Hält
ein Ire neben uns, kurbelt sein Fenster runter und meint, in ein paar
Minuten kämen hier jede Menge Pkw zum Parken (wegen einer
Delfin-Tour mit einem Ausflugsschiff). Die könnten uns einkesseln.
Gut dass wir schon fast wieder fahrfertig sind. Da fahren wir doch
gleich los zur Spitze dieser Halbinsel, genannt Loop Head.
Ein hübsch anzusehender Leuchtturm wartet dort auf uns und auch ein
paar Klippen – und zwei Caches. Wie wir später feststellen, sind
diese Klippen zwar etwas kleiner als die von Moher. Aber auch nicht
schlecht. Den Leuchtturm wollen wir aber nicht besteigen. Hier wird
unsere Heritage Card nicht akzeptiert und der Preis erscheint uns für
das Gebotene doch etwas hoch. Nach einer kleinen Wanderung bei
strahlendem Sonnenschein, so etwas muss man ausnutzen, fahren wir
nach Lahinch. Dort soll ein schöner Kitestrand sein. Doch schon von
weitem sehen wir, der Ort ist übervoll. Wir rollen zwar noch zum
Parkplatz, kehren aber um. Da haben wir mit unseren Womos kaum eine
Chance. Wir geben Anja und Erwin Bescheid, dass sie sich diesen
Anlaufpunkt sparen können. So fahren wir weiter zu den berühmten
Cliffs of Moher. Als erstes sehen wir einen recht großen Parkplatz,
der zumindest von weitem auch recht voll ausschaut. Wir probieren
unser Glück und fahren zum Kassenhäuschen. Dort wird die Parkgebühr
kassiert und wir werden auf den gegenüber liegenden Busparkplatz
geschickt – glauben wir zumindest. Da scheint aber ein
Missverständnis vorzuliegen. Am Busparkplatz werden wir empfangen,
dürfen dort aber nicht parken. Also wieder zurück auf den Parkplatz
für Normalsterbliche.
Wir halten irgendwo in zweiter Reihe. Achim geht zu einem der
Parkwächter und fragt, wo er denn parken soll. Großes Achselzucken.
Vielleicht könnten wir uns ja irgendwo quer stellen. Achim zeigt auf
unser Womo. Nein, doch nicht. Es hilft nichts. Achim muss sich selbst
eine passende Lücke suchen, gibt dann dem Parkwächter Bescheid und
parkt ein. Kurze Zeit später muss Achim das gleiche Spiel
wiederholen, als Anja und Erwin eintreffen. Dann erobern wir die
Cliffs of Moher. Was für ein Menschenauflauf! Die Cliffs geraten
dabei etwas in den Hintergrund. Man schiebt sich so mit den Massen
erst in die eine Richtung, dann zurück und in die andere Richtung.
Die einen marschieren dort, wo man soll, die anderen (mutig bis sehr
mutig) näher am Rand der Klippen. Fotos werden mit dem Selfiestick
so gemacht, dass es noch mutiger aussieht. Natürlich schießen auch
wir jede Menge Bilder. Das Postkartenbild darf auch nicht fehlen.
Resumé: Hübsch, aber etwas überbewertet. Allein das Parkchaos
ist unglücklich und unnötig. Wer Touristentreffs mit vielen
Menschen mag, ist hier richtig. Wer Natur mag, sollte sich diesen
Besuch überlegen.
