Die Nacht
ist leider nicht so ruhig wie erhofft. Direkt neben dem Stellplatz
verläuft eine doch recht
stark befahrene Straße, so dass wir immer
wieder geweckt werden. Der Morgen lässt dann auch gleich ein paar
Tropfen fallen. Wir brechen auf und fahren gemütlich über
die niederländische Grenze. Das Wetter bessert sich. Schließlich
kommt sogar die Sonne hervor und dann dauert es nicht mehr lange, bis
es richtig heiß wird. Wenn Engel reisen. Da der Diesel in den
Niederlanden recht teuer ist (Früher war das ganz anders.),
beschließen wir erst in Belgien zu tanken. Aber auch hier zahlen wir
immer noch erheblich mehr als in Deutschland. Nun sind wir kurz vor
der französischen Grenze und stehen im Stau. Die Ausfahrt sehen wir
sehr deutlich im Rückspiegel. Einigen Fahrern wird die Warterei zu
bunt. Sie fahren rückwärts zurück zur verpassten Ausfahrt oder
wenden und fahren so zurück. Andere Länder, andere Sitten. Wir
gönnen uns lieber ein Eis aus dem Kühlschrank und warten. Schon
nach einer Stunde geht es schleppend weiter. Die Stauursache ist
offenbar die französische Grenzkontrolle. Denn ein paar Kilometer
weiter wird die Autobahn einspurig, die Fahrbahn wird über einen
riesigen Parkplatz umgeleitet, jedes Fahrzeug wird einzeln
kontrolliert und durchgewunken (oder auch nicht). Dass wir dabei auch
eine Baustelle passieren, macht den Kohl auch nicht mehr fett. Jetzt
wollen wir aber auch nicht mehr viel weiter fahren. Wir sind ganz
schön erschöpft. Daher wollen wir einen Stellplatz kurz hinter
Lille ansteuern. Doch leichter geplant als getan. Wir werden in eine
Sackgasse geleitet. Offensichtlich ist unser Kartenmaterial nicht auf
dem aktuellen Stand. Wieder raus aus der Sackgasse sind sich unser
Navi und die Beschilderung nicht einig. Wir glauben, in der Ferne den
Stellplatz sogar zu sehen. Sicherheitshalber fragen wir am Wegesrand
einen augenscheinlich Einheimischen. Er bestätigt unseren Weitblick,
verweist uns aber auf eine Umleitung, die wegen der Unwetter und der
damit verbundenen Straßenüberflutungen der letzten Tage
eingerichtet wurde. So brauchen wir für die vielleicht 1000 m
Luftlinie nochmals etwa fünf mal so viel bis zum Ziel. Wir tragen
die sprichwörtliche Kirche ums Dorf herum. Der Stellplatz selbst ist
aber sehr schön angelegt. Er ist nicht groß. Nur für sechs
Fahrzeuge ausgelegt. Aber mit separaten Buchten und einer Entsorgung.
Wir stellen unser Womo ab und lassen uns einfach fallen. Das war
ein anstrengender Tag.
