Dienstag, 9. Februar 2016

Isla Canela 260 km


Wir packen mal wieder zusammen und machen uns auf große Fahrt. Anja und Erwin sind etwas schneller als wir. Vielleicht liegt das daran, dass wir uns in dieser Woche hier recht häuslich eingerichtet haben. Aber nach ein paar Kilometern haben wir die beiden wieder eingeholt. Wir fahren auf der Landstraße nach Sevilla, obwohl wir nach Isla Canela an die portugiesische Grenze wollen. Es geht aber nicht anders. Dieser Umweg muss sein, weil der Rio Gualdaquivir im Weg ist, und erst in Sevilla führt eine Brücke über diesen Fluss. Kurz nach Sevilla machen wir einen Halt bei Lidl. Karin muss unsere Vorräte auffüllen. Wir wundern uns, dass Anja und Erwin nicht da sind. Wir wollten uns eigentlich hier treffen. Aber da fahren sie gerade auf den Parkplatz. Wie kommt das denn? Die beiden waren doch die ganze Zeit vor uns. Die Lösung ist wie so oft der Fluch der Technik. Erwins Navi hat ihn auf einer anderen Route durch Sevilla gelotst als unser Navi. Groß kann der Unterschied aber nicht gewesen sein. Beim Bezahlen im Lidl glauben wir unseren Augen nicht recht zu trauen. Vor uns steht ein Mann mit einem feststehenden Messer in der Hand. Er macht ganz zwanglos einen kleinen Plausch mit der Kassiererin und zahlt ordentlich in bar. Beide kennen sich offenbar ganz gut. Das Messer trägt er die ganze Zeit wie einen sechsten Finger, packt seine paar Sachen ein und verlässt den Laden. Am Ein- bzw. Ausgang parkt zufällig ein Geldtransporter. Die Ladetür ist gerade offen, wodurch man einen Batzen Wechselgeld sehen kann. Der Mann mit dem Messer geht vorbei und niemand stört sich daran. Sachen gibt’s! Wir verstauen unsere Einkäufe und fahren auf der langweiligen Autobahn über Huelva nach Isla Canela an den Strand, wo Anja und Erwin schon auf uns warten. Wir beobachten einige Kiter, die das unbeständige Wetter nutzen. Wenn die Sonne scheint, flaut der Wind ab und sie kommen an Land. Sobald sich dunkle Wolken zeigen, setzt der Wind (und leider auch der Regen) ein und die Kiter gehen wieder aufs Wasser. Erst am Abend beruhigt sich die Szene. Wir suchen uns einen kleinen Parkplatz um die Ecke und genießen unsere Doraden.