Freitag, 1. Februar 2019

Lepe – Gibraleon - Sevilla - Antequera 300 km


Gut dass wir gestern nicht auf der Hochebene in Portugal geblieben sind. Die letzte Nacht war ganz schön windig mit vielen Böen und schauerig, nicht zu verwechseln mit schaurig. Hier in Islantilla auf Meereshöhe war es schon unruhig genug. Auf der Hochebene wären wir wohl richtig durchgeschüttelt worden. Heute stellt sich die Frage: Wohin soll es gehen? Wir wägen ab zwischen südwärts und südostwärts. Wir könnten an die Westküste Spaniens, also an den Atlantik fahren, wo wir zwei, vielleicht drei schöne Plätze kennen. Allerdings haben uns unsere Freunde versetzt. Die einen wollen noch in Portugal bleiben. Die anderen sind diesen Winter gar nicht erst in den Süden aufgebrochen. Und wieder andere wollen am Mar Menor (ein-)heimisch werden. So entschließen wir uns für die zweite Möglichkeit und visieren Malaga an. Zuerst aber wollen wir in Lepe den neuen Decathlon aufsuchen. In Falesia haben uns die Franzosen so in die Bouleleidenschaft mit hinein gezogen, dass wir endlich eigene Kugeln brauchen. Leider aber müssen wir lernen, dass nicht jeder Decathlon Boulekugeln führt. Zwar könnten wir welche bestellen, aber dann müssten wir auf die Lieferung warten. Das wollen wir nun auch wieder nicht. Wir fahren daher unverichteter Dinge weiter über Huelva nach Gibraleon, um dort auf einem Stellplatz eine Pause einzulegen. Unser Navi will uns nerven. Zuerst schickt es uns über einen Feldweg. Wir verweigern. Dann geht es durch enge Gassen, um wieder auf einen Feldweg abzuzweigen. Wir verweigern erneut. Schließlich haben wir den Stellplatz so eingekreist, dass wir auch ohne Feldweg dort ankommen. Reinkommen ist schon viel schwieriger. Der Platz ist an und für sich ganz schön angelegt, aber eher für Pkw, denn für Womos. Mit etwas Rangieren und Karins Einweisekünsten geht es aber schrottfrei. Leider ist das Wetter weder für draußen noch für Spazierengehen geeignet: Wind und Regen. Wir entschließen uns für einen Fahrtag. Gerade als wir den Platz verlassen, kommt ein neues Womo und hält an. Man glaubt die grauen Zellen des Fahrers sehen zu können: Wie komme ich da rein? Wir stellen bei der Abfahrt fest, dass die Anfahrt auch ganz einfach möglich gewesen wäre. Versteh einer die Navis! Als wir auf Sevilla zusteuern, fällt Karin ein, dass dort auch Decathlon vertreten ist. Im Internet recherchiert sie, ob es hier vielleicht Boulekugeln gibt. Es gibt sie! Nix wie hin. Wir werden auch schnell fündig, obwohl uns eine Verkäuferin in diesem Riesenladen in die Irre schicken wollte. Dann geht es weiter bis Antequera, wo wir unser Nachtlager aufschlagen wollen. Eigentlich wollten wir hier auch tanken. Bei Carrefour sehen wir einen relativ günstigen Dieselpreis. Als Achim den Rüssel von der Tanksäule nimmt, zeigt die Anzeige aber acht Cent mehr an. Rüssel wieder rein und nochmal raus. Immer noch acht Cent mehr. Richtige Säule? Ja. Achim geht zum Kassenhäuschen und fragt nach. Der günstige Dieselpreis gelte nur für Inhaber der Carrefour-Kundenkarte, die wir leider nicht haben. Dafür haben wir mal wieder ein Beispiel, wie man reinfallen kann. Wir verzichen aufs Tanken und fahren zum Stellplatz. Naja, besonders ist er nicht, aber wenigstens einigermaßen windgeschützt.

Gibraleon

Antequera