Dienstag, 5. Juli 2016

Cliffs of Moher 100 km


Hält ein Ire neben uns, kurbelt sein Fenster runter und meint, in ein paar Minuten kämen hier jede Menge Pkw zum Parken (wegen einer Delfin-Tour mit einem Ausflugsschiff). Die könnten uns einkesseln. Gut dass wir schon fast wieder fahrfertig sind. Da fahren wir doch gleich los zur Spitze dieser Halbinsel, genannt Loop Head. 

Ein hübsch anzusehender Leuchtturm wartet dort auf uns und auch ein paar Klippen – und zwei Caches. Wie wir später feststellen, sind diese Klippen zwar etwas kleiner als die von Moher. Aber auch nicht schlecht. Den Leuchtturm wollen wir aber nicht besteigen. Hier wird unsere Heritage Card nicht akzeptiert und der Preis erscheint uns für das Gebotene doch etwas hoch. Nach einer kleinen Wanderung bei strahlendem Sonnenschein, so etwas muss man ausnutzen, fahren wir nach Lahinch. Dort soll ein schöner Kitestrand sein. Doch schon von weitem sehen wir, der Ort ist übervoll. Wir rollen zwar noch zum Parkplatz, kehren aber um. Da haben wir mit unseren Womos kaum eine Chance. Wir geben Anja und Erwin Bescheid, dass sie sich diesen Anlaufpunkt sparen können. So fahren wir weiter zu den berühmten Cliffs of Moher. Als erstes sehen wir einen recht großen Parkplatz, der zumindest von weitem auch recht voll ausschaut. Wir probieren unser Glück und fahren zum Kassenhäuschen. Dort wird die Parkgebühr kassiert und wir werden auf den gegenüber liegenden Busparkplatz geschickt – glauben wir zumindest. Da scheint aber ein Missverständnis vorzuliegen. Am Busparkplatz werden wir empfangen, dürfen dort aber nicht parken. Also wieder zurück auf den Parkplatz für Normalsterbliche. 

Wir halten irgendwo in zweiter Reihe. Achim geht zu einem der Parkwächter und fragt, wo er denn parken soll. Großes Achselzucken. Vielleicht könnten wir uns ja irgendwo quer stellen. Achim zeigt auf unser Womo. Nein, doch nicht. Es hilft nichts. Achim muss sich selbst eine passende Lücke suchen, gibt dann dem Parkwächter Bescheid und parkt ein. Kurze Zeit später muss Achim das gleiche Spiel wiederholen, als Anja und Erwin eintreffen. Dann erobern wir die Cliffs of Moher. Was für ein Menschenauflauf! Die Cliffs geraten dabei etwas in den Hintergrund. Man schiebt sich so mit den Massen erst in die eine Richtung, dann zurück und in die andere Richtung. Die einen marschieren dort, wo man soll, die anderen (mutig bis sehr mutig) näher am Rand der Klippen. Fotos werden mit dem Selfiestick so gemacht, dass es noch mutiger aussieht. Natürlich schießen auch wir jede Menge Bilder. Das Postkartenbild darf auch nicht fehlen.

Resumé: Hübsch, aber etwas überbewertet. Allein das Parkchaos ist unglücklich und unnötig. Wer Touristentreffs mit vielen Menschen mag, ist hier richtig. Wer Natur mag, sollte sich diesen Besuch überlegen.