Freitag, 11. Juli 2014

Eidsdall – Adlerweg – Geiranger 41 km

Wir konnten sehr gut schlafen. Nachts herrschte auf der Straße kaum Verkehr. In Valldal ent- und versorgen wir und nehmen dann die Fähre von Linge nach Eidsdal.
 Sie kostet für uns 195 NOK. Wir erfahren später: Wären wir im Rentenalter, würden wir vierzehn NOK weniger zahlen. Dann geht es wieder den Berg hoch. Wir nehmen den Adlerweg nach Geiranger. Das Hochschrauben ist nicht so krass wie der Trollstigen.
 Dafür hat es aber die Abfahrt nach Geiranger in sich. In vielen Haarnadelkurven, die Motorbremse leidlich nutzend, geht es bergab. Unterwegs halten wir natürlich an, um die herrliche Aussicht vor allem auf Geiranger und seinen gleichnamigen Fjord zu nutzen.
 Unten angekommen finden wir schnell und glücklich einen Parkplatz und besuchen die Touristinfo. Dort ist eine nette junge Dame, die so hervorragend Deutsch spricht, dass wir sie nach ihrer Nationalität fragen: eine Deutsche aus der Nähe von Augsburg. Das erklärt die Sprachkenntnisse. Wir buchen eine Fjordrundfahrt für knapp vierhundert NOK für zwei Personen. Das lohnt sich. 
Wir sind eineinhalb Stunden bei herrlichem Wetter unterwegs und bekommen sämtliche Sehenswürdigkeit links und rechts gezeigt und erklärt; und zwar in Norwegisch, Englisch, Deutsch und Französisch, also Sprachkurs inklusive. Außerdem tut der Fahrtwind auf dem Fjord ganz gut.
 Nach der Rückkehr erkundigen wir uns, was die Fähre von Valldal bis Geiranger gekostet hätte und kommen auf etwa neunhundert NOK. Da haben wir wohl mal alles richtig gemacht. Jetzt suchen wir unseren Platz für die Nacht. Zwar könnten wir auf dem Parkplatz am Fähranleger stehen oder auf dem CP nebenan. Wir entscheiden uns aber für einen Platz auf der gegenüber liegenden Fjordseite, wo wir schon zwei Womos sehen.
 Wir stellen uns ebenfalls dorthin und haben einen herrlichen Blick auf Geiranger, das auch um acht Uhr abends noch von der Sonne hell erleuchtet ist. Zwar haben wir auf unserer Seite Schatten, aber das ist uns bei dieser Hitze ganz recht. Wir albern schon, nächstes Jahr im Süden Urlaub zu machen, weil es da wahrscheinlich kühler ist. Dann kommen wir mit den beiden Nachbarwomos noch ein bisschen ins Quatschen. Vor uns ein Holländer mit Motorradhobby, hinter uns ein Norwegen erfahrener Leerer (also kein Lehrer sondern ein Mensch aus dem Ort Leer in Ostfriesland). Da das Wetter so toll ist, haben wir drei Besatzungen die gleiche Abendessenidee: Grillen.