Sonntag, 31. August 2014


Wir bekommen etwas Regen während der Nacht. Auch ist es recht windig. Deshalb fahren wir lieber unsere Satellitenantenne ein. Reine Vorsichtsmaßnahme. Am Morgen ist alles wieder gut. Leider ist der Wind aber weg bzw. weht schwach aus Ost und damit aus der falschen Richtung – nämlich ablandig. So muss Achim sein eigentliches Ziel, hier auf Hel endlich wieder ein bisschen zu kiten, vorerst vertagen. Also bleibt nur ein kleiner Spaziergang am Ufer entlang und das immer schöner werdende Wetter genießen. So langsam stellt sich eine Art Mittelmeerfeeling ein.

Samstag, 30. August 2014


Als erstes heute Morgen geht Achim am Automaten Geld ziehen. Der verlangt stolze 7,5 % Gebühr. Die kann Achim zwar auch ablehnen, aber dann bekommt er keine Zloty. In der Information der Gemeinde erfährt er, dass die Saison beendet ist und er deshalb keine Parkgebühren mehr zu bezahlen braucht. Gute Nachricht. Zurück am Womo legt sich Achim unter dasselbe und untersucht die fehlgeschlagene Reparatur an der Lichtmaschine. Jetzt funktioniert sie plötzlich wieder richtig und lädt die beiden Versorgungsbatterien. Da scheint wohl ein Wackelkontakt im Kabel zu stecken. Das ist nicht gut.

Freitag, 29. August 2014

Polen - Hel - Jastarnia 440 km

Wir testen noch kurz die Ladung unserer Batterien, entsorgen an der Kläranlage und nehmen entgültig Kurs auf Polen. Das Stück Autobahn von Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern kann man eigentlich nicht Autobahn nennen. Es ist einfach grausam, eine Tortur für Mensch und Material. Solche Schlaglöcher dürften nicht sein. Achim traut sich wirklich nur, ganz ganz vorsichtig zu fahren. Dennoch stellen wir später fest, dass wir eine Radkappe verloren haben. Wahrscheinlich genau auf dieser Strecke. Zudem versagt auch wieder die Ladung der Versorgungsbatterien. Die Rüttelstrecke hat die provisorische Reparatur von gestern zunichte gemacht. Zum Glück haben wir nicht mehr allzu weit. Wir hoffen, dass unsere gefrorenen Vorräte die restliche Strecke überstehen. An der ersten Raststätte in Polen müssen wir zunächst eine Viabox besorgen. Das klappt relativ einfach, wenn auch der Schreibkram sehr umfangreich ist. Dabei ist es gar nicht so leicht, zu erkennen, dass der eine Teil in Polnisch, der andere in Englisch ist – und das jeweils pro Absatz im Wechsel. Nach gefühlten einhundert Unterschriften und zwei Visaabbuchungen (30 € Pfand für die Box und 30 € Mautvorschuss) können wir das Gerät in Empfang nehmen, an der Windschutzscheibe anbringen und mit häufigem Piepen des Gerätes weiter fahren. Nun ein paar Worte zu den Straßen in Polen. Wir wurden davor von verschiedenen Seiten gewarnt. Aber wir werden positiv überrascht. Zwar gibt es auch hier das ein oder andere Schlagloch und auch ein paar Bodenwellen. Aber im Vergleich zu unseren deutschen Strecken können wir nicht klagen. Inzwischen müssen wir uns wohl eher für unsere eigenen Straßenzustände schämen. Natürlich können wir nur von unserer Route berichten.
Ein Restaurant am Wegesrand
Auch finden wir es toll, dass es in diesem dünnbesiedelten Land immer wieder kleine Abzweigungen gibt, wo die Menschen die teilweise mehrspurigen Straßen verlassen können, um im angrenzenden Wald eine Pause einzulegen oder spazieren zu gehen. Was uns aber doch auffällt: Geschwindigkeitsbegrenzungen und (auch doppelt) durchgezogene Linien sowie Überholverbotsschilder scheinen bei vielen Polen nur eine Diskussionsgrundlage zu sein. Schließlich erreichen wir unser Ziel, die Halbinsel Hel. Wir treffen uns mal wieder mit unseren Freunden Anna und Emil, die uns schon in Jastarnia erwarten.

Donnerstag, 28. August 2014

Angermünde 400 km


Unsere Polentour führt uns zunächst  bis Angermünde, wo wir für unsere erste Übernachtung Halt machen. Der SP ist ganz nett, direkt an der Stadtmauer, ruhig und sogar kostenfrei. Nur Strom und Wasser kosten natürlich Geld. Leider haben wir gleich eine Panne.
Unsere Lichtmaschine lädt nur die Fahrzeugbatterie, nicht aber unsere beiden Versorgungsbatterien. Auch der Kühlschrank wird während der Fahrt nicht gekühlt. Achim sucht und findet die Ursache. Das Referenzkabel an der Lichtmaschine, das dem Eurarelais die notwendig anliegende Spannung signalisieren soll, hat einen Knick in der Leitung. Ohne anständiges Werkzeug und ohne Fahrzeuggrube weiß Achim aber nun auch nicht weiter. Also ruft er den ADAC. Der schickt einen freundlichen Pannenhelfer, der auch sein Bestes gibt. Achim steuert noch einen Kabelverbinder bei, und dann funktioniert das Teil (vorerst) wieder.

Mittwoch, 6. August 2014

Lüneburger Heide 200 km

Gestern hatten wir einen wunderschönen Tag mit Freunden auf dem SP in Großenbrode. Nach ein paar Wochen Norwegen und Schweden gab es sehr viel zu erzählen. Heute ist nun unser letzter Tag dieser Reise. Wir verabschieden uns und fahren noch etwa zweihundert Kilometer in unsere Heimat in die Lüneburger Heide. Dort heißt es, Post sortieren und bearbeiten, Garten und Haus warten und – die nächste Reise planen.

Fazit: Norwegen (und auch Schweden) waren toll. Wir hatten auch mächtig Glück mit dem Wetter - wie uns viele Skandinavienkenner versichern. Wenn wir nicht so neugierig gewesen wären, hätten wir an vielen Plätzen auch gerne länger bleiben können. Gerade für Wohnmobilisten ist es ein Paradies. Zwar gibt es hier und da auch Verbote und Beschränkungen, aber im Großen und Ganzen hatten wir es nirgendwo sonst in Europa bisher so einfach, einen schönen und legalen Tages- und Übernachtungsplatz zu finden. Auch die VE war nie ein Problem. Der Straßenzustand auf unseren fast fünftausend Kilometern war fast durchweg besser als hier Zuhause, nur die Steigungen und Engpässe werden wir nicht wirklich vermissen, den anschließenden Ausblick aber schon. Eine Überraschung steht uns noch aus: Die automatische Mautrechnung wird irgendwann in unserem Briefkasten landen. Wir hoffen, dass wir dann unser Fazit nicht noch einmal überdenken müssen.

P.S. 06.10.14:  Heute bekamen wir Post aus England: DIN A5, schaute sehr nach Werbung aus und wäre beinahe im Papierkorb gelandet, zumal der Absender auf der Rückseite "Direct link ww ltd" schon sehr nach Spam aussah. Es war die (eine?) Mautrechnung von Norwegens Straßen. Eine englische Firma namens "Euro Parking Collection EPCplc" bekam offenbar die Mautdaten, verschaffte sich über das deutsche Kraftfahrbundesamt unsere Adresse und fordert uns zum Inkasso auf. Es lebe unser Datenschutz! Während diese Rechnung fast zwei Monate nach unserer Reise eintraf, haben wir als Zahlungsziel ganze zwölf Tage. Gut dass wir ausnahmsweise mal Zuhause waren, sonst stünde uns vermutlich der Ärger mit Mahnungen usw. ins Haus. Zwei Aspekte waren aber doch erfreulich: Wir konnten unser Womo von vorn und von hinten auf mehreren Bildern betrachten und so die Funktion der Beleuchtung kontrollieren und die Mauthöhe war nicht so schlimm wie befürchtet.

P.P.S. 30.10.14: Dito 06.10.14. Kleiner Nachzügler an Maut. Wenn es denn der letzte war?

Montag, 4. August 2014

Rödby (Dänemark) – Puttgarden (Deutschland)- Großenbrode 300 km

Heute ist unser letzter Tag in Schweden. Wir haben uns den Wecker auf sieben Uhr gestellt. Achim ist aber schon um sechs Uhr wach. Wahrscheinlich hat ihn der Regen geweckt. Der will uns wohl den Abschied leichter machen. Wir fahren zur Fähre nach Helsingborg und setzen schnell nach Helsingör in Dänemark über. Bei Kopenhagen erwischt uns ein wahrer Regenguss. Wenn hier ein Parkplatz in Sicht wäre, würden wir anhalten, Pause machen und warten, bis das Unwetter vorbei ist. So aber müssen wir irgendwie durch. Einige Pkws warten auf dem Pannenstreifen ab. Für uns ist der jedoch zu schmal. Einige Kilometer weiter südlich wird das Wetter wieder besser. Bei Farö kommt sogar die Sonne raus. Dort finden wir auch einen schönen Parkplatz zur Kaffeepause. Die hätten wir mal lieber an der Fähre in Rödby machen sollen. Hier müssen wir nämlich ziemlich warten. Es wird uns ein ewiges Rätsel bleiben, wonach sich die Reihenfolge richtet, wer auf die Fähre fahren darf und wer warten muss. D. h. wir wissen, dass wir zu denjenigen gehören, die warten müssen. Irgendwann lässt man uns dann aber doch auf die Fähre und wir kommen in Puttgarden auf Fehmarn an. Hier brummt der Bär. Ganz Deutschland hat Urlaub und macht den auch genau hier. Wir fahren auf einem Schleichweg nach Burg zum Aldi, kommen kaum auf den Parkplatz und haben Mühe eine Parkbucht für uns zu finden. Im Aldi ist es noch voller. Ganz Deutschland kauft ausgerechnet jetzt dort ein. Während Achim sich an der Kasse anstellt, geht Karin nebenan zu Edeka, um weiter einzukaufen. Dort kommt sie kaum durch die Gänge. Dann haben wir es geschafft und wollen nur noch weg, was auch nicht viel einfacher ist. Stau auf der ganzen Insel. Schließlich schaffen wir es bis Großenbrode. Aber auch hier brummt zumindest ein kleiner Bär. Mit Müh und Not ergattern wir noch einen SP. Hoffentlich entspannt sich morgen die Lage, denn dann wollen wir uns mit Freunden zum Grillen treffen. Heute „begnügen“ wir uns erst einmal mit einem Restaurantbesuch und lecker Fisch.

Sonntag, 3. August 2014

Bastad – Mellbystrand 40 km

Wir werden durch heftigen Donner und Vögelgetrappel auf unserem Womodach geweckt. Das Gewitter verzieht sich aber schnell wieder. Dafür nisten sich die Vögel bei unserem Nachbarn ein. Der hatte wohl seinen Müll in einem Plastikbeutel außen am Womo deponiert. Die Vögel rupfen alles auseinander, um sich die Reste zu holen. Es schaut aus wie auf einer Müllhalde. Da kein Wind aufkommt, bleibt das auch so, bis unser Nachbar aus dem Womo steigt und alles aufsammelt. Kann passieren. Wir wollen noch ein Stück näher zur Fähre fahren. Der nächste Ort mit SP heißt Bastad. Aber das ist wohl nichts für uns. Der Tagesparkplatz am Wasser ist häßlich und kostenpflichtig und der weit entfernte SP ebenfalls. Zudem liegt er an einer lauten Durchgangsstraße und ist sehr schräg angelegt. Daher fahren wir wieder in die Richtung, aus der wir kamen und suchen uns einen kleinen Badeparkplatz, um uns abzukühlen. Der Strand ist so groß, dass wir schon fast wieder trocken sind, wenn wir zurück am Womo ankommen. Dort machen wir Kaffeepause und müssen uns der vielen kleinen aber nervigen Gewitterfliegen erwehren. Also nichts wie zurück nach Mellbystrand. Dort gefällt es uns weitaus besser. Nur mit der Markise und dem Draußensitzen haben wir Probleme. Die Gewitter necken uns dauernd. Mal ziehen sie auf, dann doch vorbei, dann wieder treffen sie uns mit kurzen Schauern. So bleiben wir einige Zeit in Bewegung. Selbst die Gewitter bringen keine rechte Abkühlung. Wir nutzen fast jede Pause aus, uns vor das Womo zu setzen, weil es außerhalb des Womos eine Nuance kühler ist. Gegen Abend beruhigt sich das Wetter aber wieder. Nur einer unserer Nachbarn wird nervös, als eine Alarmanlage eines Womos loslegt. Eine richtig nette Melodie, schön abwechselnd in Takt und Tonart, dazu blinken alle Lichter. Das ganze ist recht hübsch anzusehen und anzuhören, vor allem, weil unser Nachbar erst nach geraumer Zeit merkt, dass es seine eigene Alarmanlage offensichtlich mit einem Fehlalarm ist. Schließlich rafft sich Frau Nachbar auf und schaltet die Anlage aus. Nun kehrt wieder Ruhe ein.

Samstag, 2. August 2014

Varberg Strand – Falkenberg – Mellbystrand 140 km


Und weiter geht es Richtung Süden. Gleich am ersten Autobahnparkplatz können wir offiziell und legal unseren Kloinhalt entsorgen. Dann fahren wir an den Strand von Varberg. Dort ist es sehr schön, aber auch sehr voll. Varberg ist halt doch etwas größer. Es gibt einen offiziellen SP für 150 SEK. Der ist aber voll und wird wohl an einem Samstag auch nicht leerer. Dahinter gibt es noch einen großen staubigen Parkplatz, der aber nur tagsüber benutzt werden darf. Nachts kostet es angeblich um die 600 SEK, wenn man von der Polizei angetroffen wird. Das ist uns dann doch zu viel. Wir fahren weiter nach Björkäng. Dort ist auch neben einem CP ein großer Strandparkplatz mit festem Wiesenuntergrund. Das sagt uns schon mehr zu. Auch weil wir hier nichts zahlen müssen. In Deutschland wäre neben der lästigen Kurtaxe auch eine saftige Parkgebühr angefallen. Hier in Schweden (wie auch in Norwegen) geht man davon aus, dass der Strand und das Meer für Jeden zugänglich sein muss. Wir finden das einfach klasse.
 Wir können dort faulenzen, dem Treiben am wiederum riesigen Strand zusehen und auch – man glaubt es kaum – Kiter und Windsurfer beobachten.
 Schade, dass wir kein Material mitgenommen haben. Aber wir wollten unsere Zuladung nicht über Gebühr strapazieren. Am Abend müssen wir leider wieder weiter, weil das Übernachten (wegen dem CP nebenan?) hier nicht erlaubt ist. Wir hoffen auf einen SP im nächsten Ort Falkenberg, werden aber enttäuscht. Auch hier Verbotsschilder zum Übernachten. Also beißen wir in den sauren Apfel und fahren weiter. Die Autobahnparkplätze unterwegs sagen uns nicht richtig zu. Meistens zu laut. Erst in Mellbystrand werden wir fündig. Den Platz haben wir zwar in keiner Liste. Aber trotz Campingverbot ausserhalb von Campingplätzen finden wir einen großen Parkplatz, auf dem schon viele Womos und auch Wohnanhänger (teilweise campingähnlich) stehen. Wir fragen eine Womobesatzung, ob das hier ein kostenpflichtiger CP ist. Nein, es ist ein kostenloser Parkplatz. Wenn das so stimmt, mögen wir Mellbystrand.

Freitag, 1. August 2014

Kungsbacka – Frillesas – Tjolöholmsslot 170 km

Gegen Morgen werden wir zuerst durch Regen und dann von der Müllabfuhr geweckt. Dass es regnen soll, haben wir schon dem Wetterbericht entnommen. Wegen der Müllbehälter haben wir auch etwas abseits derselbigen geparkt. Aber warum die Müllbehälter immer dann geleert werden, wenn wir nebenan schlafen, wird ein Geheimnis bleiben. Dann fahren wir weiter Richtung Süden, über Göteborg und Kungsbacka, wo wir entsorgen. Damit haben wir einen Kreis geschlossen, denn hier waren wir schon am Anfang der Reise. Genauso machen wir auch weiter. Wir verbringen den Nachmittag in Frillesas am Strand (wie am Anfang der Reise), nur dass Achim sich doch tatsächlich mal ins Wasser traut. Gegen Abend fahren wir (wie am …) zu „unserem“ Waldparkplatz bei Tjolöhalmsslot. „Unser“ ist nicht ganz richtig. Es steht schon ein deutsches Womo dort.