Montag, 4. Januar 2016

Leucate 360 km


Heute Morgen ist kein Wecker nötig. Da der Stellplatz im geschäftigen Ort neben einer Schule liegt, werden wir durch ein paar Geräusche geweckt. Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto. Da knallen schon ein paar Türen – sicherlich die Freude darüber, dass die Schule wieder anfängt. Auch die Schulbusse sind nicht zu überhören. Und die Schüler haben sich viel zu erzählen. Damit es auch jeder mitbekommt, tun sie das in der entsprechenden Lautstärke. Als wir dann gegen acht Uhr aufstehen, ist es wieder relativ ruhig. Woran das wohl liegt? Achim holt gleich nebenan ein ganz frisches, warmes, duftendes Baguette. So kann ein Tag beginnen. Beim Frühstück beobachten wir einen Womonachbarn, der es mit der Müllentsorgung wohl nicht so genau nimmt. Da er den einen Deckel für die Restmüllentsorgung nicht aufbekommt, stopft er seinen Beutel einfach in den Plastikmüll. Keine gute Mülltrennung. Vor allem auch deshalb, weil – wie Achim später feststellt – die Restmülltonne einen zweiten Deckel hat – und der geht auf. Dann beginnt der Tag nicht mehr so gut zu werden. Achim will unser Notebook über unseren Wechselrichter (12 V auf 230 V) laden. Unser Notebook kann leider nicht über 12 V geladen werden. Doch der Wechselrichter verweigert den Dienst. Hier ist eine Reparatur nicht so einfach. Achim wird sich auf einem der nächsten Stellplätze darum kümmern müssen. Dann fahren wir los und suchen den zweiten Stellplatz hier in Tournon. Wir finden aber nur einen normalen Parkplatz, der gut von Pkw belegt ist. Als Ausweichplatz mag das aber gehen. 

Unterwegs schwächelt Achim etwas und lässt Karin die meiste Zeit fahren. Auch nicht schlecht, sich chauffieren zu lassen. In Leucate tanken wir und fahren unseren bekannten Stellplatz an. Doch denkste! Kein einziges Womo steht dort. Die Schranken sind zu. Zwar sind ein Parkscheinautomat und einige erklärende Sätze daran zu erkennen. Aber was sollen wir mit dem Hinweis, dass in den Sommermonaten die Kurtaxe 0,60 € beträgt? Wir fahren ein anderen uns ebenfalls bekannten Stellplatz am anderen Ende von Leucate an. Dort stehen schon einige Womos. 

Doch die Einfahrt ist hier ähnlich verwirrend. Netterweise führt uns hier der Parkscheinautomat durch sein eigenes Menü – wahlweise auf deutsch. Dass wir 10,20 € für eine Nacht zahlen sollen, finden wir nicht so gut. Aber angesichts des späten Tages und mangels besserer Alternativen, zücken wir die Kreditkarte und lassen sie glühen. Immerhin sind Ver- und Entsorgung auf diesem Platz inklusive, was unserem Duschverlangen zu Gute kommt. Auch ein kleiner Cache lässt sich hier finden. Da ist es schon fast romantisch, als uns der einsetzende Regen in die Nacht begleitet.