Wir waren fast vier Monate unterwegs – genau 113 Tage und haben
etwa 8.000 km zurückgelegt. Die meiste Zeit verbrachten wir in
Portugal, 51 Tage, gefolgt von Spanien mit 39 Tagen, dann Frankreich
12 und schließlich Deutschland mit 11 Tagen.
Montag, 27. April 2015
Sonntag, 26. April 2015
Samstag, 25. April 2015
Büren 300 km
Unser Weg führt uns jetzt in die Nähe von Paderborn, nach Büren. Wir wollen unseren Sohn besuchen, der sich zur Zeit dort beruflich
aufhält. Da er erst am Abend für uns Zeit haben wird, wählen wir
nicht die schnelle Strecke über Köln, sondern gondeln langsam aber
malerisch über Siegen unter Vermeidung der Autobahnen. Wir finden,
eine gute Entscheidung. Unsere Fahrt gestaltet sich als sehr ruhig
und entspannend. Über Köln wäre der Verkehr sicher sehr dicht
gewesen.
Nachdem wir uns in Büren eingerichtet haben, gehen wir gemeinsam in Paderborn essen. Dabei stellen wir fest, dass der Stellplatz direkt in Paderborn keine gute Idee gewesen wäre. Dort ist gerade Volksfest – von Ruhe keine Rede. Nach dem leckeren Steakessen sitzen wir noch lange im Womo zusammen.
Nachdem wir uns in Büren eingerichtet haben, gehen wir gemeinsam in Paderborn essen. Dabei stellen wir fest, dass der Stellplatz direkt in Paderborn keine gute Idee gewesen wäre. Dort ist gerade Volksfest – von Ruhe keine Rede. Nach dem leckeren Steakessen sitzen wir noch lange im Womo zusammen.
Freitag, 24. April 2015
Neef 70 km
Unsere nächste Station ist ein deutscher Lidl. Doch da müssen wir
erst einmal mit unserem Womo parken können. An sich ist der
Parkplatz groß genug und es sind auch genügend Plätze frei. Achim
fährt weit nach hinten und stellt sich quer auf mehrere freie
Buchten. Anders geht es nicht. Doch da hat er die Rechnung ohne einen
„freundlichen“ Autofahrer gemacht. Der stellt sich ohne jede
Notwendigkeit direkt vor uns. Damit wir nicht eingeklemmt werden,
bleibt Achim nichts anderes übrig als noch einmal ein paar Meter
zurück zu setzen. Es lebe das Miteinander im Straßenverkehr. Im
Lidl freuen wir uns nach vielen Wochen wieder auf das deutsche
Sortiment. Man mag es kaum glauben, aber das eine oder andere Produkt
vermisst man doch. Weiter geht es bis kurz vor Neef. Dann müssen wir
über eine recht enge Brücke. Hoffentlich kein Gegenverkehr! Na, was
schon – Gegenverkehr, kurz bevor wir das Ende der Brücke erreicht
haben. Ein Linienbusfahrer sieht uns zwar – vorausgesetzt er hat
keinen Sehfehler – fährt aber trotzdem etwa dreißig Meter auf die
Brücke, obwohl er nur ein paar Sekunden hätte warten müssen. Dann
stehen wir da. Dreißig Meter vor uns wäre das Brückenende. Hinter
uns ist das Brückenende vielleicht einhundert Meter entfernt. Achim
hat Zeit. Er schaltet die Warnblinkanlage ein und wartet – und
wartet – und wartet noch länger. Dann bildet sich auch hinter dem
Bus eine kleine Schlange von drei Autos. Logisch dass das Auto direkt
hinter dem Bus demselben bis fast auf die Stoßstange auffährt.
Damit bleiben nun auch dem Busfahrer kaum mehr Möglichkeiten.
Trotzdem fängt er endlich an zu rangieren. Seine Front kriegt er
noch ein bisschen an den Fahrbahnrand. Sein Heck ist aber noch zu
weit in der Fahrbahnmitte. Nach mehreren Versuchen schafft er es,
seinen Bus einigermaßen gerade zu stellen. Achim klappt seinen
Außenspiegel ein und Millimeter für Millimeter schieben wir uns
aneinander vorbei. Das wäre auch leichter gegangen. Nun ist es nicht
mehr weit bis zum Stellplatz.
Dort müssen wir uns erst durchfragen. Die Schilder für VE und auch für die Preise stechen nicht gerade ins Auge. Da wir einen reinen Wiesenplatz vorfinden und es morgen regnen soll, legen wir vorsichtshalber Antirutschmatten unter unsere Räder. Schließlich wollen wir morgen hier wieder weg kommen. Dann nehmen wir unsere Rucksäcke und machen uns auf in den Ort zur Weinprobe mit Brotzeit. Doch wir finden nirgends einen Wein nach unserem Geschmack. D. h. wir kommen nicht einmal zu einer einzigen Weinprobe. Schon das Angebot sagt uns nicht zu. Zurück am Womo kommt sogar noch ein Händler angefahren. Aber auch dessen Sortiment reißt uns nicht vom Hocker. Daher gibt es kalte Platte im Womo und gekühlten, portugiesichen Weißwein. Lecker!
Dort müssen wir uns erst durchfragen. Die Schilder für VE und auch für die Preise stechen nicht gerade ins Auge. Da wir einen reinen Wiesenplatz vorfinden und es morgen regnen soll, legen wir vorsichtshalber Antirutschmatten unter unsere Räder. Schließlich wollen wir morgen hier wieder weg kommen. Dann nehmen wir unsere Rucksäcke und machen uns auf in den Ort zur Weinprobe mit Brotzeit. Doch wir finden nirgends einen Wein nach unserem Geschmack. D. h. wir kommen nicht einmal zu einer einzigen Weinprobe. Schon das Angebot sagt uns nicht zu. Zurück am Womo kommt sogar noch ein Händler angefahren. Aber auch dessen Sortiment reißt uns nicht vom Hocker. Daher gibt es kalte Platte im Womo und gekühlten, portugiesichen Weißwein. Lecker!
Donnerstag, 23. April 2015
Minheim 2. Tag
Sollen wir weiterfahren oder nicht? Wir entscheiden uns, die
Entscheidung aufzuschieben, packen unsere Wanderrucksäcke und
marschieren in Richtung Weinberge. Karin packt sogar ihre
Wanderstöcke ein, die sie sonst immer vermisst hat. (Keine Frage,
dass sie die Dinger auch heute kein einziges Mal benutzt.) Unterwegs
sammeln wir logischerweise auch ein paar Caches ein. Aber zuerst
müssen wir im Ort Minheim steil bergauf, jedenfalls für unsere
Verhältnisse steil. Es geht vorbei an einem schönen Eichhaus
mit Blick in das Innere.
Dann verlassen wir den Ort und es geht noch steiler bergauf, bis wir an einer kleinen Kapelle
Rast machen und die grandiose Aussicht ins Moseltal genießen.
Damit haben wir unser für heute gestecktes Ziel erreicht und könnten umkehren, wenn Karin den Achim nicht zu einem „kleinen“ Umweg überreden würde. Der führt uns dann hoch am Weinberg zu einem weiteren Aussichtspunkt, von dem aus wir den Betrieb an einer Schleuse hervorragend beobachten können.
Der Rückweg zum Womo fällt anschließend recht leicht. Wir können uns kaum verlaufen, da wir von hoch oben einen guten Überblick haben, wo wir lang müssen. Zudem geht es nun nur noch bergab. So kommen wir gut gelaunt am Womo an. Wir resümieren: In den Weinbergen kann man eigentlich ganz gut wandern. Die Wege dienen meist als Fahrwege für die Weinbauern und sind deshalb recht gut ausgebaut. Der normale Verkehr fehlt, so dass man seine Ruhe hat. Und eigentlich genießt man jederzeit einen sehr guten Ausblick in das Moseltal. So ist die Zeit heute doch schon recht weit voran geschritten, dass sich das Weiterfahren nicht mehr lohnt. Dafür aber lohnt es sich bei dem herrlichen Wetter, den Grill anzuwerfen.
mit Blick in das Innere.
Dann verlassen wir den Ort und es geht noch steiler bergauf, bis wir an einer kleinen Kapelle
Rast machen und die grandiose Aussicht ins Moseltal genießen.
Damit haben wir unser für heute gestecktes Ziel erreicht und könnten umkehren, wenn Karin den Achim nicht zu einem „kleinen“ Umweg überreden würde. Der führt uns dann hoch am Weinberg zu einem weiteren Aussichtspunkt, von dem aus wir den Betrieb an einer Schleuse hervorragend beobachten können.
Der Rückweg zum Womo fällt anschließend recht leicht. Wir können uns kaum verlaufen, da wir von hoch oben einen guten Überblick haben, wo wir lang müssen. Zudem geht es nun nur noch bergab. So kommen wir gut gelaunt am Womo an. Wir resümieren: In den Weinbergen kann man eigentlich ganz gut wandern. Die Wege dienen meist als Fahrwege für die Weinbauern und sind deshalb recht gut ausgebaut. Der normale Verkehr fehlt, so dass man seine Ruhe hat. Und eigentlich genießt man jederzeit einen sehr guten Ausblick in das Moseltal. So ist die Zeit heute doch schon recht weit voran geschritten, dass sich das Weiterfahren nicht mehr lohnt. Dafür aber lohnt es sich bei dem herrlichen Wetter, den Grill anzuwerfen.
Mittwoch, 22. April 2015
Minheim 25 km
Achim hört den Bäcker auf den Stellplatz fahren und will ein paar
Brötchen holen. Da sieht er ein Baguette im Regal, kriegt große
Augen und entscheidet sich um. Leider falsch. Obwohl wir nur ein paar
Kilometer von Frankreich entfernt sind, ist dieses Baguette nicht mit
dem Original zu vergleichen: Bröselig, hart und ohne wirklichen
Geschmack. Schade! Wesentlich einfacher gerät unser Aufbruch bei der
Entsorgung. Wir müssen nicht einmal genau über den Abwasserschacht
rangieren. Der Betreiber des Stellplatzes hat ein selbstgebasteltes,
transportables Auffanggerüst zur Verfügung gestellt. So geht alles
viel einfacher.
Schwieriger ist die Frage, wo wir überhaupt hinwollen. Unsere Überlegung richtet sich nach den Sonnenkriterien: Morgensonne, Mittagssonne und Abendsonne. Das Kriterium Mitternachtssonne lassen wir in unseren Breitengraden mal außer Acht. Wir entscheiden uns für Minheim, gerade mal gut 25 km entfernt. Dort machen wir wieder eine kleine Cachetour. Wir wollen nur im Moseltal radeln und nicht hinauf auf die Weinberge klettern.
Das erscheint uns doch etwas zu anstrengend.
Der Radweg ist leider
nicht so prickelnd – soweit er überhaupt existiert. Es geht
teilweise an einer Autostraße entlang, was uns nicht sehr angenehm
ist. Dafür sehen wir aber ein paar hübsche Ecken und Dinge wie eine
historische, römische Kelter
und mitten im Wald eine uralte Wasserstelle.
Eine Brücke über die Mosel stellt uns dann wieder vor Probleme: Keine Ausschilderung, wie wir dort überhaupt hinauf kommen. Wir lösen dieses Problem mit etwas mutiger Kreativität. Und dann eine Baustelle, die die Brücke mittels Ampel zur Einbahnstraße macht. Da müssen wir Gas geben, sonst würden uns die eiligen Autofahrer rüberdrücken. Zurück am Stellplatz kommt auch schon der Kassierer. Achim fragt ihn, wieviel Wasser denn für ein Euro aus dem Hahn kommt. An der Versorgungssäule steht nur, dass er X Minuten Wasser bietet, aber nicht wieviel. Die Antwort überrascht nicht wirklich. Es seien etwa einhundert Liter, aber da der Wasserdruck und damit die Menge schwanken können, dürfe der Betreiber die Menge nicht angeben. Tolle Vorgabe des Amtsschimmels!
Schwieriger ist die Frage, wo wir überhaupt hinwollen. Unsere Überlegung richtet sich nach den Sonnenkriterien: Morgensonne, Mittagssonne und Abendsonne. Das Kriterium Mitternachtssonne lassen wir in unseren Breitengraden mal außer Acht. Wir entscheiden uns für Minheim, gerade mal gut 25 km entfernt. Dort machen wir wieder eine kleine Cachetour. Wir wollen nur im Moseltal radeln und nicht hinauf auf die Weinberge klettern.
| Die "Pille" gegen Insekten |
| Rasenmähen am Steilhang |
und mitten im Wald eine uralte Wasserstelle.
Eine Brücke über die Mosel stellt uns dann wieder vor Probleme: Keine Ausschilderung, wie wir dort überhaupt hinauf kommen. Wir lösen dieses Problem mit etwas mutiger Kreativität. Und dann eine Baustelle, die die Brücke mittels Ampel zur Einbahnstraße macht. Da müssen wir Gas geben, sonst würden uns die eiligen Autofahrer rüberdrücken. Zurück am Stellplatz kommt auch schon der Kassierer. Achim fragt ihn, wieviel Wasser denn für ein Euro aus dem Hahn kommt. An der Versorgungssäule steht nur, dass er X Minuten Wasser bietet, aber nicht wieviel. Die Antwort überrascht nicht wirklich. Es seien etwa einhundert Liter, aber da der Wasserdruck und damit die Menge schwanken können, dürfe der Betreiber die Menge nicht angeben. Tolle Vorgabe des Amtsschimmels!
Dienstag, 21. April 2015
Mehring 3. Tag
Karin nutzt die Möglichkeiten des mondänen Ortes Mehring, um unsere
Zuladungskapazität zu erhöhen. Sie radelt zum Frisör. Achim bekommt inzwischen netten Besuch.
Auf dem Rückweg kommt Karin an einigen Restaurants vorbei, womit der Entschluss für das Abendessen außer Haus gefasst ist. So radeln wir abends wieder los, um uns ein Restaurant auszusuchen. Wie immer die gleichen Kriterien: Möglichst einheimische Gäste, was auf Qualität hindeutet und eine Speisekarte, die unseren Wünschen und unserem Geldbeutel entspricht. Gesucht, gefunden. Das Essen ist auch wirklich gut, nur die einizige Bedienung ist mit der Menge der Gäste überlastet. So ist das Verhältnis zwischen Essen und Warten sehr unglücklich. Wir überlegen kurz, ob wir noch zwei Espresso bestellen wollen, überlegen es uns aber lieber anders, da wir nicht sicher sind, ob das noch vor der Sperrstunde was wird.
Auf dem Rückweg kommt Karin an einigen Restaurants vorbei, womit der Entschluss für das Abendessen außer Haus gefasst ist. So radeln wir abends wieder los, um uns ein Restaurant auszusuchen. Wie immer die gleichen Kriterien: Möglichst einheimische Gäste, was auf Qualität hindeutet und eine Speisekarte, die unseren Wünschen und unserem Geldbeutel entspricht. Gesucht, gefunden. Das Essen ist auch wirklich gut, nur die einizige Bedienung ist mit der Menge der Gäste überlastet. So ist das Verhältnis zwischen Essen und Warten sehr unglücklich. Wir überlegen kurz, ob wir noch zwei Espresso bestellen wollen, überlegen es uns aber lieber anders, da wir nicht sicher sind, ob das noch vor der Sperrstunde was wird.
Montag, 20. April 2015
Mehring 2. Tag
Wir sehen zu, wie sich der Stellplatz leert. Es ist Montag. Wir aber
bleiben und fahren mit unseren Rädern zum Einkaufen. Achim freut
sich besonders über Salzstangen. Die gab es leider im südwestlichen
Europa nirgends. Auch unsere diesbezüglichen Vorräte waren schon
längst zur Neige gegangen. Auf der Rücktour sammeln wir wie
gewöhnlich ein paar Caches ein. Zurück am Womo finden wir ein
Mosel-Kreuzfahrtschiff fest vertäut fast vor unserer Nase vor. Die Fahrräder gehören übrigens zum Schiff. Während das Schiff fährt, müssen/dürfen die Passagiere radeln.
Unser Blick aufs Wasser ist aber noch frei. Während sich der Stellplatz langsam wieder füllt, genießen wir das schöne Wetter und beobachten die Schwäne auf der Mosel. Fragt Karin: „Was ist das da eigentlich für ein Baum mit den weißen Blüten?“
Achim:“Ein Weißblütenbaum.“
Unser Blick aufs Wasser ist aber noch frei. Während sich der Stellplatz langsam wieder füllt, genießen wir das schöne Wetter und beobachten die Schwäne auf der Mosel. Fragt Karin: „Was ist das da eigentlich für ein Baum mit den weißen Blüten?“
Achim:“Ein Weißblütenbaum.“
Sonntag, 19. April 2015
Deutschland - Mehring 165 km
Wir merken nun doch, wie weit wir schon wieder im Norden sind. Die
Morgentemperaturen zeigen sowohl auf dem Innen- wie auch auf dem
Außenthermometer einstellige Werte an. Folge: Im Womo werfen wir
Frostbeulen die Heizung an. Das hatten wir schon lange nicht mehr
nötig. Als es dann warm ist, trauen wir uns auch aus dem Bett. Dann
die Überraschung: Ein Bäckerwagen hält direkt am Stellplatz.
Ehrensache, dass wir nun unsere wirklich letzten französischen
Baguettes erstehen. Gestärkt geht es nach Luxembourg zum Tanken. Ist
zwar dort auch kein Schnäppchen mehr, aber immerhin um einiges
günstiger als in Deutschland. Dann sind wir auch schon im Land
unserer Muttersprache und richten uns auf einem Stellplatz in Mehring
direkt am Moselufer ein. Herrlich!
Das mit der Sprache hat aber
einen Haken. Die deutschen Womonachbarn unmittelbar neben uns sind
ausgeflogen. Knapp hinter uns stehen Holländer und Schweden. Von
denen werden wir lautstark beschallt. Vielleicht sind sie ja etwas
schwerhörig.
Samstag, 18. April 2015
Millery 365 km
Obwohl wir nahe an einer Verkehrsstraße stehen, können wir ganz gut
schlafen. Wahrscheinlich müssen unsere Körper das Schlafdefizit von
gestern ausgleichen. Gegen Morgen fängt es dann auch wieder an,
leicht zu regnen. Das hält Achim aber nicht davon ab, ein paar Meter
Spazieren zu gehen und noch einmal richtiges französisches Baguette
direkt von einem französischen Bäcker zu kaufen. Diesen
kulinarischen Genuss werden wir die nächsten Monate sehr vermissen.
Wir fragen uns immer wieder, warum die deutschen Baguettes so wenig
mit ihren leckeren Schwestern aus Frankreich gemein haben. Wir werden
es wohl nie erfahren. Dann tanken wir schnell noch relativ günstig
bei einem Intermarche und fahren auf einer zunächst sehr holprigen
Strecke zweihundertsiebzig Kilometer nach Goncourt. Dort wollten wir
ursprünglich auch über Nacht bleiben. Aber es ist noch sehr früh
am Tag und der Wind ist trotz Sonnenschein recht kalt und heftig, so
dass wir uns schon wieder einigeln müssten. Dazu haben wir keine
Lust. Daher fahren wir gut sechzig Kilometer weiter nach Brulery.
Dort finden wir einen gemischten Parkplatz vor, den wir uns mit Pkws
und einer Radsportveranstaltung für Kinder teilen müssten. Da das
auch nicht nach unserem Geschmack ist, geht es noch einmal gut
dreißig Kilometer weiter bis Millery. Da wir diesen Platz direkt am
Moselufer kennen, hatten wir schon die Befürchtung, er könnte
überfüllt sein. Aber wir haben Glück. Weil sich hier der Wind
zurückhält und die Sonne lacht, ist die Welt für uns in Ordnung.
Wir wagen uns erfolgreich an einen Multicache und setzen uns anschließend in die Sonne.
Wir wagen uns erfolgreich an einen Multicache und setzen uns anschließend in die Sonne.
Freitag, 17. April 2015
Digoin 440 km
Die
Nacht war ungemütlich. Nach Mitternacht ging der normale Landregen
regelrecht in Starkregen über und prasselte mit solcher Vehemenz auf
das Womodach, dass wir andauernd geweckt wurden. Achim schaute sogar
einmal mit der Taschenlampe nach, ob wir schon unter Wasser stehen.
War aber nicht so schlimm. Die Tür ging auf, ohne dass Wasser ins
Innere floss. Ansonsten war draußen alles „spiegelglatt“. Nicht
so heute Morgen. Aus dem durchgehenden Wasserspiegel ist eine
Schlammwüste geworden. Achim muss das Stromkabel einrollen. Das geht
nur mit wasserfestem Schuhwerk und hochgekrempelten Hosenbeinen. Dann
geht es weiter nordwärts. Die Brücke von Millau ist durch den Regen
und/oder Nebel kein besonderer Touristenmagnet. Man kann kaum von
einem Ende zum anderen sehen. Nur der Blick in den Abgrund ist
ungetrübt. Da sich das Wetter kaum bessert, machen wir gut Strecke
bis Digoin, wo wir gerade noch einen Platz bekommen. Hier treffen
sich an einem Freitag Abend die Rückkehrer aus dem Süden (wie wir)
mit denen, die jetzt erst in den Süden aufbrechen und natürlich den
„normalen“ Wochenendausflüglern.
Donnerstag, 16. April 2015
Lac du Salagou 150 km
Nachdem heute Nacht ein paar Regentropfen auf unser Womodach gefallen
sind, und es am Morgen auch bedeckt ist, beschließen wir
weiterzufahren. Doch zunächst brauchen wir Wasser. Unser Stellplatz
hat eine französische Ver- und Entsorgungsanlage. Das Entsorgen
klappt prima. Nur das Versorgen ist etwas schwierig. Bargeld
akzeptiert der Automat nicht, nur Kartenzahlung. Leider verschmäht
er auch unsere deutsche Kreditkarte. Achim quatscht einen Franzosen
an, ob er ihm mit seiner französischen Karte aushelfen kann und
will. Er tut es. Der Automat akzeptiert seine Karte, Achim gibt ihm
zwei Euro und das Wasser läuft. Tröpfchen für Tröpfchen. Man kann
es im Wassertank plätschern hören. Zehn volle Minuten lang. Dann
haben wir in etwa einhundert Liter getankt. Nun verstehen wir auch,
warum die Franzosen an solchen Versorgungsanlagen so viel Zeit
brauchen. Zum Glück stand keiner mehr hinter uns. Wir waren an
diesem Vormittag wie üblich wieder mal die Letzten. Dann fahren wir
endlich los. Unser Ziel ist nur fünfundfünfzig Kilometer entfernt:
Les Cabanes de Fleury. Wir kommen schnell voran über Narbonne bis
Coursan und dann nur noch langsam. In Coursan dürfen nur Fahrzeuge
mit weniger als siebeneinhalb Tonnen einfahren. Was machen eigentlich
die schwereren? Eine erkennbare Umleitung gibt es nicht. Wir
wurschteln uns durch den Ort der engen Einbahnstraßen. Was bleibt
uns auch anderes übrig? Wenn man einmal abgebogen ist, muss man eben
durch. Nach Coursan erleben wir eine landschaftlich sehr schöne
Strecke. So ist sie auch im Atlas gekennzeichnet. Es geht bergauf und
bergab mit vielen Kurven wie in den Alpen. Kaum Verkehr, und wenn
doch, dann nur mit Anhalten und Vorbeilassen. Wir haben ja Zeit. Nach
weit über einer Stunde kommen wir tatsächlich in Les Cabanes de
Fleury an. Einige Womos stehen schon da. Trotzdem tote Hose und kein
Wetter für Außenaktivitäten. Wir trinken Kaffee, schauen uns
gegenseitig tief in die Augen - und fahren weiter. Unser nächstes
Ziel kennen wir: Lac du Salagou. Dort waren schon einmal vor ein paar
Jahren. Zunächst fahren wir einen uns noch nicht bekannten Platz in
dem Örtchen Octon an, der uns aber nicht zusagt. Eingeengt im Ort
neben alten Rostlauben. Kein schöner Womoplatz. Wir fahren ein Stück
weiter und sehen ein paar Womos am Ufer des Lac. Doch dort stehen
Übernachtungsverbotsschilder. Ob die um diese Jahreszeit ernst
gemeint sind, wissen wir nicht, wollen aber keinen Ärger. Daher
steuern wir den nächsten Platz an, den wir von früher schon gut
kennen. Der Parkplatz ist auch ohne Einschränkung ausgeschildert,
aber – durch eine Schranke komplett gesperrt. Das ist deutlich. Es
bleibt uns nicht viel anderes übrig, als einen offiziellen
Stellplatz neben einem Campingplatz anzufahren. Dort ist es zwar
nicht besonders schön, aber man steht auf relativ festem Untergrund
(falls es regnet), man hat WLAN-Zugang (allerdings sehr schwach) und
Strom, den man bei regnerischem Zwangsaufenthalt im Womo gut
gebrauchen kann. Schließlich haben wir noch ein kleines
Erfolgserlebis als ein französisches Womo auf dem Stellplatz
auftaucht und die Insassen uns nach den Gegebenheiten des Platzes
(Wie kommt man an Wasser? Wo muss man sich anmelden? Was kostet was?
Hat man hier Fernsehempfang über Satellit?) befragen. Wir müssen
wohl mit unserem bisschen Französisch einen guten Eindruck gemacht
haben. Jedenfalls bedanken sie sich für die Auskünfte, stellen sich
neben uns, bunkern Wasser, melden sich bei der Rezeption an und
richten ihre Satellitenschüssel erfolgreich aus.
Mittwoch, 15. April 2015
Port-La-Nouvelle 4. Tag
Die Sonne lacht doch wieder. Dazu weht ein etwas frischerer Wind. Wir
packen unsere Wanderrucksäcke und machen uns auf, den Hang zu
erklimmen, den man schon vom Stellplatz aus sehen kann. Dort oben
finden wir Überreste einer alten Wehranlage aus dem zweiten
Weltkrieg. In einen der Bunker führen viele Treppenstufen hinein ins
dunkle Nichts. Ein paar Meter gehen wir hinein. Dann kehren wir
wieder zurück ans Tageslicht. Eine Taschenlampe wäre nicht schlecht
gewesen. Den Cache nicht weit vom Eingang loggen wir natürlich. Dann
folgen wir einem Rundwanderweg mittlerer Schwierigkeitsstufe, der mal
besser aber auch mal schlechter markiert ist. Wir werden mit einem
tollen Blick auf Port-La-Nouvelle und das Mittelmeer belohnt.
Eine Aussichtsplattforn ist gut mit Schildern ausgestattet und informiert uns rundum über das, was wir sehen. Dann machen wir uns auf den Rückweg. Am Stellplatz angekommen nehmen wir die Fahrräder, um auf dem Campingplatz zum Duschen zu fahren. Dabei erkunden wir den nahe gelegenen Super U. Dort gibt es neben einer Tankstelle eine Waschanlage, die auch für Womos geeignet ist, eine Ver- und Entsorgung, die auch Münzen annimmt (was in Frankreich nicht selbstverständlich ist) und eine öffentliche Wäscherei. Alles, was der Womofahrer so braucht. Dann, gegen Abend, macht sich die Sonne doch wie angekündigt rar und versteckt sich hinter einer leichten Wolkendecke.
Eine Aussichtsplattforn ist gut mit Schildern ausgestattet und informiert uns rundum über das, was wir sehen. Dann machen wir uns auf den Rückweg. Am Stellplatz angekommen nehmen wir die Fahrräder, um auf dem Campingplatz zum Duschen zu fahren. Dabei erkunden wir den nahe gelegenen Super U. Dort gibt es neben einer Tankstelle eine Waschanlage, die auch für Womos geeignet ist, eine Ver- und Entsorgung, die auch Münzen annimmt (was in Frankreich nicht selbstverständlich ist) und eine öffentliche Wäscherei. Alles, was der Womofahrer so braucht. Dann, gegen Abend, macht sich die Sonne doch wie angekündigt rar und versteckt sich hinter einer leichten Wolkendecke.
Dienstag, 14. April 2015
Port-La-Nouvelle 3. Tag
Nach unserer gestrigen etwas längeren Radtour treten wir heute
wieder einiges kürzer. Wir radeln vorbei an einer riesigen Kirche
hinunter in den Hafen
und steuern dann die Promenade des Ortes an. Dabei müssen wir am Industriehafen vorbei und staunen, wie groß er doch ist.
Die Promenade selbst ist vergleichbar mit vielen anderen Urlaubspromenaden am Mittelmeer.
Keine Besonderheiten – außer vielleicht zwei Caches, die wir suchen und finden. Am Ende der Promenade finden wir einen schönen Platz, wo Womos direkt am und auf dem riesigen Sandstrand stehen – allerdings wohl nur tagsüber. Die Schilder sind eindeutig und verbieten das Übernachten. So erkennen wir später auch ein Womo wieder, dass zum Übernachten auf unseren Stellplatz fährt. Wir aber machen erst einen kleinen Umweg zu Aldi. Wir haben den Laden schon vom Stellplatz aus gesehen. Dummerweise ist er aber durch Bahngleise getrennt, so dass die radelbare Entfernung doch einen ganzen Kilometer ausmacht. Dann nutzen wir das Wetter und genießen die Sonne mit anschließendem Grillabend. Morgen soll es etwas bedeckter und windiger werden. Lassen wir uns überraschen.
hinunter in den Hafen
und steuern dann die Promenade des Ortes an. Dabei müssen wir am Industriehafen vorbei und staunen, wie groß er doch ist.
Die Promenade selbst ist vergleichbar mit vielen anderen Urlaubspromenaden am Mittelmeer.
Keine Besonderheiten – außer vielleicht zwei Caches, die wir suchen und finden. Am Ende der Promenade finden wir einen schönen Platz, wo Womos direkt am und auf dem riesigen Sandstrand stehen – allerdings wohl nur tagsüber. Die Schilder sind eindeutig und verbieten das Übernachten. So erkennen wir später auch ein Womo wieder, dass zum Übernachten auf unseren Stellplatz fährt. Wir aber machen erst einen kleinen Umweg zu Aldi. Wir haben den Laden schon vom Stellplatz aus gesehen. Dummerweise ist er aber durch Bahngleise getrennt, so dass die radelbare Entfernung doch einen ganzen Kilometer ausmacht. Dann nutzen wir das Wetter und genießen die Sonne mit anschließendem Grillabend. Morgen soll es etwas bedeckter und windiger werden. Lassen wir uns überraschen.
Montag, 13. April 2015
Port-La-Nouvelle 2. Tag
Weil es uns hier gut gefällt und das Wetter mitmacht, bleiben wir
noch. Wir satteln die Räder und fahren am Kanal entlang in Richtung
Narbonne.
Dies hat zwei Vorteile: Einmal kann man sich am Kanal nicht verfahren und zum zweiten hat ein netter Zeitgenosse ganz viele Caches am Wegesrand deponiert, was wir leidlich ausnützen.
Zurück am Womo wollen wir uns eine Dusche gönnen. Der Stellplatz bietet Duschen im Preis inbegriffen an. Nur finden wir keine. Des Rätsels Lösung: Wir bekommen am Empfang einen Zettel, mit dem wir zum 0,7 Kilometer entfernten Campingplatz radeln und dort die Duschen benutzen dürfen. Ist vielleicht etwas umständlich, geht aber auch.
Dies hat zwei Vorteile: Einmal kann man sich am Kanal nicht verfahren und zum zweiten hat ein netter Zeitgenosse ganz viele Caches am Wegesrand deponiert, was wir leidlich ausnützen.
Zurück am Womo wollen wir uns eine Dusche gönnen. Der Stellplatz bietet Duschen im Preis inbegriffen an. Nur finden wir keine. Des Rätsels Lösung: Wir bekommen am Empfang einen Zettel, mit dem wir zum 0,7 Kilometer entfernten Campingplatz radeln und dort die Duschen benutzen dürfen. Ist vielleicht etwas umständlich, geht aber auch.
Sonntag, 12. April 2015
Frankreich - Port-La-Nouvelle 350 km
Die Rechnung auf diesem Camping-/Stellplatz birgt eine kleine
Überraschung. Beim Einchecken erhielten wir einen Flyer mit dem
Übernachtungspreis 9,50 €. Bezahlen müssen wir aber 11,45 €.
Wie kommt's? In Deutschland müssen dem Endverbraucher immer die
Bruttopreise (also einschließlich Märchensteuer) genannt werden.
Nicht so im übrig einig Europa. 9,50 € ist also erst mal der
Nettopreis. Daneben steht auch – nartürlich viel kleiner – 8 %
VAT, was Umsatzsteuer bedeutet. Leider ist dieser Betrag nicht
aktuell. Zur Zeit werden nämlich 10 % kassiert. Fehlt immer noch ein
Euro? Hier kommt die Kurtaxe für zwei Personen zu tragen, also 2 x
0,50 € drauf. (Wir dachten immer, die Kurtaxe sei eine rein
deutsche Erfindung. Dem ist wohl nicht so.) Zusammengefasst: 9,50 +
0,95 + 1,00 = 11,45. Allerdings müssen wir zugeben, wir waren
gewarnt. Beim Einchecken haben wir gewohnheitsmäßig nach dem
Gesamtpreis gefragt und als Antwort 11,45 € erhalten. Nur erklären
konnten wir uns diesen Preis zunächst nicht. Man lernt halt immer
noch etwas dazu. So auch an einer spanischen Mautstation. Dazu müssen
wir vorausschicken, dass wir mal gebührenpflichtige Straßen fahren
und mal nicht. Je nach Lust und Laune bzw. abhängig davon, ob wir
langsam durch die Gegend bummeln oder schnell Strecke machen
wollen/müssen. Um Großstädte machen wir normalerweise sowieso
einen großen Bogen wie in diesem Fall um Barcelona. Also, wir stehen
vor einer Mautstation in der Schlange. Vor uns ein Reisebus und ein
spanischer Pkw. Der Pkw hält ungewohnt viel Abstand zum Reisebus.
Wir fragen uns schon, ob er Probleme hat. Motor abgwürgt oder so.
Aber als sich für den Bus die Schranke öffnet, legt der Pkw einen
Formel I-Start hin und mogelt sich mit dem Bus durch, ohne zu
bezahlen. Jeder mag sich dazu seinen Teil denken. Was wir nicht
wissen, ist, ob hier eine Videoüberwachung etwa zu einem
korrigierenden Bußgeldbescheid führt. Wäre aber interessant zu
wissen. Ganz was anderes erleben wir wenig später auf einem
Autobahnparkplatz. Zwei junge Deutsche sprechen uns an. Sie seien aus
Versehen auf die mautpflichtige Autobahn geraten und haben es
verpasst, den Einfahrbeleg zu ziehen (womit man nachweisen kann/muss,
wo man aufgefahren ist). Da können wir leider auch keinen Rat geben,
außer sich bei der nächsten Mautstation zu melden und den
Sachverhalt dort zu klären, was für nicht spanisch sprechende
Deutsche auch nicht leicht sein wird. So ist das Leben. Wo wir schon
mal beim Thema sind. Kurz vor Girona kommen wir selbst ins Grübeln.
Eigentlich handelt es sich hier um eine mautpflichtige Autobahn. Wir
ziehen auch einen Einfahrbeleg. Zusatzschilder deuten aber darauf
hin, dass die Autobahn bis Girona Nord mautfrei sei. Was gilt nun?
Als wir kurz hinter Girona die Autobahn verlassen, führen wir
unseren Beleg in den Schlitz der Maschine ein, die Schranke öffnet
sich und wir dürfen ohne zu bezahlen fahren. Glück gehabt. Wer
jetzt denkt, wir hätten viel gespart, der irrt. Kurz vor der
spanisch-französischen Grenze tanken wir schnell noch voll. Wir
haben ja auf der Herfahrt gelernt, dass der Sprit in Spanien
günstiger ist als in Frankreich. Denkste! Hat sich geändert. Was
wir natürlich erst in Frankreich merken. Dann ist es nicht mehr weit
bis zu unserem nächsten Stopp in Port-La-Nouvelle, wo wir einen
schönen, kleinen und günstigen Stellplatz finden.
Samstag, 11. April 2015
Cambrils 105 km
Wir brechen auf und füllen gleich an der Nationalstraße unsere
Alugastankflasche. Danach machen wir einen Dieseltankstopp bei einer
Supermarkttankstelle. So vorbereitet fahren wir weiter in Richtung
Frankreich. Aber heute wollen wir nur gut einhundert Kilometer bis
Cambrils, um den dortigen Stellplatz zu inspizieren. Nachdem in
Tarragona das Übernachten etwas fragwürdig geworden ist, suchen wir
nach Alternativen. Man hört so allerlei Abschreckendes: Die Zufahrt
über die Bahngleise sei nicht geeignet für Fahrzeuge mit langem
Radstand (was wir haben). Der Platz sei staubig und dreckig. Wegen
der Bäume habe man keinen Fernsehempfang. Wir stellen fest: Die
Bahngleise meistern wir langsam, mit der gebotenen Vorsicht, ohne
aufzusetzen.
Der Platz, zumindest der Teil, wo die Womos stehen sollen, ist genauso staubig wie andere Plätze am Meer; und Dreck haben wir nicht entdeckt. Die Bäume sind ausgeschnitten und stören den Fernsehempfang nicht im mindesten, außer man parkt ziemlich dämlich. Aber selbst dann könnte man eben einen Meter vor oder zurück fahren und alles ist gut. Einzig die Sonne macht sich hinter einem Wolkenschleier etwas rar.
Der Platz, zumindest der Teil, wo die Womos stehen sollen, ist genauso staubig wie andere Plätze am Meer; und Dreck haben wir nicht entdeckt. Die Bäume sind ausgeschnitten und stören den Fernsehempfang nicht im mindesten, außer man parkt ziemlich dämlich. Aber selbst dann könnte man eben einen Meter vor oder zurück fahren und alles ist gut. Einzig die Sonne macht sich hinter einem Wolkenschleier etwas rar.
Freitag, 10. April 2015
Peniscola 5. Tag
Letzte Nacht tröpfelten ein paar Regentropfen auf unser Womodach.
Klar, dass das keine uns bekannte Wettervorhersage erwähnt hatte.
Doch am Morgen scheint wieder die liebe Sonne. Wir radeln kurz zu
Lidl für ein paar letzte (spanische) Einkäufe und machen es uns am
Womo bequem. Am Abend genießen wir unsere wahrscheinlich ebenfalls
letzten (spanischen) Garnelen; gegrillt am Womo auf dem Gasgrill und
verzehrt im Womo. Ein paar Wolken haben sich vor die Sonne geschoben,
so dass der zwar schwache, aber doch recht kühle Wind seine Wirkung
entfalten kann.
Donnerstag, 9. April 2015
Peniscola 4. Tag
Bewegungsdrang und deshalb (für unsere Verhältnisse) große
Radtour. Die letzten Tage waren wir doch etwas faul. Deshalb
beschließen wir, heute ein paar Kilometer mehr mit dem Rad zu
fahren. Wir wollen bis Vinaroz, ein paar Caches einsammeln und wieder
zurück. Bis hinter Benicarlo läuft alles ganz normal. Dann aber
müssen wir wieder ein paar Umwege machen, weil die üblichen Ramblas
uns den Weg versperren. Einmal landen wir sogar in einer echten
Sackgasse. Da geht selbst mit Fahrrad nichts mehr. Also müssen wir
umkehren und einen anderen Weg suchen. In Vinaroz ist großer Markt.
Interessiert uns aber nicht so sehr. Nach wenigen Metern weiter haben
wir unser Ziel, natürlich einen Cache, erreicht. D. h. erst müssen
wir ihn finden. Das ist gar nicht so einfach. Auf einer Mole soll er
irgendwo zwischen den Steinen versteckt sein. Wir finden lange Zeit
nichts außer jeder Menge Müll. Wir wollen schon fast aufgeben, weil
wir keine Lust verspüren, im Müll herum zu stochern, da zeigt er
sich doch noch – an einer Stelle völlig ohne Müll. Glück gehabt.
Den nächsten finden wir in einem kleinen Restaurant in Vinaroz.
Ehrensache, dass wir dort auch etwas verweilen und konsumieren. So
ein Cache ist kein großer Aufwand, aber ein guter Magnet, Gäste
anzulocken. Sei es dem freundlichen Personal vergönnt. Der dritte
auf dem Rückweg ist relativ einfach und schnell gefunden. Der
vierte, inzwischen sind wir schon wieder in Benicarlo, führt uns
erst etwas in die Irre, ist dann aber doch gnädig. So machen wir
noch eben bei Lidl halt, füllen unsere Vorräte auf und kehren
zurück zum Womo. Zwar haben wir so heute nur wenig in der Sonne
gelegen, aber doch einen herrlichen, erfolgreichen und vor allem
aktiven Tag verbracht. Dann gönnen wir uns auch noch ein Abendessen
am Gasgrill.
Mittwoch, 8. April 2015
Peniscola 3. Tag
Ein ganz normaler Tag. Wir radeln zum Chinaladen, wo wir ein paar
Kleinigkeiten für unseren Womohaushalt erstehen. Anschließend geht
es zu Mercadona. Wir wollen uns noch ein letztes Mal mit Dorsch und
Garnelen versorgen, auch wenn letztere ein Vermögen kosten. Zurück
am Womo – na was schon? - Sonne. Am Abend legen wir die Dorsche auf
den Grill.
Dienstag, 7. April 2015
Peniscola 2. Tag
Am Morgen brechen viele Osterurlauber auf und verlassen unseren
Stellplatz. Diese Gunst der Stunde nutzen wir und setzen um auf einen
besonders schönen, sonnigen Platz. Von dort radeln wir in den
Nachbarort Benicarlo, wo wir einen Cache an einem nett anzuschauenden
Kreisverkehr finden.
Unser Einkauf in einer Filiale einer sehr großen
Ladenkette ist nun auch erfolgreich. Schließlich ist Ostern vorbei
und – Weihnachten steht vor der Tür. Nein, ich habe nicht
getrunken und mich auch nicht am Kopf gestoßen. Zum Beweis füge ich
dieses Bild bei.Ich habe es heute, am Dienstag nach Ostern in dieser Filiale gemacht.
Montag, 6. April 2015
Peniscola 230 km
Heute haben wir drei Dinge vor: Wir wollen bei Lidl einkaufen, unsere
Tankgasflasche füllen und nach Peniscola fahren. Als wir Daimus
verlassen, stellen wir schon fest: Es ist überall sehr ruhig. Die
Spanier haben ihre Osteraktivitäten beendet. Leider auch die
Geschäftsleute; denn obwohl am Ostersonntag viele Geschäfte
geöffnet waren, wenn auch nur stundenweise, so sind heute die
meisten Geschäfte geschlossen – so auch Lidl. Gut, dass Karin
vorgesorgt hat und unser Überleben gesichert ist. Auch viele
Tankstellen bleiben geschlossen. So finden wir auf den
zweihundertdreißig Kilometern keine Tankstelle, die unsere
Gasvorräte auffüllen kann. Vielleicht übersehen wir auch die ein
oder andere. Aber Fakt ist, so langsam wird unsere Flasche leer sein.
Hilft nichts, da müssen wir durch. In Peniscola erfahren wir wieder
eine Überraschung: Der Stellplatz, auf den wir wollen, ist gerammelt
voll. Doch wir haben Glück. Ein Plätzchen ist noch frei –
unseres. Dann richten wir uns ein und warten auf Dienstag. Das sollte
dann wirklich wieder ein normaler Werk- und Geschäftstag sein.
Sonntag, 5. April 2015
Daimus 5. Tag
Trotz aller Unkenrufen zum Trotz herrscht heute wieder schönes
Wetter und wir erholen uns vom gestrigen „fleißigen“ Tag durch
Nichtstun. Schließlich muss der Ostersonntag entsprechend gewürdigt
werden. Außerdem soll sich an den nächsten Tagen die Sonne wirklich
rarer machen.
Samstag, 4. April 2015
Daimus 4. Tag
Nach dem gestrigen faulen Tag verspüren wir wieder etwas
Bewegungsdrang, was an dem heutigen etwas kühlerem Tag gar nicht so
verkehrt scheint. Wir wollen insgesamt so an die zwanzig Kilometer
radeln und dabei drei Caches aufnehmen. Geplant, geirrt. Wegen
einiger wasserführender Ramblas müssen wir einen Zickzack-Kurs
radeln und kommen zu dem ersten Cache anstatt nach sechs Kilometern
erst nach zwölf Kilometern. Außerdem können wir wegen der
Osterwoche (hier Semana Santa genannt) nicht den direkten Weg über
die Promenade wählen. Es ist da einfach zu voll zum Radfahren.
Dieses Spiel wiederholt sich bei den beiden anderen Caches, so dass
wir auf ziemlich genau vierzig Kilometer kommen. Für uns nicht
schlecht, zumal wir noch der offensichtlich aussterbenden Spezies der
Selbsttreter angehören, also der Radfahrer, die sich noch ohne
Elektromotor abmühen müssen. Als wir schließlich etwas ausgepowert
wieder am Womo sind, lugt die liebe Sonne wieder hervor. Das haben
wir gut abgepasst.
Freitag, 3. April 2015
Daimus 3. Tag
Heute ist wieder mal Waschtag. Dann steht nur Warten und Sonnen auf
der Liste, bis die Wäsche trocken ist. Danach nur noch Sonnen.
Donnerstag, 2. April 2015
Daimus 2. Tag
Wir revidieren unsere Entscheidung von gestern, heute nach Peniscola
zu fahren. Gestern hatten wir angefragt, ob noch freie Plätze über
Ostern zur Verfügung stünden. Erstens hat man uns da keine Hoffnung
gemacht. Zweitens bekommen wir die Information, dass die Preise dort
ebenfalls kräftig angehoben worden sind. Dann macht ein Weiterfahren
keinen Sinn. Wir bleiben in Daimus, genießen die Sonne und einen
Grillabend. Die Wetternachrichten am Abend melden für Deutschland
frostige Temperaturen während hier auf der iberischen Halbinsel so
um die fünfundzwanzig Grad sein sollen. Was will man mehr?
Mittwoch, 1. April 2015
Daimus 205 km
Wir wollen weiterfahren. Hier in Los Alcazares wissen wir nicht, ob
wir an Ostern nicht vielleicht doch weggeschickt werden. Also fahren
wir auf eine Landstraße parallel zur Autobahn weiter nach Norden,
was sich als Fehler erweist. Unser Navi hat mit den kleinen Straßen
ein paar Probleme, schickt uns zwar schön am Strand des Mar Menores
entlang, aber so kommen wir nicht weiter. Zudem blockiert ein
Wochenmarkt eine Straße und wir fahren uns fest. Mit eingeschalteter
Warnblinkanlage und Karin als Einweiserin bugsieren wir uns wieder
aus dem Dilemma heraus. Dann schrauben wir uns in die Höhe in
Richtung Alcoy. Es geht sehr steil bergauf, so dass wir teilweise in
den dritten Gang schalten müssen und bei der Hitze (darüber wollen
wir uns aber nicht beklagen) die Kühlwasseranzeige in Bewegung
gerät, aber zum Glück im grünen Bereich bleibt. Dann haben wir die
Höhe erreicht und „gleiten“ langsam wieder hinunter in das Tal
nach Gandia. Dort müssen wir einen kleinen Stau ertragen bis wir in
Daimus auf einem neuen, schönen Stellplatz ankommen. Nur die
Preisgestaltung geht uns etwas gegen den Strich. Jetzt in der
Karwoche wurden die Preise angehoben. Dadurch scheint uns Peniscola
mit seinen Stellplätzen günstiger. Wir entscheiden, morgen dorthin
zu fahren. Für heute aber machen wir Schicht und radeln die Umgebung
ab, natürlich unter Mitnahme zweier Caches.
Am Strand merkt man doch, dass die Spanier den Winter hinter sich gebracht haben und die Saison nicht nur für Touristen eröffnet ist.

Für uns ein Zeichen, dass unsere Überwinterungssaison sich langsam aber sicher dem Ende entgegen neigt.
Am Strand merkt man doch, dass die Spanier den Winter hinter sich gebracht haben und die Saison nicht nur für Touristen eröffnet ist.
Für uns ein Zeichen, dass unsere Überwinterungssaison sich langsam aber sicher dem Ende entgegen neigt.
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