Was
für eine Nacht! Schon die letzten Tage hörten wir abends ein paar
Takte Musik. Das war aber immer schnell wieder vorbei. Jetzt wissen
wir: Es handelte sich nur um ein paar Soundchecks. Diese Nacht so
gegen 10 Uhr ging es dann los. Wie wir erfahren haben, gibt es in der
Nähe ein ehemaliges Autokino. Da aber Autos heutzutage alle
digitalisiert und internetfähig sind, fahren sie nicht mehr ins
Kino, sondern schicken ihre Insassen dorthin, um sich an Open Air –
Musik zu ergötzen. Schon Wilhelm Busch wusste, dass selbige mit
Geräusch verbunden und deshalb oft als störend wird empfunden. In
voller Lautstärke wurde alles gespielt: vom Alpenschlagersternchen
bis hin zum Hardcore-Techno, sogar in deutscher Sprache wurde alles
geboten. Nur Country und Rock `n Roll nicht. Es war also für jeden
etwas dabei, nur nicht für uns. Aber uns fragt ja keiner. Das letzte
Mal habe ich kurz nach 4 Uhr morgens auf die Uhr geschaut. Dann muss
ich wohl auch bewusstlos geworden sein. Dementsprechend gerädert
wachen wir heute Morgen auf. Unsere Nachbarn erklären uns, so
richtig los gehe es ab Dienstag. Dann wären hier ganz besondere
Feiern angesagt. Ich hasse solche Schwarzmalerei. Aber weiter im
Text. Mehr oder weniger im Halbschlaf radeln wir zum Chinaladen, um
anschließend an die Promenade und an den Strand zu fahren – zum
Ausruhen. Karin vor mir knackt. Eigentlich ist es nicht Karin selbst,
sondern eines Ihrer Klapppedale, jetzt als Knackpedal. Ich untersuche
es etwas genauer: gebrochen. Wir tauschen die Räder und tasten uns
vorsichtig vom Chinaladen zurück zum Womo. Karin geht in die
Horizontale und Achim fährt zum Decathlon, um neue Pedale zu kaufen.
Zurück am Womo Pedaltausch. Logisch, dass sich das passende Werkzeug
ein paar Tausend Kilometer nördlich befindet. Aber irgendwie geht es
schon. Ob die Reparatur auf Dauer erfolgreich war, wird die nächste
Radtour zeigen. Jetzt haben wir Hunger und werfen den Grill an.
Eigentlich inzwischen etwas zu spät, denn es wird schon frischlich.
Das Essen wärmt. Wir gehen abwaschen und verziehen uns ins Womo. In
der Ferne hören wir wieder rhythmische Geräusche. Bitte nicht!!!
Samstag, 30. November 2019
Freitag, 29. November 2019
San Javier – 3 Radtour
Nächste
Woche ist viel Wind und Regen vorausgesagt. Da wollen wir lieber
schon mal unsere Vorräte auffüllen, bevor wir gezwungen werden, bei
Wind und Regen aus dem Womo raus zu müssen. Also werden die
Fahrradtaschen angebracht und los geht es zu Lidl. Wir kaufen ein und
packen unsere Taschen voll. Nun geht es zurück zum Womo zum Ausladen
und Verstauen. Schon geht es los zur nächsten Tour, diesmal zu
Mercadona, um frischen Fisch zu kaufen. Auf dem Rückweg kommen wir
an einem Arbeiter vorbei, der sich wirklich sehr in seine Arbeit
vertieft hat.
Wir
halten an, machen ein Foto und fahren weiter, aber erst nachdem wir
uns überzeugt haben, dass er sich noch bewegt und es ihm gut geht.
Jetzt wieder ausladen und verstauen. Jetzt haben wir uns erst einmal
eine kleine Imbisspause verdient. Doch wir trödeln nicht lange,
sondern starten jetzt unsere eigentlich Radtour für heute. Wir
wollen nach Los Alcazares, ein paar Caches einsammeln und nebenbei
die uns bekannten Stell- und Campingplätze inspizieren. Die ersten
beiden Plätze finden wir in etwa so vor, wie wir sie in Erinnerung
haben. Schön, preislich naja, teilweise voll und viel reserviert und
vor allem laut wegen der Düsenjets. Als wir an den Strand kommen,
sind die Eindrücke sehr gespalten. Von der Ortsseite aus betrachtet,
richtig malerlisch mit den hübschen Palmen. Vom Strand aus sind noch
ein paar Spuren der Überschwemmungen von vor ein paar Monaten zu
sehen. Aber es wird daran gearbeitet.
Wir
radeln weiter und finden einen neuen wirklich hübschen Platz – auf
den ersten Blick. Leider nur teilweise. Die andere Platzhälfte ist
noch ganz Baustelle und vermutlich mit dem entsprechenden Lärm.
Nun
reicht es für heute und wir machen uns auf den Rückweg. Schließlich
ist jetzt auch Kaffeezeit. Wir gehen fast nahtlos zum Abendessen über
– Doraden - lecker!
Donnerstag, 28. November 2019
San Javier – 2 Isa und Helmut bei uns
Am
Morgen ist es doch wieder recht frisch. Das liegt wohl am glasklaren
Himmel. Aber die Sonne hat Kraft genug und im Nu wird es wieder
mollig warm. Man muss nur etwas später aus den Federn klettern und
geduldig warten. Wir nehmen die Fahrräder und machen zwei kleine
Abstecher zu einem Chinaladen und zu Aldi. Beides liegt hier schön
nah am Stellplatz. Fast könnte man zu Fuß dorthin laufen. Aber
radeln geht natürlich leichter und schneller. Als wir wieder zurück
am Womo sind, dauert es nicht lange und Freunde von uns, Isa und
Helmut, besuchen uns auf dem Stellplatz. Die beiden kommen aus Pinar
de la Horadada, wo sie zur Zeit auf einem Campingplatz untergekommen
sind. Im Schlepptau haben sie zwei Campingnachbarn. Jetzt sind bei
uns die Stühle zu knapp. So begeben wir uns zu der platzeigenen
Gastronomie, wo wir einen kleinen Schluck zu uns nehmen und klönen.
Leider haben unsere Gäste sehr wenig Zeit und müssen viel zu
schnell weiter. Da gäbe es noch so viel zu erzählen. Das müssen
wir nun aber vertagen. Als wir allein zurück an unserem Womo sind,
hören wir die Flugzeuge der Kunstflugstaffel von nebenan.
Glücklicherweise liegt unser Stellplatz parallel zur Start- und
Landebahn und nicht in der Abflug- bzw. Einflugschneise. Sonst wäre
der Lärm kaum auszuhalten. So aber genießen wir eine kostenlose
Vorführung zum Feierabend.
Mittwoch, 27. November 2019
San Javier 210 km
Über
die Temperaturen können wir uns wirklich nicht beklagen. Das
Außenthermometer zeigt 17° an. Im Womo ist es natürlich noch
wärmer. Mit Kaffee gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg und
fahren über das Landesinnere, also ohne mautpflichtige Straßen,
nach San Javier. Ca. 20 km vor dem Ziel wird es fahrtechnisch etwas
kompliziert. Aber alle Navis sind sich einig und Achim fügt sich den
Anweisungen. Ob das aber wirklich der ideale Weg war, wird stark
bezweifelt. Auf jeden Fall haben wir eine schöne Gegend, und zwar
sehr viel Gegend, gesehen.
In San Javier wird es auch nicht weniger
kompliziert, weil die Zufahrt zu dem neuen Stellplatz zumindest für
unsere Augen nicht ausgeschildert ist. Wir tasten uns rein nach
GPS-Daten vor und kommen kurz nach Mittag an. Leider ist der Platz
fast ganz voll. Wir bekommen zwar noch einen Platz, aber nur bis
Mitte Dezember. Dann müssen wir spätestens wieder weiter ziehen.
Schade! Wir wären hier gerne über Weihnachten geblieben. Wir werden
sehen. Unser Platz ist auch lang genug, aber sehr schmal. Deshalb
behelfen sich andere Camper, in dem sie zwei nebeneinander liegende
Plätze belegen. Das schränkt natürlich die Gesamtzahl der Plätze
ein. Aber da kann man nichts machen. Nachdem wir uns eingerichtet
haben, genießen wir die Sonne neben unserem Womo. Allerdings, man
mag es kaum glauben, suchen wir bald den Schatten.
| Ehrlich, wir haben hier keine Buchstaben geklaut. |
Auch hier sind es
noch über 25°. Erst als gegen Abend die Sonne untergeht, wird es
angenehm kühl. Schon ein bisschen schizophren: Erst die Sonne suchen
und dann sich in den Schatten verziehen und auf Abkühlung warten.
Was mögen wohl die Menschen im deutschen Winter denken?
Dienstag, 26. November 2019
Daimus 235 km
Schnell
sind wir heute Morgen startfertig. Dann geht es los, weiter ab in den
hoffentlich warmen, sonnigen Süden. Wir vermeiden wieder die
mautpflichtige Autobahn und kurven durch die Berge. Hier wird auf
nette Weise vor langsamen Lkw gewarnt. Auf der Hochebene über
Castellon passieren wir einen kleinen Flugplatz.
Nach
gut 3 Stunden erreichen wir unser heutiges Ziel, Daimus. Hier hat
sich nicht viel verändert. Allerdings ist der Platzwart neu. Achim
spricht ihn auf Spanisch an und er antwortet in perfektem Deutsch. So
geht alles ein bisschen leichter. Er weist uns einen schönen,
sonnigen Platz zu. Wir richten uns ein und setzen uns in die Sonne.
Der Unterschied zu Peniscola ist jetzt, dass nicht nur die Luft warm
ist, sondern auch der Wind. Sehr angenehm. Nach leichter Hautrötung
und Plausch mit den Nachbarn ziehen wir uns ins Womo zurück, weil es
nun dunkel wird.
Montag, 25. November 2019
Peniscola – 5 – Kleine Erkundungstour 2
Unser
letzter Tag in Peniscola. Die Sonne scheint kräftig. Hier ist ein
Kommen und Gehen. Kaum ist ein Platz leer, wird er schon wieder
gefüllt. Wir satteln unsere Fahrräder und erkunden heute die
andere Richtung und – besonders erwähnenswert – kurzärmelig! Es
gibt aber nicht viel Neues. Wir fahren noch bis zum Lidl zum
Einkaufen und dann wieder zurück zum Womo. Weil es so schön ist,
setzen wir uns bis zum späten Nachmittag in die Sonne. Dann packen
wir zusammen und bereiten unsere morgige Abfahrt vor.
Sonntag, 24. November 2019
Peniscola – 4- Kleine Erkundungstour
Der
Wind war schon wirklich heftig. In der Nacht wurden wir kräftig
geschüttelt. Auch am Morgen ist es noch sehr unruhig. Erst gegen
Mittag beruhigt sich das Wetter und wir trauen uns aus dem Womo
heraus. Wir nehmen unsere Fahrräder und machen eine kleine
Erkundungstour. Zuerst geht es runter an die Promenade, wo wir
schnell einen Cache loggen. Es folgt ein Kurzbesuch auf einem
Wohnmobilstellplatz, der aber wirklich nur als Notlösung taugt, denn
es ist nur ein Parkplatz mit Übernachtungserlaubnis. Der nächste
Halt gilt unserem bekannten Chinaladen, der leider geschlossen hat,
obwohl er früher auch am Sonntag geöffnet hatte.
Die Schilder am
Eingang lassen allerdings vermuten, dass nur noch ein Räumungsverkauf
stattfindet. Schade. Vorbei am Mercadona geht es wieder zurück zu
unserem Stellplatz. Zuerst versteckt sich die Sonne. Aber dann lockt
sie uns noch für ein paar Minuten heraus. Man kann auch
Kleinigkeiten genießen.
Samstag, 23. November 2019
Peniscola – 3 – Windtag
Wie
angekündigt wird es heute windig. Karin macht ihre letzte Wäsche.
Die ist auch schnell trocken. Wir räumen alles schön sicher ins
Innere des Womos. Dann zeigt sich uns ein Farbenspiel am Himmel.
Besser wir lassen die Fernsehantenne heute eingefahren. So machen es
auch die meisten anderen Camper. Nur die mit einer separaten Schüssel
auf einem Dreibein haben da keine Probleme. Wir haben sowieso keine
Zeit zum Fernsehen, denn heute gibt es wieder Fisch – und zwar
leckere Langustinos.
Freitag, 22. November 2019
Peniscola – 2 - Putztag
Nach
einer angenehmen und (relativ) lauen Nacht ist es am frühen Morgen
doch etwas frischlich. Also muss die Heizung ran, wenn auch nur kurz,
denn die Sonne scheint wieder durch die Windschutzscheibe und wärmt.
Wir entschließen uns für einen Putztag. Karin säubert das Womo
innen und wäscht die bisher angefallenen Kleidungsstücke. Achim
kümmert sich um das Womo von außen. Mit unserer ausziehbaren Leiter
kann er das Dach säubern und anschließend die Außenseiten.
Man
glaubt nicht, wie viel Dreck da unterwegs zusammen gekommen ist. Am
späten Nachmittag sind wir beide fertig, gerade rechtzeitig, um dem
nun einsetzenden Regen zu entgehen.
Donnerstag, 21. November 2019
Peniscola 280 km
Heute
geht es wirklich ab in wärmere Gefilde. Wir wollen unser Glück in
Peniscola versuchen. Seit Jahren ist dies unser erster wirklicher
Anlaufpunkt in Spanien. Hier ist es zwar nach unserer Erfahrung noch
nicht so warm wie etwas weiter südlich am Mar Menor, aber doch schon
ganz gut auszuhalten. Wir kurven noch ein wenig durch die Berge bis
es schließlich fast nur noch bergab geht und wir östlich von
Tarragona am Mittelmeer landen. Hier folgen wir einige Kilometer der
Küste bis Peniscola, wo wir noch einmal voll tanken, unsere Vorräte
mit Doraden, Langustinos und Naranjas ergänzen, unsere Gasflasche
füllen und unser Womo an einem Autowaschplatz vom gröbsten Schmutz
befreien. Dann laufen wir auf einem unserer Lieblingscamping- und
Stellplätze ein. Leider ist es hier immer sehr voll, so dass wir die
letzten Jahre immer wieder abgewiesen wurden. Heute aber haben wir
Glück und können uns sogar einen schönen Platz aussuchen. Jetzt
heißt es nur noch Stühle raus in die Sonne stellen, Kaffee und
Orangen auf den Tisch, Füße hoch und genießen. Am Abend müssen
schon mal die leckeren Doraden dran glauben.
Mittwoch, 20. November 2019
Spanien -Avinyo 190 km
Am
Morgen geht der Wecker an. Wir einigen uns, noch eine halbe Stunde
zuzugeben. In der Ruhe liegt die Kraft. Dann lassen wir es ganz
gemütlich angehen. Wobei das aber auch nicht so einfach ist. Wir
wollen heute weiter mautfrei fahren. Da müssen wir uns erst halb
durch Narbonne „kreiseln“ und dann einige Kilometer später durch
Perpignon. Hier bemerken wir, dass unser eingebautes Navi mal eine
Kartenerneuerung bräuchte. Aber Karin gibt auch so anhand Google
Maps die richtigen Anweisungen. So kommen wir gut durch und erklimmen
die Pyrenäen. Das ist halb so schlimm. Auf der spanischen Seite
angekommen, dürfen wir jetzt 10 km/h schneller fahren als in
Frankreich, müssen aber auf die vielen Blitzer acht geben. Kurz vor
Girona rätseln wir wie beim letzten Mal, ob und wie weit die
Autobahn hier mautfrei ist. Wir ignorieren die Autobahn und bleiben
einfach auf der Nationalstraße. Das geht auch ganz gut. Schließlich
biegen wir in Richtung Vic ab und suchen einen Parkplatz für die
Mittagspause. Das hätten wir aber besser wissen müssen. Die Spanier
sind mit ihren Parkplätzen auf den freien Autobahn recht geizig. Wir
finden keinen einzigen bis Vic. Da wir nun schon so weit gekommen
sind, können wir auch bis Avinyo durch fahren, wo wir nach über 4
Stunden endlich eine Pause und auch gleich Station machen für heute.
Nach dem obligatorischen Kaffee machen wir noch einen kleinen
Spaziergang (mit Cache). Eigentlich wollten wir ganze 2 Caches
suchen, aber bei dem zweiten treffen wir auf eine große
Kindergartentruppe, die sich hier tummelt und eine Cachesuche
unmöglich macht.
Dienstag, 19. November 2019
Gruissan 2 – Ruhetag
Endlich
können wir mal wieder ausschlafen. Wir machen einen Tag Pause und
wollen keine Kilometer fressen. Zudem ist es hier auch einigermaßen
warm. Die Sonne scheint. Man darf sich nur nicht dem Wind aussetzen,
was aber gar nicht so einfach ist. Nicht umsonst heißt dieser Platz
„Quatre Vents“. Wir unternehmen eine kleine Wanderung durch den
Ort. Zwischen den Häusern ist es ganz angenehm, aber auf der
Wasserseite bläst der eisige Wind von den schneebedeckten Bergen.
Wir
erklimmen die Burgruine, wo wir uns gut am Geländer festhalten
müssen, so stark ist der Wind. Schnell sind wir wieder unten
zwischen den Häusern und laufen zurück zum Womo, wo wir uns eine
ausgiebige Brot- bzw. Baguettezeit gönnen. Es folgt ein bisschen
Ent- und Versorgung und schon geht es auf den Abend zu. Jetzt wird
der Wind auch etwas schwächer.
Montag, 18. November 2019
Gruissan 470 km
Heute
sind uns die Kirchenglocken in Lapalisse gnädig. Wir dürfen
schlafen. Aber diese Ruhe nutzen wir gar nicht aus, denn wir haben
vor, heute bis ans Mittelmeer zu kommen. Den Wetterbericht haben wir
die letzten Tage aufmerksam verfolgt. Da bei Lyon bzw. an der Rhone
Niederschläge vorausgesagt sind, während es über dem Zentralmassiv
trocken bleiben soll, wählen wir die Route A 75 über Millau. Doch
erst muss Achim zum Bäcker und endlich französisches Baguette
besorgen. Achim kennt die Bäckerei schon von unseren letzten
Besuchen. Als Achim zum Bäcker marschiert, wundert er sich schon,
dass ihm kein Mensch mit Baguettes unter dem Arm begegnet. Vielleicht
liegt das an der frühen Stunde? Als er aber noch näher zur Bäckerei
kommt, vermisst er den typischen Duft der frischen Backware. Die
Bäckerei hat geschlossen. Also geht es in den nächsten Tabacladen.
Doch auch hier gibt es keine Baguettes. Der Verkäufer erklärt,
heute sei Montag und da haben die Bäckereien hier geschlossen. Nur
in den Supermärkten am Ortsrand gebe es Baguettes. Pech gehabt! So
müssen wir uns mit dem üblichen Coffeinschub fürs Erste begnügen.
Nach ein paar Kilometern finden wir aber dann doch noch eine
geöffnete Bäckerei mit frischen Baguettes. Der Tag ist gerettet.
Kurz hinter Clermont-Ferrand beginnt es zu regnen. Wozu ist
eigentlich eine Wettervorhersage gut? Zum Glück hört es bald wieder
auf. Wir sehen auch viel Schnee in der Ferne als auch links und
rechts der Autobahn. Kein Wunder, es geht auf über 1100 m hoch.
Die
Bahn selbst ist aber frei bzw. geräumt. Nach der Passhöhe können
wir auf 850 m sogar bei Sonnenschein eine Pause machen.
Schließlich
erreichen wir die Brücke bei Millau, die wir auch trotz Maut
benutzen, um etwas Zeit zu sparen.
Allerdings
behauptet unser Navi, dass die Ersparnis nur bei etwa 5 Minuten
liege. Ob das stimmt? Jedenfalls sparen wir bestimmt 10 km. Die sind
allerdings mit 12,90 € auch relativ teuer erkauft. Wir müssen uns
das mal in Ruhe ganz genau überlegen und durchrechnen. Jetzt werden
wir aber schon fast magisch vom Mittelmeer angezogen. Wir müssen vor
allem auf den Landstraßen auf die Geschwindigkeitsbeschränkung von
80 km/h achten. Die Franzosen verstehen da keinen Spaß. Wir kommen
bei strahlendem Sonnenschein in Gruissan an. Wenn der kalte Wind
nicht wäre, hätten wir wahrscheinlich wesentlich mehr als die gut
10°, die unser Außenthermometer anzeigt. Aber immerhin keine
frostigen Temperaturen. Jetzt wird erstmal ausgiebig Pause gemacht
und der Coffeinspiegel wieder justiert.
Sonntag, 17. November 2019
Lapalisse 410 km
Diese
Nacht bleiben wir nicht allein. Gegen Mitternacht parkt ein weiteres
Womo geräuschvoll ein. Tiefschlaf wird überbewertet. Am Morgen
steht noch ein drittes neben uns. Dessen Ankunft haben wir gar nicht
bemerkt. Geht doch! Gegen 5 Uhr rast ein Pkw mit hoher Drehzahl und
überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort. Wir sind wieder wach.
Kurz danach lernen wir, wie gut unser Womo isoliert ist. Dazu müssen
wir etwas ausholen. Wir haben eine Heckgarage, in der wir neben
unseren Fahrrädern auch unsere Evi, eigentlich Efoy, also ein
Stromerzeugungsaggregat, angetrieben durch Methanol, untergebracht
haben. Unsere Gasheizung hält uns den Innenraum angenehm warm,
während wir die Garage nicht beheizen. Das findet unsere Evi zu
kalt, jedenfalls heute Nacht. Mit ihrem typischen Brummen schaltet
sich der Frostschutz an. Normalerweise würden wir das nicht
bemerken, aber da wir schon mal wach sind, eben doch. Nach einer
Stunde geht Evi wieder schlafen. Um 6.45 Uhr läuten gleich 3
Kirchenglocken. Das liegt wohl an der günstigen Lage unseres
Stellplatzes. Außer Millery sind wir in Quasisichtweite bzw.
Hörweite zu 2 weiteren Orten. Und weil heute Sonntag ist, geht auch
gleich danach ein richtiges Kirchengeläut los. Wir werten das nun
endgültig als Signal zum Aufstehen. Wir nehmen uns für heute eine
400 km lange mautfreie Fahrt vor. Schließlich muss man den Sonntag
doch ausnutzen. Doch die ersten anderthalb Stunden verlaufen ziemlich
zäh. Der Nebel wird immer dicker und dicker. Es ist schon selten,
dass wir längere Zeit mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte
fahren. Zum Glück lichtet sich der Nebel dann aber doch bzw.
gefriert an unser Womo.
Wir
finden fast leere, leider oft holprige Straßen vor. Bei dem Wetter
ist außer uns kaum jemand unterwegs. Nur ein paar gelbe Westen sind
unermüdlich. Sie lassen uns aber in Ruhe. So kommen wir ziemlich
ermüdet am späten Nachmittag in Lapalisse an. Wir tanken, was im
Vergleich zu gestern eine finanzielle Katastrophe ist und fahren auf
den recht gut gefüllten Stellplatz. Endlich Ruhe, naja fast: Ein
Stellplatznachbar lässt seinen Motor laufen. Er braucht wohl mehr
Strom als er hat.
Samstag, 16. November 2019
Frankreich - Millery 450 km
Die
Nacht war tatsächlich ruhig. Wir waren auch die einzigen, die hier
übernachtet haben. Naja, so ein Platz bei einem Händler mitten
unter leeren Wohnmobilen hat auch nicht so sehr viel Charme. Wir
starten dennoch recht früh und haben wenig Verkehr in unserer
Richtung. Die Kölner Gegend am Samstag und nicht am Freitag zu
durchfahren, war schon eine gute Idee. Allerdings haben wir nicht
damit gerechnet, dass kurz vor Köln die Rheinbrücke der A1 für
Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist. Das wäre auch nicht so
schlimm, wenn denn eine Ausschilderung uns den rechten alternativen
Weg zeigen würde. Aber nix da. Natürlich gibt es nach der
Sperrankündigung auch keinen Parkplatz, auf dem wir unser Navi
hätten neu programmieren können. Im Gegenteil, als wir von der A1
abfahren, sagt uns unser Navi, dass wir genau auf einen größeren
Stau zufahren und will uns immer wieder auf die A1 zurücklotsen. Das
arme Navi kennt die Sperrung ja nicht. Zum Glück ist Karin im Lotsen
topfit. Achim muss zwar einmal etwas kreativ abbiegen. Aber das
Zusammenspiel klappt hervorragend. So umkurven wir den Stau ganz
elegant, wenn auch etwas zeitaufwändig. Nun finden wir endlich einen
Parkplatz. Eigentlich wollten wir hier auch unsere Gasflasche
auffüllen. Geht aber nicht, denn auf diesem Parkplatz gibt es nur
E-Säulen. Dafür planen wir jetzt unsere Weiterfahrt im großen
Bogen um alle Unabwägbarkeiten herum und fahren fast bis Koblenz, um
dann über die Eifel und Trier nach Luxemburg zu kommen. Natürlich
müssen wir die örtlichen Tankpreise nutzen. Der Diesel kostet hier
1,11 €. In Frankreich liegt er auf der Autobahn bei 1,59 €. Bei
einem fast leeren Tank lohnt sich das allemal. Wegen unserer
Herumkurverei bei Köln brauchen wir für etwa 450 Kilometer über 6
Stunden, allerdings einschließlich Mittagspause. Unser Ziel ist
Millery, wo wir schon ein paar Mal waren.
Hier
hat sich auch kaum etwas verändert. Sogar die Sonne scheint zur
Begrüßung und wärmt unser Womo auf.
Nur
ein Cache eines englischen Wohnmobilisten ist neu. Den können wir
uns nicht entgehen lassen und machen einen kleinen (erfolgreichen)
Spaziergang.
Freitag, 15. November 2019
Kamen 215 km
Heute
lässt die Sonne nicht auf sich warten. Sie ist einfach nicht da.
Somit funktioniert unser „Windschutzscheibenofen“ heute morgen
nicht. Also muss die Heizung ran bei einstelligen Temperaturen. Nach
dem Kaffee halten wir uns auch nicht lange auf, sondern fahren
gemütlich Richtung A2 und dann Richtung Westen. Unser erster Halt
ist Bielefeld, wo wir eine kleine Erledigung im Decathlon-Shop machen
und dann geht es wieder auf die Bahn. Da heute Freitag ist, wollen
wir uns die Kölner Gegend nicht antun und beschließen nur bis zum
Kamener Kreuz zu fahren. Bei einem Wohnmobilhändler kommen wir
unter. Hier ist es zwar sehr eng und nicht gerade berauschend schön.
Aber wir können uns ja nicht in die Sonne setzen, weil nicht da.
Doch da es noch sehr früh am Nachmittag ist, machen wir einen
kleinen Spaziergang. Wie kommen an einem Pkw-Parkplatz (?) vorbei,
der hauptsächlich von Womos genutzt wird.
Nach
zwei kleinen Caches strahlt uns zur Belohnung ein alter Förderturm
an. Dank an die liebe Sonne, die uns für wenige Augenblicke hold
ist. Nun hoffen wir auf eine ruhige Nacht.
Donnerstag, 14. November 2019
Wintertour 2019/20 - Rodewald 120 km
Lange haben wir auf den heutigen Tag hin gearbeitet. Nun geht es endlich wieder los. Unser Womo bringt uns erst mal nach Müden zum Bäcker, wo wir für heute Nachmittag Gebäck einkaufen. Aber darüber weiter unten mehr. Dann fahren wir nach Rodewald, wo wir schon das eine oder andere Mal waren, um den SP zu begutachten. Hier hat sich nichts geändert. Ein paar Kilometer weiter schauen wir uns in Steimbke einen weiteren Platz an. Auch nicht schlecht, aber von hohen Bäumen umgeben. Wir wissen inzwischen, dass hier das abendliche Fernsehen zumindest gefährdet ist.
Nun wird es aber Zeit, unser eigentliches Ziel für heute anzusteuern. Wir wollen einen Familienbesuch in der Nähe des Steinhuder Meeres machen. Doch schnell geht die Zeit vorbei und wir fahren wieder nach Rodewald zum Übernachten. Unterwegs entdecken wir einen tollen Blutmond. Jetzt wäre ein starkes Tele nicht schlecht.
In Rodewald sind wir ganz allein und machen es uns dank bullernder Heizung gemütlich.
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