Donnerstag, 9. Juni 2016

Frankreich - Richebourg 480 km


Die Nacht ist leider nicht so ruhig wie erhofft. Direkt neben dem Stellplatz verläuft eine doch recht
stark befahrene Straße, so dass wir immer wieder geweckt werden. Der Morgen lässt dann auch gleich ein paar Tropfen fallen. Wir brechen auf und fahren gemütlich über die niederländische Grenze. Das Wetter bessert sich. Schließlich kommt sogar die Sonne hervor und dann dauert es nicht mehr lange, bis es richtig heiß wird. Wenn Engel reisen. Da der Diesel in den Niederlanden recht teuer ist (Früher war das ganz anders.), beschließen wir erst in Belgien zu tanken. Aber auch hier zahlen wir immer noch erheblich mehr als in Deutschland. Nun sind wir kurz vor der französischen Grenze und stehen im Stau. Die Ausfahrt sehen wir sehr deutlich im Rückspiegel. Einigen Fahrern wird die Warterei zu bunt. Sie fahren rückwärts zurück zur verpassten Ausfahrt oder wenden und fahren so zurück. Andere Länder, andere Sitten. Wir gönnen uns lieber ein Eis aus dem Kühlschrank und warten. Schon nach einer Stunde geht es schleppend weiter. Die Stauursache ist offenbar die französische Grenzkontrolle. Denn ein paar Kilometer weiter wird die Autobahn einspurig, die Fahrbahn wird über einen riesigen Parkplatz umgeleitet, jedes Fahrzeug wird einzeln kontrolliert und durchgewunken (oder auch nicht). Dass wir dabei auch eine Baustelle passieren, macht den Kohl auch nicht mehr fett. Jetzt wollen wir aber auch nicht mehr viel weiter fahren. Wir sind ganz schön erschöpft. Daher wollen wir einen Stellplatz kurz hinter Lille ansteuern. Doch leichter geplant als getan. Wir werden in eine Sackgasse geleitet. Offensichtlich ist unser Kartenmaterial nicht auf dem aktuellen Stand. Wieder raus aus der Sackgasse sind sich unser Navi und die Beschilderung nicht einig. Wir glauben, in der Ferne den Stellplatz sogar zu sehen. Sicherheitshalber fragen wir am Wegesrand einen augenscheinlich Einheimischen. Er bestätigt unseren Weitblick, verweist uns aber auf eine Umleitung, die wegen der Unwetter und der damit verbundenen Straßenüberflutungen der letzten Tage eingerichtet wurde. So brauchen wir für die vielleicht 1000 m Luftlinie nochmals etwa fünf mal so viel bis zum Ziel. Wir tragen die sprichwörtliche Kirche ums Dorf herum. Der Stellplatz selbst ist aber sehr schön angelegt. Er ist nicht groß. Nur für sechs Fahrzeuge ausgelegt. Aber mit separaten Buchten und einer Entsorgung.
 Wir stellen unser Womo ab und lassen uns einfach fallen. Das war ein anstrengender Tag.