Wir
konnten sehr gut schlafen. Nachts herrschte auf der Straße kaum
Verkehr. In Valldal ent- und versorgen wir und nehmen dann die Fähre
von Linge nach Eidsdal.
Sie kostet für uns 195 NOK. Wir erfahren
später: Wären wir im Rentenalter, würden wir vierzehn NOK weniger
zahlen. Dann geht es wieder den Berg hoch. Wir nehmen den Adlerweg
nach Geiranger. Das Hochschrauben ist nicht so krass wie der
Trollstigen.
Dafür hat es aber die Abfahrt nach Geiranger in sich.
In vielen Haarnadelkurven, die Motorbremse leidlich nutzend, geht es
bergab. Unterwegs halten wir natürlich an, um die herrliche Aussicht
vor allem auf Geiranger und seinen gleichnamigen Fjord zu nutzen.
Unten angekommen finden wir schnell und glücklich einen Parkplatz
und besuchen die Touristinfo. Dort ist eine nette junge Dame, die so
hervorragend Deutsch spricht, dass wir sie nach ihrer Nationalität
fragen: eine Deutsche aus der Nähe von Augsburg. Das erklärt die
Sprachkenntnisse. Wir buchen eine Fjordrundfahrt für knapp
vierhundert NOK für zwei Personen. Das lohnt sich.
Wir sind
eineinhalb Stunden bei herrlichem Wetter unterwegs und bekommen
sämtliche Sehenswürdigkeit links und rechts gezeigt und erklärt;
und zwar in Norwegisch, Englisch, Deutsch und Französisch, also
Sprachkurs inklusive. Außerdem tut der Fahrtwind auf dem Fjord ganz
gut.
Nach der Rückkehr erkundigen wir uns, was die Fähre von
Valldal bis Geiranger gekostet hätte und kommen auf etwa neunhundert
NOK. Da haben wir wohl mal alles richtig gemacht. Jetzt suchen wir
unseren Platz für die Nacht. Zwar könnten wir auf dem Parkplatz am
Fähranleger stehen oder auf dem CP nebenan. Wir entscheiden uns aber
für einen Platz auf der gegenüber liegenden Fjordseite, wo wir
schon zwei Womos sehen.
Wir stellen uns ebenfalls dorthin und haben
einen herrlichen Blick auf Geiranger, das auch um acht Uhr abends
noch von der Sonne hell erleuchtet ist. Zwar haben wir auf unserer
Seite Schatten, aber das ist uns bei dieser Hitze ganz recht. Wir
albern schon, nächstes Jahr im Süden Urlaub zu machen, weil es da
wahrscheinlich kühler ist. Dann kommen wir mit den beiden
Nachbarwomos noch ein bisschen ins Quatschen. Vor uns ein Holländer
mit Motorradhobby, hinter uns ein Norwegen erfahrener Leerer (also
kein Lehrer sondern ein Mensch aus dem Ort Leer in Ostfriesland). Da
das Wetter so toll ist, haben wir drei Besatzungen die gleiche
Abendessenidee: Grillen.

