Samstag, 23. Juli 2016

Curracloe 25 km


Achim hat es richtig erwischt. Wenn schon, denn schon. Er leiht sich sogar von Anja eine Salzwasserdusche für die Nase. Am Nachmittag setzen wir wieder um nach Curracloe, wo wir erst vorgestern weg mussten. Vielleicht hat sich die Lage dort ja jetzt entspannt. Das Verjagen galt wohl auch mehr den sog. Tinkern und nicht wirklich uns. Aber wie heißt es so treffend? Mitgehangen – mitgefangen. In Curracloe scheint auch tatsächlich Ruhe eingekehrt zu sein, abgesehen von recht vielen Besuchern. Aber wir finden noch ein schönes Plätzchen. Kurz vor dem Abendessen geht Achim hoch auf die Düne, um etwas Frischluft zu schnappen und sich den Strand anzuschauen. Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick auf den großen Parkplatz. 

Am Strand ist noch einiges los. Es sind sogar noch recht viele Menschen im Wasser. Auch die Lifeguards versehen noch ihren Dienst. Interessant ist aber auch, was man mit Bodyboards außerhalb des Wassers machen kann. Man rutscht damit die Dünen hinunter. Leider haben wir davon kein Bild. Und das kam so. (Achim hat lange überlegt, ob er die folgenden Zeilen in den Blog aufnehmen soll. Aber schließlich soll der Blog nicht geschönt dargestellt werden, sondern die Reiseerlebnisse wiedergeben, auch wenn sie weniger schön sind.) Achim versucht die Szenerie mit dem Handy einzufangen und denkt sich zunächst nichts Böses dabei. Dann schlendert er noch ein paar Minuten über die Dünen und kehrt zum Womo zurück. Ein paar Meter vor dem Womo, Achim unterhält sich gerade mit Anja und Erwin nebenan, hält ein irischer Kleinwagen neben ihm, die beiden Insassen, eine Frau und ein Mann, springen heraus und sprechen Achim an, ob er vor ein paar Minuten auf der Düne Aufnahmen gemacht habe. Immer noch nichts Schlimmes ahnend, bejaht er die Frage. Dann werden die beiden, offensichtlich ein Elternpaar, unfreundlich. Achim soll die Aufnahmen sofort löschen, da seien Kinder darauf, und so etwas sei verboten. Achim versichert, dass die Kinder nur von hinten zu sehen sind und deshalb unkenntlich. Der Grund der Aufnahme sei das Strandleben und nicht die Kinder. Es hilft nichts. Die beiden werden immer aggressiver. Achim lenkt ein und zeigt ihnen, wie er die Aufnahmen komplett löscht. Aber damit ist der Frieden nicht wieder hergestellt. Sie fragen Achim nach seinem Namen und dem Autokennzeichen. Wofür, dürfte klar sein. Achim verweigert die Auskunft und vermeidet es auch, auf sein Womo hinzuweisen. Die beiden rufen die Polizei und reden weiter auf ihn ein, bis sie sich in ihren Pkw verziehen, um auf die Polizei zu warten. Nach etwa einer halben Stunde trifft dann auch ein Streifenwagen ein. Zuerst wird das Paar befragt und dann Achim. Er muss seine Personalien angeben und sein Handy vorzeigen. Logischerweise sind die Aufnahmen aber nicht mehr darauf. Die Beamten sehen offensichtlich keinen Grund, Achim etwas zu unterstellen und meinen, die beiden Eltern seien eben sehr besorgt um ihre Kinder und würden deshalb wohl überreagieren. Schließlich lassen die Polizisten Achim in Ruhe und wenden sich an die Eltern, um sie zu beruhigen. Ob das nun das Ende der Geschichte ist, wird sich zeigen. Jedenfalls verlassen sowohl die Eltern als auch die Polizei den Parkplatz. Fazit: Fast sechs Wochen überaus freundliche und hilfsbereite Iren. Man fühlt sich auf dieser großen Insel wirklich wohl. Doch man sieht auch, wie schnell man plötzlich und unerwartet in Konflikte geraten kann. Wir wollen uns von diesen letzten unschönen Eindrücken aber den positiven Gesamteindruck nicht kaputt machen lassen.