Donnerstag, 23. Juni 2016

Cobh 2. Tag


Die Nacht ist wieder einmal sehr ruhig, auch wenn eine Bahnlinie direkt hinter uns verläuft. Aber in der Nacht ist wenig oder gar kein Zugverkehr. Jedenfalls hören wir nichts und schlafen tief und fest. Erst gegen Morgen beginnt der Zugverkehr wieder. Dann erinnert Achim das Geräusch an eine Zeile in einem Country-Song: "A freight train is running through my head." (Ein Güterzeug rauscht durch meinen Kopf.) Dies sorgt für einen kurzen Moment des Erwachens, dann fällt er wieder in den Schlaf; bis ein hinter uns parkender Lkw-Fahrer seinen Diesel anwirft, die Leerlaufdrehzahl erhöht und darauf wartet, dass seine Druckluftbremsen den nötigen Druck aufgebaut haben. Nachdem es soweit ist, fährt er weg und hinterlässt uns hellwach. Nun können wir auch aufstehen. Wir einigen uns auf eine Fahrrad- und Cachetour für den heutigen Tag. Es soll zumindest vorerst schön sonnig und trocken bleiben. Vorerst! Wir radeln von unserem Platz aus gesehen ostwärts, vorbei an einem Auswandererdenkmal. 

Dann bleiben wir in Ufernähe und geraten zweimal in eine Sackgasse. In der zweiten treffen wir einen irischen Womofahrer, der uns den Weg weist und vorwarnt, wie idyllisch und vor allem eng es auf unserer geplanten Strecke sein wird. Er soll recht behalten. Wir geraten in die kleinsten Sträßchen, Wege und Pfade. Zweimal erkunden wir sogar zu Fuß, ob wir mit den Fahrräder weiterkämen. Schließlich müssen wir für vielleicht einhundert Meter Luftlinie einen mehrere Kilometer weiten Umweg fahren. Das Ganze geht oft steil bergab und leider auch bergauf. Gut dass wir E-Bikes haben. Mit normalen Fahrrädern hätten wir schon längst aufgegeben. Außerdem stellen wir fest, dass die hiesigen GPS-Daten für Geocaches oft nur als Anhalt dienen. Zweimal wird ein Cache rechts eines Weges symbolisiert, während er sich tatsächlich links davon befindet. Wir sind aber zu viert mit acht Augen und dem Glück der Tüchtigen. Auf dem Rückweg kaufen wir noch schnell bei Aldi und Lidl ein und bewundern das "sichere" Abstellen eines Fahrrades. Ein Suchbild: Wo ist hier etwas falsch? 

Ein kleiner Tipp: Manche Sperren kann man ganz einfach aushebe(l)n. Gefunden? Doch wir hätten uns hier nicht so lange aufhalten sollen. Jetzt erwischt uns ein etwas länger anhaltender Regenschauer auf den letzten unserer fast fünfundzwanzig Kilometer.