Achim
hat es richtig erwischt. Wenn schon, denn schon. Er leiht sich sogar
von Anja eine Salzwasserdusche für die Nase. Am Nachmittag setzen
wir wieder um nach Curracloe, wo wir erst vorgestern weg mussten.
Vielleicht hat sich die Lage dort ja jetzt entspannt. Das Verjagen
galt wohl auch mehr den sog. Tinkern und nicht wirklich uns. Aber wie
heißt es so treffend? Mitgehangen – mitgefangen. In Curracloe
scheint auch tatsächlich Ruhe eingekehrt zu sein, abgesehen von
recht vielen Besuchern. Aber wir finden noch ein schönes Plätzchen.
Kurz vor dem Abendessen geht Achim hoch auf die Düne, um etwas
Frischluft zu schnappen und sich den Strand anzuschauen. Oben
angekommen hat man einen herrlichen Blick auf den großen Parkplatz.
Am Strand ist noch einiges los. Es sind sogar noch recht viele
Menschen im Wasser. Auch die Lifeguards versehen noch ihren Dienst.
Interessant ist aber auch, was man mit Bodyboards außerhalb des
Wassers machen kann. Man rutscht damit die Dünen hinunter. Leider
haben wir davon kein Bild. Und das kam so. (Achim hat lange überlegt,
ob er die folgenden Zeilen in den Blog aufnehmen soll. Aber
schließlich soll der Blog nicht geschönt dargestellt werden,
sondern die Reiseerlebnisse wiedergeben, auch wenn sie weniger schön
sind.) Achim versucht die Szenerie mit dem Handy einzufangen und
denkt sich zunächst nichts Böses dabei. Dann schlendert er noch ein
paar Minuten über die Dünen und kehrt zum Womo zurück. Ein paar
Meter vor dem Womo, Achim unterhält sich gerade mit Anja und Erwin
nebenan, hält ein irischer Kleinwagen neben ihm, die beiden
Insassen, eine Frau und ein Mann, springen heraus und sprechen Achim
an, ob er vor ein paar Minuten auf der Düne Aufnahmen gemacht habe.
Immer noch nichts Schlimmes ahnend, bejaht er die Frage. Dann werden
die beiden, offensichtlich ein Elternpaar, unfreundlich. Achim soll
die Aufnahmen sofort löschen, da seien Kinder darauf, und so etwas
sei verboten. Achim versichert, dass die Kinder nur von hinten zu
sehen sind und deshalb unkenntlich. Der Grund der Aufnahme sei das
Strandleben und nicht die Kinder. Es hilft nichts. Die beiden werden
immer aggressiver. Achim lenkt ein und zeigt ihnen, wie er die
Aufnahmen komplett löscht. Aber damit ist der Frieden nicht wieder
hergestellt. Sie fragen Achim nach seinem Namen und dem
Autokennzeichen. Wofür, dürfte klar sein. Achim verweigert die
Auskunft und vermeidet es auch, auf sein Womo hinzuweisen. Die beiden
rufen die Polizei und reden weiter auf ihn ein, bis sie sich in ihren
Pkw verziehen, um auf die Polizei zu warten. Nach etwa einer halben
Stunde trifft dann auch ein Streifenwagen ein. Zuerst wird das Paar
befragt und dann Achim. Er muss seine Personalien angeben und sein
Handy vorzeigen. Logischerweise sind die Aufnahmen aber nicht mehr
darauf. Die Beamten sehen offensichtlich keinen Grund, Achim etwas zu
unterstellen und meinen, die beiden Eltern seien eben sehr besorgt um
ihre Kinder und würden deshalb wohl überreagieren. Schließlich
lassen die Polizisten Achim in Ruhe und wenden sich an die Eltern, um
sie zu beruhigen. Ob das nun das Ende der Geschichte ist, wird sich
zeigen. Jedenfalls verlassen sowohl die Eltern als auch die Polizei
den Parkplatz. Fazit: Fast sechs Wochen überaus freundliche und
hilfsbereite Iren. Man fühlt sich auf dieser großen Insel wirklich
wohl. Doch man sieht auch, wie schnell man plötzlich und unerwartet
in Konflikte geraten kann. Wir wollen uns von diesen letzten
unschönen Eindrücken aber den positiven Gesamteindruck nicht kaputt
machen lassen.
