Wir
packen mal wieder zusammen und machen uns auf große Fahrt. Anja und
Erwin sind etwas schneller als wir. Vielleicht liegt das daran, dass
wir uns in dieser Woche hier recht häuslich eingerichtet haben. Aber
nach ein paar Kilometern haben wir die beiden wieder eingeholt. Wir
fahren auf der Landstraße nach Sevilla, obwohl wir nach Isla Canela
an die portugiesische Grenze wollen. Es geht aber nicht anders.
Dieser Umweg muss sein, weil der Rio Gualdaquivir im Weg ist, und
erst in Sevilla führt eine Brücke über diesen Fluss. Kurz nach
Sevilla machen wir einen Halt bei Lidl. Karin muss unsere Vorräte
auffüllen. Wir wundern uns, dass Anja und Erwin nicht da sind. Wir
wollten uns eigentlich hier treffen. Aber da fahren sie gerade auf
den Parkplatz. Wie kommt das denn? Die beiden waren doch die ganze
Zeit vor uns. Die Lösung ist wie so oft der Fluch der Technik.
Erwins Navi hat ihn auf einer anderen Route durch Sevilla gelotst als
unser Navi. Groß kann der Unterschied aber nicht gewesen sein. Beim
Bezahlen im Lidl glauben wir unseren Augen nicht recht zu trauen. Vor
uns steht ein Mann mit einem feststehenden Messer in der Hand. Er
macht ganz zwanglos einen kleinen Plausch mit der Kassiererin und
zahlt ordentlich in bar. Beide kennen sich offenbar ganz gut. Das
Messer trägt er die ganze Zeit wie einen sechsten Finger, packt
seine paar Sachen ein und verlässt den Laden. Am Ein- bzw. Ausgang
parkt zufällig ein Geldtransporter. Die Ladetür ist gerade offen,
wodurch man einen Batzen Wechselgeld sehen kann. Der Mann mit dem
Messer geht vorbei und niemand stört sich daran. Sachen gibt’s!
Wir verstauen unsere Einkäufe und fahren auf der langweiligen
Autobahn über Huelva nach Isla Canela an den Strand, wo Anja und
Erwin schon auf uns warten. Wir beobachten einige Kiter, die das
unbeständige Wetter nutzen. Wenn die Sonne scheint, flaut der Wind
ab und sie kommen an Land. Sobald sich dunkle Wolken zeigen, setzt
der Wind (und leider auch der Regen) ein und die Kiter gehen wieder
aufs Wasser. Erst am Abend beruhigt sich die Szene. Wir suchen uns
einen kleinen Parkplatz um die Ecke und genießen unsere Doraden.

