Mittwoch, 20. Mai 2015

Achim füllt Wasser auf

Unser Womo hat einen großen Wassertank. Der wird selten leer. Weil wir ihn nicht leer werden lassen. In Südeuropa sind die Wasserzapfstellen etwas rar, weshalb wir jede Gelegenheit nutzen, den Wasservorrat zu ergänzen. Leider ist das Wasser oft nicht zum Trinken geeignet. So kommt es vor, dass wir Zuhause in der Lüneburger Heide ankommen, und der Wassertank ist noch halb voll. Achim reinigt das Womo dann immer „general“, lässt das Abwasser ab, den Wassertank aber wie er ist. Wenn wir dann wenige Wochen später nach Oberfranken fahren, führen wir dort zollfrei spanisches Wasser ein. Dann bekommt Achim ein schlechtes Gewissen, soll heißen: Das Wasser muss erneuert werden. Die Vorgehensweise ist an und für sich ganz einfach. Achim ist bei seinem Vater. Der hat einen großen Garten mit allem Drum und Dran – also auch mit einer Wasserzapfstelle. Bequem, dass unser Womo direkt daneben steht. Also lässt Achim das „spanische“ Wasser ab und dreht den Wasserhahn probeweise auf. Nichts. Achims Vater hatte das Wasser wegen Frostgefahr abgedreht. Macht nichts. Achim geht in den Keller. Er kennt sich ja in seinem Elternhaus aus. Dort dreht er einen Absperrhahn auf. Zurück am Womo kommt immer noch kein Wasser aus dem Außenhahn. Dafür füllt sich der Springbrunnen zehn Meter weiter ungewollt mit Wasser. Achim geht wieder in den Keller und dreht den Absperrhahn wieder ab, geht zwei Stockwerke nach oben zu seinem Vater und erkundigt sich nach der Technik. Achim hat den falschen Absperrhahn erwischt. Wer hätte das gedacht? Er soll den anderen Absperrhahn aufdrehen (der unter einem Tisch versteckt ist), aber darauf achten, dass das Ablassventil nebenan geschlossen ist und die Sicherungskappe aufgeschraubt ist. Also geht Achim wieder zwei Stockwerke in den Keller und will den (hoffentlich) richtigen Absperrhahn aufdrehen. Ob das Ventil geschlossen ist, kann er nicht erkennen. Dafür sieht er das Gewinde für die Sicherungskappe. Von der Sicherungskappe keine Spur. Achim erklimmt wieder zwei Stockwerke zu seinem Vater. „Hilfe!“ Gemeinsam gehen sie wieder zwei Stockwerke nach unten in den Keller. Achims Vater überprüft das Ventil mit einem mehr oder weniger geeigneten Werkzeug und findet im Nebenraum die Sicherungskappe. Dort hätte Achim sie nie gefunden. Achim geht nach draußen, dreht den Wasserhahn auf und – man mag es kaum glauben – nach etwa einer halben Stunde Vorbereitung kommt ein prustendes Wasserluftgemisch heraus und geht in einen ordentlichen Wasserstrahl über. Jetzt muss Achim das Wasser nur noch über den Einfüllstutzen – Entfernung etwa drei Meter - in den Wassertank füllen. Direkt neben dem Wasserhahn liegt ein Gartenschlauch. Mit einem solchen Gegenstand kann man locker diese kleine Entfernung überbrücken. In der Theorie. Achim schließt das eine Ende des Schlauches am Wasserhahn an, hält das andere Ende mit der Düse fest und dreht auf. Keine optimale Idee. Die Düse spritzt nach hinten los. War wohl nicht fest aufgeschraubt. Dafür ist Achim nun „besprüht“. Reaktionsschnell wie er ist, dreht er den Hahn wieder zu bevor ihm jemand Haarshampoo bringen kann. Dann dreht er die Düse fester auf das Schlauchende und probiert erneut. Die Düse düst das Wasser nun in die richtige Richtung. Aber nicht lange, denn der Schlauch besteht aus zwei Teilen - und die teilen sich nun. Jetzt bekommt Achim das „wild gewordene“ Wasser von hinten verpasst. Reaktionsschnell wie er ist. Ach halt, das hatten wir schon mal. Achim schraubt die beiden Teile nun fest zusammen und probiert wieder – aber ganz vorsichtig – mit Erfolg. Er dreht die Düse vorsichtig zu und wartet, ob der Schlauch dem Wasserdruck trotzt. Er tut es. Dann endlich kann er die Düse in den Einfüllstutzen stecken und Wasser marsch! Nach zehn Sekunden löst sich der vordere Teil der Düse von derselben und bleibt kurz hinter dem Einfüllstutzen aber noch vor dem Wassertank stecken. Reaktionsschnell – blablabla. Achim rächt sich an diesem Gartenschlauch mit Missachtung. Dann entfernt er mittels „Durchstoßprinzip“ von innen nach außen das verlorene Düsenteil. Nun kommt Karin Achim zu Hilfe, nimmt unseren Schlauch, den wir immer dabei haben und füllt mal eben schnell das Wasser auf.