Freitag, 24. Juni 2016

Lispatrick 70 km


Weiter geht es über Cork nach Kinsale zum Charles Fort. Doch zuerst wollen wir unsere Gasflasche auffüllen. Unser Reiseführer ist aber wohl nicht mehr ganz auf dem Stand. Zwar finden wir in Cork tatsächlich einen Gashändler, aber der tauscht nur Flaschen, natürlich keine deutschen und füllen tut er schon lange nicht mehr. Pech! Wir schicken schnell Anja und Erwin eine SMS, damit sie sich diesen Umweg sparen. Also vertagen wir dieses Thema vorerst. Noch haben wir genügend Vorrat. Unsere weitere Route führt uns vorbei an Kinsale durch das schöne Dorf Summer Cove. Eng ist das hier. Doch wir kommen durch. In der Ferne sehen wir Reisebusse auf dem Parkplatz vor dem Charles Fort. Wir kommen die denn dahin? Als wir den Parkplatz erreichen, erkennen wir eine weitere Zufahrt. Diese ist zwar auch nicht gerade eine Autobahn, aber doch um einiges breiter als unser Dorfsträßchen. Wir haben unserem Navi vertraut, und unser Navi traut uns anscheinend ebenfalls sehr viel zu. Anja und Erwin haben die gleiche Anreise hinter sich, kommen aber auch heil an. Dann besichtigen wir das Fort.

Unsere Heritage Cards gewähren uns kostenfreien Eintritt. Leider sind alle Beschreibungen auf Englisch, so dass es für Deutsche schwer ist, die Geschichte des Forts nachzuvollziehen. Wir lernen immerhin, dass es eine sternförmige Festungsanlage aus dem späten 17. Jahrhundert und sehr englisch geprägt ist, einige Kriege bis 1923 hinter sich hat, aber seit 1973 unter Denkmalschutz steht. Insgesamt bekommen wir eher einen britischen als einen irischen Eindruck. Nach diesem Besuch brechen wir auf nach Kinsale. Gleich am Parkplatz bekommen wir es zum ersten Mal mit einem – in unseren Augen – dusseligen Fahrer zu tun. Wir wollen losfahren, er sieht dies, hält in einer Bucht an, augenscheinlich um uns auf dieser engen und steilen Straße durchzulassen und fährt dann doch los. Natürlich kommen wir nicht aneinander vorbei. Jetzt will er anscheinend, dass wir zurück stoßen. Das tun wir aber nicht. Schließlich setzt er doch noch zurück, aber mit einem Blick auf uns, der uns durchbohren könnte. Wir fahren weiter bis Kinsale, machen eine Kaffeepause und dann wieder weiter nach Lispatrick. Anja und Erwin wollen sich erst einmal Kinsale anschauen. Das tun wir im Prinzip im Vorbeifahren, denn unser Weg führt uns mitten durch Kinsale am Hafen entlang. Kurz hinter dem Ortsende kommt uns ein Kamikazefahrer entgegen. In einer engen Linkskurve schneidet er die weiße Mittellinie und bringt Achim arg in Bedrängnis. Aber Achim sitzt links in Sicherheit. Karin hat rechts sitzend wesentlich mehr von dem Nervenkitzel. Hoffentlich bleiben diese beiden Fahrertypen die Ausnahme. Wir kommen unversehrt in Lispatrick am Strand an.

Ein herrlicher, großer und weiter Strand, jedenfalls jetzt bei Ebbe.