Mal
wieder eine regnerische und vor allem stürmische Nacht. Leider auch
wieder ein Beweis dafür, wie Wetterberichte lügen können.
Dummerweise stehen wir auch an einem Gap, also an einer Lücke im
Gebirge. Hier kann sich der Wind so richtig schön in einer Düse
entfalten. Die nächste Nacht wollen wir hier nicht wieder stehen.
Wir verabschieden uns leider auch schon wieder von Anja und Erwin.
Die beiden haben diese Gegend schon erkundet und wollen weiter nach
Süden bzw. ins Landesinnere. Wir wollen noch etwas von den Mountains
sehen. Deshalb fahren wir beizeiten runter zum Visitor Center
Glendalough. Morgens gibt es noch Parkplätze, später nicht mehr,
zumindest nicht für unsere 7x2,50 m. Im Center schauen wir uns einen
kleinen Film an über die irische Geschichte in christlicher
Hinsicht. Dann gehen wir auf Entdeckungstour. Hier gibt es neben
vielen Ruinen und Gräbern auch ein paar relativ gut erhaltene
Gebäude wie altertümliche Kirchen und den obligatorischen Rundturm.
Aber es gibt auch sehr viel Tourismus. Wir wandern ein bisschen
durch die Gegend. Selbst die Bäume machen hier, was sie wollen.
Als wir zu einem der vielen Wasserfälle kommen, fängt es wieder an
zu regnen. (Eigentlich müssen wir uns das nur einbilden, denn die
Wetterberichte behaupten wieder etwas anderes.) Zum Glück haben wir
diesmal vorgesorgt und Regenkleidung eingepackt. Es ist auch nicht
allzu weit zu unserem Womo, wo wir wieder im Trockenen sitzen.
Allerdings wollen wir hier nicht den ganzen Abend bleiben, denn es
ist hier ein ständiges Kommen und Gehen bzw. Ein- und Ausparken.
Ruhe ist etwas anderes. Zudem haben wir kein Internet, nicht einmal
im Visitor Center. An Fernsehempfang ist bei den hohen Bäumen
ringsum auch nicht zu denken. So fahren wir rechtzeitig vor dem
allgemeinen Abendaufbruch los nach Laragh. In diesem Ort probieren
wir nochmals, ob wir Internetempfang haben. Wieder nichts. Wir sind
wirklich in der puren Natur gelandet. So fahren wir noch ein paar
Kilometer bis nördlich Glenmalure zum (Vorsicht: Zungenbrecher!)
Ballinafunshoge Waterfall. Dort ist ein einsamer Picknickplatz, der
uns mit strahlendem Sonnenschein empfängt. (Auch ein Tipp von Anja
und Erwin.) Mal sehen, ob wir unsere Sachen wenigstens etwas
trockener bekommen.
