Samstag, 30. November 2019

San Javier – 4 Schnell vergessen


Was für eine Nacht! Schon die letzten Tage hörten wir abends ein paar Takte Musik. Das war aber immer schnell wieder vorbei. Jetzt wissen wir: Es handelte sich nur um ein paar Soundchecks. Diese Nacht so gegen 10 Uhr ging es dann los. Wie wir erfahren haben, gibt es in der Nähe ein ehemaliges Autokino. Da aber Autos heutzutage alle digitalisiert und internetfähig sind, fahren sie nicht mehr ins Kino, sondern schicken ihre Insassen dorthin, um sich an Open Air – Musik zu ergötzen. Schon Wilhelm Busch wusste, dass selbige mit Geräusch verbunden und deshalb oft als störend wird empfunden. In voller Lautstärke wurde alles gespielt: vom Alpenschlagersternchen bis hin zum Hardcore-Techno, sogar in deutscher Sprache wurde alles geboten. Nur Country und Rock `n Roll nicht. Es war also für jeden etwas dabei, nur nicht für uns. Aber uns fragt ja keiner. Das letzte Mal habe ich kurz nach 4 Uhr morgens auf die Uhr geschaut. Dann muss ich wohl auch bewusstlos geworden sein. Dementsprechend gerädert wachen wir heute Morgen auf. Unsere Nachbarn erklären uns, so richtig los gehe es ab Dienstag. Dann wären hier ganz besondere Feiern angesagt. Ich hasse solche Schwarzmalerei. Aber weiter im Text. Mehr oder weniger im Halbschlaf radeln wir zum Chinaladen, um anschließend an die Promenade und an den Strand zu fahren – zum Ausruhen. Karin vor mir knackt. Eigentlich ist es nicht Karin selbst, sondern eines Ihrer Klapppedale, jetzt als Knackpedal. Ich untersuche es etwas genauer: gebrochen. Wir tauschen die Räder und tasten uns vorsichtig vom Chinaladen zurück zum Womo. Karin geht in die Horizontale und Achim fährt zum Decathlon, um neue Pedale zu kaufen. Zurück am Womo Pedaltausch. Logisch, dass sich das passende Werkzeug ein paar Tausend Kilometer nördlich befindet. Aber irgendwie geht es schon. Ob die Reparatur auf Dauer erfolgreich war, wird die nächste Radtour zeigen. Jetzt haben wir Hunger und werfen den Grill an. Eigentlich inzwischen etwas zu spät, denn es wird schon frischlich. Das Essen wärmt. Wir gehen abwaschen und verziehen uns ins Womo. In der Ferne hören wir wieder rhythmische Geräusche. Bitte nicht!!!

Freitag, 29. November 2019

San Javier – 3 Radtour


Nächste Woche ist viel Wind und Regen vorausgesagt. Da wollen wir lieber schon mal unsere Vorräte auffüllen, bevor wir gezwungen werden, bei Wind und Regen aus dem Womo raus zu müssen. Also werden die Fahrradtaschen angebracht und los geht es zu Lidl. Wir kaufen ein und packen unsere Taschen voll. Nun geht es zurück zum Womo zum Ausladen und Verstauen. Schon geht es los zur nächsten Tour, diesmal zu Mercadona, um frischen Fisch zu kaufen. Auf dem Rückweg kommen wir an einem Arbeiter vorbei, der sich wirklich sehr in seine Arbeit vertieft hat.
Wir halten an, machen ein Foto und fahren weiter, aber erst nachdem wir uns überzeugt haben, dass er sich noch bewegt und es ihm gut geht. Jetzt wieder ausladen und verstauen. Jetzt haben wir uns erst einmal eine kleine Imbisspause verdient. Doch wir trödeln nicht lange, sondern starten jetzt unsere eigentlich Radtour für heute. Wir wollen nach Los Alcazares, ein paar Caches einsammeln und nebenbei die uns bekannten Stell- und Campingplätze inspizieren. Die ersten beiden Plätze finden wir in etwa so vor, wie wir sie in Erinnerung haben. Schön, preislich naja, teilweise voll und viel reserviert und vor allem laut wegen der Düsenjets. Als wir an den Strand kommen, sind die Eindrücke sehr gespalten. Von der Ortsseite aus betrachtet, richtig malerlisch mit den hübschen Palmen. Vom Strand aus sind noch ein paar Spuren der Überschwemmungen von vor ein paar Monaten zu sehen. Aber es wird daran gearbeitet.


Wir radeln weiter und finden einen neuen wirklich hübschen Platz – auf den ersten Blick. Leider nur teilweise. Die andere Platzhälfte ist noch ganz Baustelle und vermutlich mit dem entsprechenden Lärm.


Nun reicht es für heute und wir machen uns auf den Rückweg. Schließlich ist jetzt auch Kaffeezeit. Wir gehen fast nahtlos zum Abendessen über – Doraden - lecker!

Donnerstag, 28. November 2019

San Javier – 2 Isa und Helmut bei uns


Am Morgen ist es doch wieder recht frisch. Das liegt wohl am glasklaren Himmel. Aber die Sonne hat Kraft genug und im Nu wird es wieder mollig warm. Man muss nur etwas später aus den Federn klettern und geduldig warten. Wir nehmen die Fahrräder und machen zwei kleine Abstecher zu einem Chinaladen und zu Aldi. Beides liegt hier schön nah am Stellplatz. Fast könnte man zu Fuß dorthin laufen. Aber radeln geht natürlich leichter und schneller. Als wir wieder zurück am Womo sind, dauert es nicht lange und Freunde von uns, Isa und Helmut, besuchen uns auf dem Stellplatz. Die beiden kommen aus Pinar de la Horadada, wo sie zur Zeit auf einem Campingplatz untergekommen sind. Im Schlepptau haben sie zwei Campingnachbarn. Jetzt sind bei uns die Stühle zu knapp. So begeben wir uns zu der platzeigenen Gastronomie, wo wir einen kleinen Schluck zu uns nehmen und klönen. Leider haben unsere Gäste sehr wenig Zeit und müssen viel zu schnell weiter. Da gäbe es noch so viel zu erzählen. Das müssen wir nun aber vertagen. Als wir allein zurück an unserem Womo sind, hören wir die Flugzeuge der Kunstflugstaffel von nebenan. Glücklicherweise liegt unser Stellplatz parallel zur Start- und Landebahn und nicht in der Abflug- bzw. Einflugschneise. Sonst wäre der Lärm kaum auszuhalten. So aber genießen wir eine kostenlose Vorführung zum Feierabend.

Mittwoch, 27. November 2019

San Javier 210 km

Über die Temperaturen können wir uns wirklich nicht beklagen. Das Außenthermometer zeigt 17° an. Im Womo ist es natürlich noch wärmer. Mit Kaffee gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg und fahren über das Landesinnere, also ohne mautpflichtige Straßen, nach San Javier. Ca. 20 km vor dem Ziel wird es fahrtechnisch etwas kompliziert. Aber alle Navis sind sich einig und Achim fügt sich den Anweisungen. Ob das aber wirklich der ideale Weg war, wird stark bezweifelt. Auf jeden Fall haben wir eine schöne Gegend, und zwar sehr viel Gegend, gesehen.
Ehrlich, wir haben hier keine Buchstaben geklaut.
In San Javier wird es auch nicht weniger kompliziert, weil die Zufahrt zu dem neuen Stellplatz zumindest für unsere Augen nicht ausgeschildert ist. Wir tasten uns rein nach GPS-Daten vor und kommen kurz nach Mittag an. Leider ist der Platz fast ganz voll. Wir bekommen zwar noch einen Platz, aber nur bis Mitte Dezember. Dann müssen wir spätestens wieder weiter ziehen. Schade! Wir wären hier gerne über Weihnachten geblieben. Wir werden sehen. Unser Platz ist auch lang genug, aber sehr schmal. Deshalb behelfen sich andere Camper, in dem sie zwei nebeneinander liegende Plätze belegen. Das schränkt natürlich die Gesamtzahl der Plätze ein. Aber da kann man nichts machen. Nachdem wir uns eingerichtet haben, genießen wir die Sonne neben unserem Womo. Allerdings, man mag es kaum glauben, suchen wir bald den Schatten.
Auch hier sind es noch über 25°. Erst als gegen Abend die Sonne untergeht, wird es angenehm kühl. Schon ein bisschen schizophren: Erst die Sonne suchen und dann sich in den Schatten verziehen und auf Abkühlung warten. Was mögen wohl die Menschen im deutschen Winter denken?

Dienstag, 26. November 2019

Daimus 235 km


Schnell sind wir heute Morgen startfertig. Dann geht es los, weiter ab in den hoffentlich warmen, sonnigen Süden. Wir vermeiden wieder die mautpflichtige Autobahn und kurven durch die Berge. Hier wird auf nette Weise vor langsamen Lkw gewarnt. Auf der Hochebene über Castellon passieren wir einen kleinen Flugplatz. 

Nach gut 3 Stunden erreichen wir unser heutiges Ziel, Daimus. Hier hat sich nicht viel verändert. Allerdings ist der Platzwart neu. Achim spricht ihn auf Spanisch an und er antwortet in perfektem Deutsch. So geht alles ein bisschen leichter. Er weist uns einen schönen, sonnigen Platz zu. Wir richten uns ein und setzen uns in die Sonne. Der Unterschied zu Peniscola ist jetzt, dass nicht nur die Luft warm ist, sondern auch der Wind. Sehr angenehm. Nach leichter Hautrötung und Plausch mit den Nachbarn ziehen wir uns ins Womo zurück, weil es nun dunkel wird.



Montag, 25. November 2019

Peniscola – 5 – Kleine Erkundungstour 2


Unser letzter Tag in Peniscola. Die Sonne scheint kräftig. Hier ist ein Kommen und Gehen. Kaum ist ein Platz leer, wird er schon wieder gefüllt. Wir satteln unsere Fahrräder und erkunden heute die andere Richtung und – besonders erwähnenswert – kurzärmelig! Es gibt aber nicht viel Neues. Wir fahren noch bis zum Lidl zum Einkaufen und dann wieder zurück zum Womo. Weil es so schön ist, setzen wir uns bis zum späten Nachmittag in die Sonne. Dann packen wir zusammen und bereiten unsere morgige Abfahrt vor.

Sonntag, 24. November 2019

Peniscola – 4- Kleine Erkundungstour

Der Wind war schon wirklich heftig. In der Nacht wurden wir kräftig geschüttelt. Auch am Morgen ist es noch sehr unruhig. Erst gegen Mittag beruhigt sich das Wetter und wir trauen uns aus dem Womo heraus. Wir nehmen unsere Fahrräder und machen eine kleine Erkundungstour. Zuerst geht es runter an die Promenade, wo wir schnell einen Cache loggen. Es folgt ein Kurzbesuch auf einem Wohnmobilstellplatz, der aber wirklich nur als Notlösung taugt, denn es ist nur ein Parkplatz mit Übernachtungserlaubnis. Der nächste Halt gilt unserem bekannten Chinaladen, der leider geschlossen hat, obwohl er früher auch am Sonntag geöffnet hatte.
Die Schilder am Eingang lassen allerdings vermuten, dass nur noch ein Räumungsverkauf stattfindet. Schade. Vorbei am Mercadona geht es wieder zurück zu unserem Stellplatz. Zuerst versteckt sich die Sonne. Aber dann lockt sie uns noch für ein paar Minuten heraus. Man kann auch Kleinigkeiten genießen.

Samstag, 23. November 2019

Peniscola – 3 – Windtag


Wie angekündigt wird es heute windig. Karin macht ihre letzte Wäsche. Die ist auch schnell trocken. Wir räumen alles schön sicher ins Innere des Womos. Dann zeigt sich uns ein Farbenspiel am Himmel.
Besser wir lassen die Fernsehantenne heute eingefahren. So machen es auch die meisten anderen Camper. Nur die mit einer separaten Schüssel auf einem Dreibein haben da keine Probleme. Wir haben sowieso keine Zeit zum Fernsehen, denn heute gibt es wieder Fisch – und zwar leckere Langustinos.

Freitag, 22. November 2019

Peniscola – 2 - Putztag


Nach einer angenehmen und (relativ) lauen Nacht ist es am frühen Morgen doch etwas frischlich. Also muss die Heizung ran, wenn auch nur kurz, denn die Sonne scheint wieder durch die Windschutzscheibe und wärmt. Wir entschließen uns für einen Putztag. Karin säubert das Womo innen und wäscht die bisher angefallenen Kleidungsstücke. Achim kümmert sich um das Womo von außen. Mit unserer ausziehbaren Leiter kann er das Dach säubern und anschließend die Außenseiten. 

Man glaubt nicht, wie viel Dreck da unterwegs zusammen gekommen ist. Am späten Nachmittag sind wir beide fertig, gerade rechtzeitig, um dem nun einsetzenden Regen zu entgehen.

Donnerstag, 21. November 2019

Peniscola 280 km


Heute geht es wirklich ab in wärmere Gefilde. Wir wollen unser Glück in Peniscola versuchen. Seit Jahren ist dies unser erster wirklicher Anlaufpunkt in Spanien. Hier ist es zwar nach unserer Erfahrung noch nicht so warm wie etwas weiter südlich am Mar Menor, aber doch schon ganz gut auszuhalten. Wir kurven noch ein wenig durch die Berge bis es schließlich fast nur noch bergab geht und wir östlich von Tarragona am Mittelmeer landen. Hier folgen wir einige Kilometer der Küste bis Peniscola, wo wir noch einmal voll tanken, unsere Vorräte mit Doraden, Langustinos und Naranjas ergänzen, unsere Gasflasche füllen und unser Womo an einem Autowaschplatz vom gröbsten Schmutz befreien. Dann laufen wir auf einem unserer Lieblingscamping- und Stellplätze ein. Leider ist es hier immer sehr voll, so dass wir die letzten Jahre immer wieder abgewiesen wurden. Heute aber haben wir Glück und können uns sogar einen schönen Platz aussuchen. Jetzt heißt es nur noch Stühle raus in die Sonne stellen, Kaffee und Orangen auf den Tisch, Füße hoch und genießen. Am Abend müssen schon mal die leckeren Doraden dran glauben.


Mittwoch, 20. November 2019

Spanien -Avinyo 190 km


Am Morgen geht der Wecker an. Wir einigen uns, noch eine halbe Stunde zuzugeben. In der Ruhe liegt die Kraft. Dann lassen wir es ganz gemütlich angehen. Wobei das aber auch nicht so einfach ist. Wir wollen heute weiter mautfrei fahren. Da müssen wir uns erst halb durch Narbonne „kreiseln“ und dann einige Kilometer später durch Perpignon. Hier bemerken wir, dass unser eingebautes Navi mal eine Kartenerneuerung bräuchte. Aber Karin gibt auch so anhand Google Maps die richtigen Anweisungen. So kommen wir gut durch und erklimmen die Pyrenäen. Das ist halb so schlimm. Auf der spanischen Seite angekommen, dürfen wir jetzt 10 km/h schneller fahren als in Frankreich, müssen aber auf die vielen Blitzer acht geben. Kurz vor Girona rätseln wir wie beim letzten Mal, ob und wie weit die Autobahn hier mautfrei ist. Wir ignorieren die Autobahn und bleiben einfach auf der Nationalstraße. Das geht auch ganz gut. Schließlich biegen wir in Richtung Vic ab und suchen einen Parkplatz für die Mittagspause. Das hätten wir aber besser wissen müssen. Die Spanier sind mit ihren Parkplätzen auf den freien Autobahn recht geizig. Wir finden keinen einzigen bis Vic. Da wir nun schon so weit gekommen sind, können wir auch bis Avinyo durch fahren, wo wir nach über 4 Stunden endlich eine Pause und auch gleich Station machen für heute.
Nach dem obligatorischen Kaffee machen wir noch einen kleinen Spaziergang (mit Cache). Eigentlich wollten wir ganze 2 Caches suchen, aber bei dem zweiten treffen wir auf eine große Kindergartentruppe, die sich hier tummelt und eine Cachesuche unmöglich macht.

Dienstag, 19. November 2019

Gruissan 2 – Ruhetag


Endlich können wir mal wieder ausschlafen. Wir machen einen Tag Pause und wollen keine Kilometer fressen. Zudem ist es hier auch einigermaßen warm. Die Sonne scheint. Man darf sich nur nicht dem Wind aussetzen, was aber gar nicht so einfach ist. Nicht umsonst heißt dieser Platz „Quatre Vents“. Wir unternehmen eine kleine Wanderung durch den Ort. Zwischen den Häusern ist es ganz angenehm, aber auf der Wasserseite bläst der eisige Wind von den schneebedeckten Bergen.

Wir erklimmen die Burgruine, wo wir uns gut am Geländer festhalten müssen, so stark ist der Wind. Schnell sind wir wieder unten zwischen den Häusern und laufen zurück zum Womo, wo wir uns eine ausgiebige Brot- bzw. Baguettezeit gönnen. Es folgt ein bisschen Ent- und Versorgung und schon geht es auf den Abend zu. Jetzt wird der Wind auch etwas schwächer.

Montag, 18. November 2019

Gruissan 470 km


Heute sind uns die Kirchenglocken in Lapalisse gnädig. Wir dürfen schlafen. Aber diese Ruhe nutzen wir gar nicht aus, denn wir haben vor, heute bis ans Mittelmeer zu kommen. Den Wetterbericht haben wir die letzten Tage aufmerksam verfolgt. Da bei Lyon bzw. an der Rhone Niederschläge vorausgesagt sind, während es über dem Zentralmassiv trocken bleiben soll, wählen wir die Route A 75 über Millau. Doch erst muss Achim zum Bäcker und endlich französisches Baguette besorgen. Achim kennt die Bäckerei schon von unseren letzten Besuchen. Als Achim zum Bäcker marschiert, wundert er sich schon, dass ihm kein Mensch mit Baguettes unter dem Arm begegnet. Vielleicht liegt das an der frühen Stunde? Als er aber noch näher zur Bäckerei kommt, vermisst er den typischen Duft der frischen Backware. Die Bäckerei hat geschlossen. Also geht es in den nächsten Tabacladen. Doch auch hier gibt es keine Baguettes. Der Verkäufer erklärt, heute sei Montag und da haben die Bäckereien hier geschlossen. Nur in den Supermärkten am Ortsrand gebe es Baguettes. Pech gehabt! So müssen wir uns mit dem üblichen Coffeinschub fürs Erste begnügen. Nach ein paar Kilometern finden wir aber dann doch noch eine geöffnete Bäckerei mit frischen Baguettes. Der Tag ist gerettet. Kurz hinter Clermont-Ferrand beginnt es zu regnen. Wozu ist eigentlich eine Wettervorhersage gut? Zum Glück hört es bald wieder auf. Wir sehen auch viel Schnee in der Ferne als auch links und rechts der Autobahn. Kein Wunder, es geht auf über 1100 m hoch.

Die Bahn selbst ist aber frei bzw. geräumt. Nach der Passhöhe können wir auf 850 m sogar bei Sonnenschein eine Pause machen.

Schließlich erreichen wir die Brücke bei Millau, die wir auch trotz Maut benutzen, um etwas Zeit zu sparen.

Allerdings behauptet unser Navi, dass die Ersparnis nur bei etwa 5 Minuten liege. Ob das stimmt? Jedenfalls sparen wir bestimmt 10 km. Die sind allerdings mit 12,90 € auch relativ teuer erkauft. Wir müssen uns das mal in Ruhe ganz genau überlegen und durchrechnen. Jetzt werden wir aber schon fast magisch vom Mittelmeer angezogen. Wir müssen vor allem auf den Landstraßen auf die Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 km/h achten. Die Franzosen verstehen da keinen Spaß. Wir kommen bei strahlendem Sonnenschein in Gruissan an. Wenn der kalte Wind nicht wäre, hätten wir wahrscheinlich wesentlich mehr als die gut 10°, die unser Außenthermometer anzeigt. Aber immerhin keine frostigen Temperaturen. Jetzt wird erstmal ausgiebig Pause gemacht und der Coffeinspiegel wieder justiert.

Sonntag, 17. November 2019

Lapalisse 410 km


Diese Nacht bleiben wir nicht allein. Gegen Mitternacht parkt ein weiteres Womo geräuschvoll ein. Tiefschlaf wird überbewertet. Am Morgen steht noch ein drittes neben uns. Dessen Ankunft haben wir gar nicht bemerkt. Geht doch! Gegen 5 Uhr rast ein Pkw mit hoher Drehzahl und überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort. Wir sind wieder wach. Kurz danach lernen wir, wie gut unser Womo isoliert ist. Dazu müssen wir etwas ausholen. Wir haben eine Heckgarage, in der wir neben unseren Fahrrädern auch unsere Evi, eigentlich Efoy, also ein Stromerzeugungsaggregat, angetrieben durch Methanol, untergebracht haben. Unsere Gasheizung hält uns den Innenraum angenehm warm, während wir die Garage nicht beheizen. Das findet unsere Evi zu kalt, jedenfalls heute Nacht. Mit ihrem typischen Brummen schaltet sich der Frostschutz an. Normalerweise würden wir das nicht bemerken, aber da wir schon mal wach sind, eben doch. Nach einer Stunde geht Evi wieder schlafen. Um 6.45 Uhr läuten gleich 3 Kirchenglocken. Das liegt wohl an der günstigen Lage unseres Stellplatzes. Außer Millery sind wir in Quasisichtweite bzw. Hörweite zu 2 weiteren Orten. Und weil heute Sonntag ist, geht auch gleich danach ein richtiges Kirchengeläut los. Wir werten das nun endgültig als Signal zum Aufstehen. Wir nehmen uns für heute eine 400 km lange mautfreie Fahrt vor. Schließlich muss man den Sonntag doch ausnutzen. Doch die ersten anderthalb Stunden verlaufen ziemlich zäh. Der Nebel wird immer dicker und dicker. Es ist schon selten, dass wir längere Zeit mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte fahren. Zum Glück lichtet sich der Nebel dann aber doch bzw. gefriert an unser Womo.
Nebel, noch nicht so dicht
Nebel, gefroren
Wir finden fast leere, leider oft holprige Straßen vor. Bei dem Wetter ist außer uns kaum jemand unterwegs. Nur ein paar gelbe Westen sind unermüdlich. Sie lassen uns aber in Ruhe. So kommen wir ziemlich ermüdet am späten Nachmittag in Lapalisse an. Wir tanken, was im Vergleich zu gestern eine finanzielle Katastrophe ist und fahren auf den recht gut gefüllten Stellplatz. Endlich Ruhe, naja fast: Ein Stellplatznachbar lässt seinen Motor laufen. Er braucht wohl mehr Strom als er hat.

Samstag, 16. November 2019

Frankreich - Millery 450 km


Die Nacht war tatsächlich ruhig. Wir waren auch die einzigen, die hier übernachtet haben. Naja, so ein Platz bei einem Händler mitten unter leeren Wohnmobilen hat auch nicht so sehr viel Charme. Wir starten dennoch recht früh und haben wenig Verkehr in unserer Richtung. Die Kölner Gegend am Samstag und nicht am Freitag zu durchfahren, war schon eine gute Idee. Allerdings haben wir nicht damit gerechnet, dass kurz vor Köln die Rheinbrücke der A1 für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist. Das wäre auch nicht so schlimm, wenn denn eine Ausschilderung uns den rechten alternativen Weg zeigen würde. Aber nix da. Natürlich gibt es nach der Sperrankündigung auch keinen Parkplatz, auf dem wir unser Navi hätten neu programmieren können. Im Gegenteil, als wir von der A1 abfahren, sagt uns unser Navi, dass wir genau auf einen größeren Stau zufahren und will uns immer wieder auf die A1 zurücklotsen. Das arme Navi kennt die Sperrung ja nicht. Zum Glück ist Karin im Lotsen topfit. Achim muss zwar einmal etwas kreativ abbiegen. Aber das Zusammenspiel klappt hervorragend. So umkurven wir den Stau ganz elegant, wenn auch etwas zeitaufwändig. Nun finden wir endlich einen Parkplatz. Eigentlich wollten wir hier auch unsere Gasflasche auffüllen. Geht aber nicht, denn auf diesem Parkplatz gibt es nur E-Säulen. Dafür planen wir jetzt unsere Weiterfahrt im großen Bogen um alle Unabwägbarkeiten herum und fahren fast bis Koblenz, um dann über die Eifel und Trier nach Luxemburg zu kommen. Natürlich müssen wir die örtlichen Tankpreise nutzen. Der Diesel kostet hier 1,11 €. In Frankreich liegt er auf der Autobahn bei 1,59 €. Bei einem fast leeren Tank lohnt sich das allemal. Wegen unserer Herumkurverei bei Köln brauchen wir für etwa 450 Kilometer über 6 Stunden, allerdings einschließlich Mittagspause. Unser Ziel ist Millery, wo wir schon ein paar Mal waren.

Hier hat sich auch kaum etwas verändert. Sogar die Sonne scheint zur Begrüßung und wärmt unser Womo auf.


Nur ein Cache eines englischen Wohnmobilisten ist neu. Den können wir uns nicht entgehen lassen und machen einen kleinen (erfolgreichen) Spaziergang.

Freitag, 15. November 2019

Kamen 215 km


Heute lässt die Sonne nicht auf sich warten. Sie ist einfach nicht da. Somit funktioniert unser „Windschutzscheibenofen“ heute morgen nicht. Also muss die Heizung ran bei einstelligen Temperaturen. Nach dem Kaffee halten wir uns auch nicht lange auf, sondern fahren gemütlich Richtung A2 und dann Richtung Westen. Unser erster Halt ist Bielefeld, wo wir eine kleine Erledigung im Decathlon-Shop machen und dann geht es wieder auf die Bahn. Da heute Freitag ist, wollen wir uns die Kölner Gegend nicht antun und beschließen nur bis zum Kamener Kreuz zu fahren. Bei einem Wohnmobilhändler kommen wir unter. Hier ist es zwar sehr eng und nicht gerade berauschend schön. Aber wir können uns ja nicht in die Sonne setzen, weil nicht da. Doch da es noch sehr früh am Nachmittag ist, machen wir einen kleinen Spaziergang. Wie kommen an einem Pkw-Parkplatz (?) vorbei, der hauptsächlich von Womos genutzt wird.


Nach zwei kleinen Caches strahlt uns zur Belohnung ein alter Förderturm an. Dank an die liebe Sonne, die uns für wenige Augenblicke hold ist. Nun hoffen wir auf eine ruhige Nacht.

Donnerstag, 14. November 2019

Wintertour 2019/20 - Rodewald 120 km

Lange haben wir auf den heutigen Tag hin gearbeitet. Nun geht es endlich wieder los. Unser Womo bringt uns erst mal nach Müden zum Bäcker, wo wir für heute Nachmittag Gebäck einkaufen. Aber darüber weiter unten mehr. Dann fahren wir nach Rodewald, wo wir schon das eine oder andere Mal waren, um den SP zu begutachten. Hier hat sich nichts geändert. Ein paar Kilometer weiter schauen wir uns in Steimbke einen weiteren Platz an. Auch nicht schlecht, aber von hohen Bäumen umgeben. Wir wissen inzwischen, dass hier das abendliche Fernsehen zumindest gefährdet ist.

Nun wird es aber Zeit, unser eigentliches Ziel für heute anzusteuern. Wir wollen einen Familienbesuch in der Nähe des Steinhuder Meeres machen. Doch schnell geht die Zeit vorbei und wir fahren wieder nach Rodewald zum Übernachten. Unterwegs entdecken wir einen tollen Blutmond. Jetzt wäre ein starkes Tele nicht schlecht.


In Rodewald sind wir ganz allein und machen es uns dank bullernder Heizung gemütlich.