finden einen Platz in Aljucen. Hier steht nur ein einziger Franzose und wir haben sogar einen schönen Ausblick auf die Landschaft.



Mal sehen, ob wir hier ungestört bleiben dürfen. Eine kleine aber auch willkommene Störung gibt es, als ein Mann an unser Womo klopft. Er entpuppt sich als Deutsch-Italiener, der auf der Pilgerreise hier Station macht und sich freut ein paar Brocken mit uns Deutschen zu wechseln. Vielleicht treffen wir uns in Deutschland mal wieder. Dort betreibt er eine Eisdiele, natürlich nur im Sommer.

Samstag, 17. November 2018

Spanien - Renedo 420 km


Heute geht es nach Spanien. Doch leider können wir an diesem Stellplatz nicht entsorgen. Die Station ist gesperrt, ob dauerhaft oder nur für den Winter, wissen wir nicht. Also probieren wir es auf der Autobahn. Dort gibt es ja auch VE-Stationen. Aber wieder nichts: Die erste Staion ist mit einer Höhenbeschränkung versehen; sehr sinnvoll für Womos! Da kommen wir mit unserem etwa drei Meter hohen Womo nicht hin. Die zweite Station ist gleich ganz gesperrt. Dann verschieben wir den Shit eben bis Spanien. Apropos Autobahn: Um nicht in dem Gewusel an der Küste zu verzweifeln, wählen wir diesmal (ausnahmsweise) ein paar Kilometer mautpflichtige Autobahn zwischen Frankreich und Spanien. Auch das ist keine so gute Idee. An der letzten französischen Mautstation werden wir kurz vorher vor einem Stau gewarnt. Zuerst sehen wir auf der dreispurigen Bahn eine Lkw-Schlange rechts stehen. Wir dürfen vorbei, denn hier ist Überholverbot für Fahrzeuge über 7,50 Tonnen. Da sind wir weit drunter. Dann müssen wir sogar auf die ganz linke Spur wechseln, weil nun die Lkw auch in der Mitte stehen (obwohl sie da eigentlich gar nicht sein dürften – oder?). Zwei, drei Mal versuchen sie nun auch die linke Spur zuzumachen. Aber Achim ist schmerzfrei und quetscht sich durch. Doch nun sehen wir an der Mautstation jede Menge Rauch von Bengalofeuern.


Hier wird gestreikt. Und wenn, dann richtig. Zuerst werden alle Passagen nacheinander komplett von links nach rechts dicht gemacht. Das hat zur Folge, dass die Fahrzeuge ebenfalls von links nach rechts drängen und sich mehr oder weniger ineinander verkeilen. Wir natürlich mittendrin. Dann dauert es. Wir sehen auch Polizisten, aber die halten sich an ihren Telefonen fest. Es dauert weiterhin. Endlich wird die ganz rechte Spur geöffnet. Nun wird noch mehr gedrängelt. Jeder will durch dieses Nadelöhr. Wir auch. Unser Problem ist aber der Wendekreis. Wir haben einen sehr steilen Winkel und müssen unsere sieben Meter da irgendwie um die Ecke kriegen. Mit viel Geduld und Beharrlichkeit geht es. Wir sind durch. Nun geht es natürlich besonders entspannt weiter, weil die Fahrbahn vor uns logischerweise sehr leer ist. Die Gegenfahrbahn sieht jetzt genauso aus, wie zuvor unsere. Offensichtlich wird auch die Gegenrichtung bestreikt. Wir haben ab jetzt eine gemütliche Tour vor uns. Das Wetter wechselt sich ab zwischen Nebel und Sonne. Wir kommen gut voran und finden einen Übernachtungsplatz bei Valladolid. Sehr ruhig und einsam.


Nur am Abend hören wir zuerst Glockengebimmel und dann sehen wir, wie wenige Meter neben uns eine Ziegenherde vorbei getrieben wird. Aber auch dieses Gebimmel verschwindet irgendwann in der Ferne.

Freitag, 16. November 2018

Ondres-Plage 295 km


In aller Frühe geht Achim Baguette kaufen – vom Bäcker direkt. Damit haben wir alle Quellen ausgeschöpft. Der Bäcker siegt. Jetzt sind wir neugierig auf die spanische Variante. Wir wollen gerade aufbrechen, da sehen wir neben uns ein Womo mit der Aufschrift “Womo Iberico”. Wir machen uns mit einander bekannt. Es ist tatsächlich ein Pärchen, deren Hinweise auf Stellplätze in Spanien und Portugal wir schon seit ein paar Jahren verfolgen und nun auch befolgen wollen. Wir bedanken uns für die viele Arbeit, die so ein Blog macht. Das scheint die Urheber zu freuen. Leider fahren sie gen Norden während wir jetzt weiter Richtung Südwesten unterwegs sind. Kurz hinter Bordeaux werden wir geblitzt. Dabei wissen wir nicht, was wir hier falsch gemacht haben sollen. Wir waren auf der Autobahn zwischen Lkw mit erlaubter Geschwindigkeit unterwegs – glauben wir jedenfalls. Vielleicht und hoffentlich ist es ein Fehlalarm gewesen. Unterwegs ist es immer wieder sehr nebelig. Aber in Ondres-Plage, unserem heutigen Ziel, scheint die Sonne vom blauen Himmel herunter. Es ist angenehm warm. Wir zögern nicht lange und holen unsere Stühle aus dem Womo und setzen uns in die Sonne.
Als sie tiefer sinkt, brechen wir aber wieder ab und klönen ein bisschen mit einem niederländischen Paar, dass gerade von Portugal nach Hause fährt. Erfahrungsaustausch. Anschließend spazieren wir zum Strand. Es ist schon toll, wie die Wellen hier am Atlantik sich mächtig ins Zeug legen.
Blickt man am Strand zur Düne hoch, sieht man, was diese Wellen und wahrscheinlich auch der Wind so anrichten können.
Zurück am Womo treffen wir neben uns auf ein deutsches Paar, das morgen in die gleiche Richtung will wie wir, aber noch viel weiter, nämlich nach Marokko. Wir bringen vorsichtshalber die spanische Warntafel an unserem Fahrradträger an. Zwar wissen wir nicht, ob das wirklich Pflicht ist, da wir den Träger gar nicht nutzen. Aber genau wissen wir es nicht.

Donnerstag, 15. November 2018

Roullet 360 km



Puh, ist das kalt hier! Achim opfert sich und will ein Baguette vom Bäcker kaufen. Auf dem Weg dorthin kommt er auf dem Marktplatz vorbei, wo die Markbeschicker ihre Wagen aufbauen. Auch ein Backwarenwagen ist dabei. Und der ist schon fertig. Achims Nase führt ihn direkt dorthin. So kann er sich die restlichen fünfzig Meter sparen, kauft das Baguette und kommt zurück. Wir stellen eine Qualitätsreihenfolge auf. 3. Platz Autobahn-, 2. Platz Lidl-, 1. Platz Bäcker-Baguette (also das von heute). Kaum sind wir mit dem Frühstück durch, da verabschieden sich unsere Freunde. Sie wollen bzw. müssen nach Norden. So bleibt uns nichts anderes übrig, als (hoffentlich nur vorerst) allein nach Südwesten weiter zu fahren. Auf den ersten Kilometern begleitet uns dichter Nebel. Wir kommen aber trotzdem gut voran auf gut ausgebauten Straßen, teilweise sogar vierspurig. Dann siegt wieder die Sonne. Nach einer kurzen Pause an einer sog. Aire und einem Tankstopp an einem Supermarkt, wo der Sprit relativ günstig ist, kommen wir in Roullet an. Hier waren wir vor Jahren schon einmal. Ein einfacher, aber netter Platz. Unseren Nachmittagskaffee genießen wir im Freien auf einer Bank vor dem Womo. Das haben wir schon lange vermisst.



Aber dann sinkt die Sonne doch tiefer und es wird kühler. Wir machen noch einen kleinen Bummel durch den Ort und verkriechen uns in unser Womo.

Mittwoch, 14. November 2018

Lapalisse 125 km


Kalt und nebelig startet der Morgen. Da fällt uns das Aufbrechen leicht.
Da fällt uns das Aufbrechen leicht. Zumal neben uns ein Franzose sein Womo ewig warmlaufen lässt. Die Geräuschkulisse geht ja noch, aber der Gestank ist widerlich. Keine Ahnung, was der getankt hat. Mal abgesehen davon, dass so ein Verhalten sicher auch in Frankreich verboten ist, so etwas ist einfach rücksichtslos.Wir wollen nach Lapalisse, wo Freunde auf uns warten. Doch wie kommen wir aus dem Ort heraus? Unser Navi steuert über eine Baustelle auf ein enges Tor zu. Ob wir da durchpassen? Zum Glück müssen, können und dürfen wir unmittelbar vor dem Tor nach links abbiegen. Dann schleichen wir durch den grauen Tag einige Kilometer bis zu einem Einkaufszentrum, wo wir unsere Vorräte auffüllen. Vor allem brauchen wir Trinkwasser. Wir haben einmal gelernt, dass wir dort, wo es Trinkwasser in großen Mengen im Supermarkt gibt, dieses auch trinken sollte; und nicht das, welches aus den Wasserhähnen kommt. Ob das stimmt, wissen wir nicht, wollen es aber auch nicht darauf ankommen lassen. Nach einem Tankstopp, der die Kreditkarte glühen lässt, geht es weiter. Erst als wir Lapalisse erreichen, lässt der Nebel nach und gibt der Sonne eine Chance. Diese müht sich redlich und gewinnt.





Mit unseren Freunden machen wir eine kleine Stadtbesichtigung und Cachetour mit zufriedenstellendem Erfolg. 







Dann beschließen wir den Tag bei einer gemütlichen Kaffeerunde.