Donnerstag, 31. Juli 2014

Sikhall – Vänersborg 110 km

Wir müssen zugeben, dass wir uns noch einen faulen Tag in Amal gegönnt haben. D. h. nicht ganz faul. Wir haben immerhin einen Cache bei der Touristeninformation gesucht und gefunden. Dann aber waren wir doch wieder ganz faul. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist nicht mehr ganz so beständig. Deshalb heißt die Devise: Sonne ausnutzen. Heute aber brechen wir wieder auf und fahren die Westküste des Vänern entlang. Der erste angesteuerte Badeplatz ist nicht schlecht. Aber die Luft steht dort und die Mücken sind auch aktiv. Es ist halt etwas schwül geworden. Unser nächster Anlaufpunkt verliert sich in engen Sträßlein. Beim Umkehren spricht ein Schwede Karin an und bietet uns sogar an, auf seinem Grundstück zu parken, wenn wir zum Strand laufen wollen. Alternativ empfiehlt er uns wenige Kilometer weiter einen großen Parkplatz mit Badestrand. Wir bedanken uns artig und fahren den Tipp in Sikhall an. Der Mann hatte recht. Der Parkplatz ist auch für uns groß genug. Es ist auch Platz. Wahrscheinlich wegen des wechselhaften Wetters. Wir machen erst einmal Kaffeepause. Dann wollen wir unsere Stühle aus dem Womo holen, als es anfängt zu regnen. Dadurch wird der Platz fast komplett leer. Wir machen es uns im Womo gemütlich und harren der Dinge. Nach einiger Zeit hört der Regen auch wieder auf. Achim macht einen Strandspaziergang und entdeckt einige Surfausrüstungen, aber ohne Besitzer.
 Kurze Zeit später ändert sich das. Die Surfer gehen auf das Wasser, einschließlich einem Kiter. Wir holen jetzt doch noch unsere Stühle und setzen uns an den Strand, um die Wassersportler zu beobachten. Da der Wind anfangs doch recht mäßig ist, hat vor allem der Kiter seinen Spaß. Die (Wind-) Surfer müssen sich noch ein wenig gedulden. Dann reicht es aber auch für sie. Gegen Abend werden alle müde und auch wir packen unsere Sachen und fahren ein paar Kilometer weiter nach Vänersborg. Dort entscheiden wir uns für einen normalen Parkplatz,
 schauen uns aber auch den offiziellen SP an. Der kostet ohne Strom stolze 160 SEK, mit Strom 200 SEK. Zur Erinnerung: In Amal haben wir ohne Strom 100 SEK gezahlt, mit wesentlich schönerem Ambiente. Man kann nicht immer alles haben.

Noch ein kleiner Nachklapp: Als wir in Amal gestartet sind, wollte uns unser Navi so schicken:
Ich schwöre, dass ich kein Amphibienfahrzeug habe und in den Einstellungen des Navis auch ganz deutlich "Womo" ohne jede Schwimmfähigkeit angegeben habe.

Dienstag, 29. Juli 2014

Amal 20 oder auch 90 km

Heute verlassen wir Säffle und fahren nach Amal, gerade mal zwanzig Kilometer südlich. In der Touristeninformation erkundigen wir uns über den SP, besichtigen ihn und beschließen, erst einmal die Gegend zu erkunden. Vielleicht finden wir wieder so einen schönen Badeplatz wie gestern. Der erste würde zum Parken taugen, aber nicht zum Schwimmen. Zu viel Gras und Schilf. Der zweite ist schöner zum Baden, aber für unser Womo zu beengt. Der dritte existiert gar nicht wirklich. Hier gibt es nur einen kleinen Bootsanleger. Also fahren wir wieder zurück nach Amal auf den SP. 
Hier können wir uns neben unser Womo in die Sonne setzen und wahlweise auf den Vänern schauen
 oder auf das bunte Treiben im und am Bootshafen.
Alles malerisch. Man könnte glauben, man ist am Mittelmeer. Nur dass es dort wohl ungemein schieriger ist, einen so schönen SP zu finden.

Montag, 28. Juli 2014

Cachen und Baden in Säffle


Beim Frühstück kommen wir auf die Idee, es mal wieder mit Cachen zu versuchen. Während unserer Norwegentour hatten wir so häufig schlechtes Internet, dass wir uns die Mühe sparten, Caches herunterzuladen. Vorplanung war auch nicht möglich, da wir unsere Route nach Lust und Laune festlegten. Leider funktioniert das Herunterladen auch hier nicht. Achim hat aber einen Hinweis auf ein Update. Da unser Internetkontingent sowieso bald ausläuft, lädt Achim das Update herunter und – siehe da – die Caches lassen sich auch wieder herunterladen. Zwei in der Nähe unseres SP wählen wir aus. Der erste ist gar nicht so einfach, aber genial. An einem Stromverteiler hat jemand ein Entlüftungsgitter so angebracht, dass man glaubt, es gehöre zum Kasten. In Wirklichkeit verbirgt sich der Cache aber dahinter. Der zweite Cache wird zur Enttäuschung. Die Koordinaten schicken uns an einer Schleuse mitten ins Wasser. Das hilft uns nicht wirklich. Wir lesen die Kommentare. Dort steht, dass die Koordinaten ungenau sind. Der Schleusenwärter könne helfen. Leider ist der nicht anwesend. Nach einiger Zeit ziemlich sinnlosem Suchen geben wir auf. Allerdings hat die Sucherei doch noch etwas Gutes. Karin findet neben der Schleuse auf einer Hinweistafel eine Information auf einen Badeplatz in der Nähe. Dort fahren wir hin und haben Glück. Die Zufahrt ist auch für unser Womo machbar. Wir finden sogar ein schattiges Plätzchen für unser Womo.
Dann stürzen wir uns in Sichtweite des Womos in die Fluten; mit anschließendem Rösten. Gegen Abend füllt sich dieser „Geheim“ (?) - Platz zusehends. Dann packen wir zusammen. Unsere Befürchtung, es könnten uns ein paar Pkws zugeparkt haben, bewahrheitet sich nicht. Nette Schweden. Nun wollen wir aber auch nicht mehr weiter. Wir fahren die etwa sieben Kilometer wieder zurück zu unserem gestrigen SP.

Sonntag, 27. Juli 2014

Säffle 110 km

Gestern haben wir einen ganz faulen Tag eingelegt, sind auf dem CP geblieben und haben gebadet, sowohl im See als auch in der Sonne. Obwohl Achim sich unter der Markise verkrochen hat, ging ein Sonnenbrand an ihm nicht vorbei. Bei ihm kann die Sonne wohl um die Ecke brennen. Heute geht es aber wirklich weiter. Wir wollen endlich an den Vänern, einen großen See, eigentlich schon ein Binnenmeer. Dafür fahren wir etwa einhundert Kilometer östlich bis Säffle. Dort steuern wir einen Badeplatz an, den wir aus einem Prospekt der Touristeninformation haben. Gleich ein Reinfall. Kurz vor dem Ziel geht es auf einer Schotterpiste mit vielen tiefen Löchern steil bergab. Runter kämen wir zwar, aber ob wieder hoch ist die Frage. Karin lotst Achim beim Rückwärtsfahren. Hier hat er ja schon einige Übung (Gegenverkehr mit Bus in Norwegen). Dann fahren wir direkt nach Säffle zur Touristeninformation. Aber da gibt es auch kein anderes Material. Also weiter ausprobieren. Der nächste Badeplatz ist aber schon von vornherein unerreichbar. Ein Schild „Gesperrt für Kraftfahrzeuge aller Art“ verweigert uns die Zufahrt. Einen Badeplatz haben wir noch. Der liegt aber bei einem Campingplatz. Da kommt „wildes“ Übernachten nicht so gut. Außerdem wäre der Parkplatz voll in der Sonne, was bei der Hitze auch keinen Spaß macht. Daher entschließen wir uns, auf einen offiziellen SP in Schäffle zu fahren. 
Der ist nicht einmal schlecht. Er liegt ganz nett am Yachthafen. Nur die Stromsäulen sind abgesperrt, was uns aber nichts ausmacht. Dafür scheint er kostenlos zu sein – zumindest noch. Dort suchen wir uns ein möglichst schattiges Plätzchen und genießen die Natur bis uns ein aufziehendes Gewitter mit kräftigem Regen ins Womo treibt.

Freitag, 25. Juli 2014

Schweden Täckefors – Sandaholm 210 km

In Kongsberg können wir bei der Shell Express entsorgen und auch versorgen. Nur wollen wir hier auch tanken, um unsere letzten NOK los zu werden. Dabei müssen wir erfahren, dass das Express für bargeldlos steht. Also weiter. Wir finden doch noch eine Tankstelle, die Bares nimmt und Achim tankt ganz langsam und angemessen, um die letzten Kronen auch genau zu treffen und ja nicht zuviel zu tanken, denn sonst müsste er doch die Kreditkarte zücken. Dann tauchen wir hinab in den Fjordtunnel bei Drammen. Sieben Prozent Gefälle, low gear! Im Tunnel merkt man nur am Tacho, dass es bergab geht und wie schnell man wird. Selbst im dritten Gang bei erlaubten Siebzig hat die Motorbremse ganz schön zu tun. Unten angekommen dauert es gar nicht lange bis der Anstieg beginnt. Wahrscheinlich auch wieder so um die sieben Prozent. Der dritte Gang schafft die Siebzig natürlich nicht, und die Kühlwassertemperatur steigt auch wieder an, bleibt aber in einem vernünftigen Rahmen. In Schweden machen wir erst einmal eine kleine Kaffee- und Verschnaufpause. Dann holen wir uns in einer Touristeninformation Material über den Vänern-See. Einige Kilometer weiter bei Sandaholm sehen wir einen CP, einen See und einige Womos am CP. Da haben wir keine Lust mehr zu fahren, aber sehr viel Lust auf den See.


Donnerstag, 24. Juli 2014

Heddal – Kongsberg 150 km


Wir fahren die Straße zurück nach Amot. Dort tanken wir und fragen nach einer VE. Die junge Bedienung hat keine Ahnung. Ein paar hundert Meter weiter sehen wir selbst ein Hinweisschild zu einer VE. Alles gut. Dann machen wir in Kultur und besuchen die berühmte Heddal-Stabkirche.
 Sie soll die größte in Norwegen sein. Uns beeindrucken schon einmal die vielen Dachkonstruktionen von außen. Dann erstaunt uns eine Art Rundgang komplett um die Kirche herum. Die junge Dame an der Kasse freut sich, uns in deutsch begrüßen zu können. Wir gönnen uns den Eintritt von siebzig NOK pro Person und bewundern die Baukonstruktion innen.
 Hier dürfen wir sogar mit Blitzlicht Bilder machen. Dann fahren wir ein Stück weiter zu einem Picknickplatz auf einer Anhöhe, wo wir uns erst einmal ein paar Stunden neben unser Womo setzen und faulenzen. Wir wollen die Sonne noch genießen, denn es wird schlechteres Wetter angesagt. Kaum dass wir uns entschließen, weiterzufahren, fängt es auch schon an zu tröpfeln und Blitz und Donner stimmen gleich mit ein. Wir wollen zu einem empfohlenen SP fahren, machen aber etwa einen Kilometer vorher Halt. Der Schotterweg ist zunächst nicht das Problem. Aber ein Schild mit dem Hinweis auf einen Privatweg und einer (im Moment) geöffneten Schranke. Wir respektieren den Privatweg und kehren um. Dabei fangen die Vorderräder auf dem Schotter an, durchzudrehen. Es geht aber doch noch gut. Schließlich finden wir nahe Kongsberg wieder einen kleinen Badesee mit großem Parkplatz mit Parkerlaubnis bis vierundzwanzig Stunden (was für eine Übernachtung völlig ausreichend ist) kurz vor einer Silbermine. Hier lassen wir uns nieder, müssen nur einmal noch kurz umsetzen, weil Achim fernsehen will und natürlich so parkt, dass ein Baum genau im Süden steht.
 Fünfzig Meter weiter gibt es dann doch noch Fernsehnachrichten. Ach ja. Nach dem Abendessen können wir nicht widerstehen, uns eine kleine Erfrischung im See zu gönnen. Hier ist kein Bauer mit seinem Güllewagen in Sicht. Die Silbermine wollen wir nicht besichtigen.
 Einerseits würde uns das einhundertfünfzig NOK pro Person kosten, andererseits sollen in dem Stollen nur sechs Grad Celsius herrschen und drittens haben wir gehört, dass diese Exkursion doch recht oberflächlich sei.




Mittwoch, 23. Juli 2014

Langfoss – Hankelitunnel – Totaksee 180 km


Diese Nacht haben wir allein verbracht. Obwohl der Picknickplatz mit seinem Badesee uns ganz toll erscheint, fahren alle anderen Womos vorbei bzw. weiter. Wahrscheinlich stört, dass die E sehr nahe vorbei führt und es deshalb nicht so still ist. Wir jedenfalls konnten sehr gut schlafen. Unser Weg führt uns wieder in Gegenrichtung auf die E, also nach Osten. Am Parkpkatz zum Langfoss legen wir einen Stopp ein. Der Wasserfall ist sehr hübsch, leicht zu erreichen und wirklich ein paar Fotos wert. 
Gleich am Parkplatz haben die Norweger ein paar glattgeschliffene Steine mit diversen Erklärungen aufgestellt. Auch die sind das Hingucken wert. Dann verzichten wir auf einen vielleicht möglichen Stellplatz im Rondal. Der Gamlevegen dorthin begrenzt die Zufahrt für Fahrzeuge bis dreieinhalb Tonnen und zwei Meter Breite. Das passt für uns zweimal nicht. Nach dem Hankelitunnel machen wir weit über eintausend Meter eine ausgedehnte Pause. Hier oben ist die Luft einiges frischer als im heißen Tal. Kurz nach der Weiterfahrt sehen wir einige Womos rechts von der Straße frei stehen. Das erinnert uns ein bisschen an die Freistehgepflogenheiten in Spanien. Wir wollen auch so einen Platz, haben aber Pech. Wir finden zwar die richtige Abfahrt von der Hauptstraße, aber links und rechts des kleinen Weges sind alle Buchten belegt. Da passen sowieso kaum mehr als zwei Womos auf einmal hin. Dann geht es steil bergab. Dort wäre vielleicht noch Platz, aber Achim hat Angst um sein Womo und dreht lieber um. Auf der Rückfahrt zur Hauptstraße hätten wir noch einmal rechts abbiegen können zu einem zweiten Platz. Wir aber fahren zurück zur Straße und wollen ein paar hundert Meter später wieder abbiegen, sehen schon den Platz mit noch freien Flächen, kneifen aber wieder, weil an der Abfahrt eine so hohe Kante ist, dass wir fürchten aufzusetzen. Damit sind diese herrlichen Plätze verpasst. Sollte es ein nächstes Mal geben, würden wir auf dem ersten kleinen Weg bleiben und dort ein paar hundert Meter parallel zur Hauptstraße fahren, um auf den zweiten Platz zu kommen. Nun fahren wir die nächsten Picknickplätze ab, finden aber nichts, was uns zusagt. Schließlich biegen wir links ab und fahren ein paar Kilometer bis zum Totaksee. Dort finden wir ein schönes Plätzchen direkt gegenüber des Sees. Heute verzichten wir auf ein Bad.

Dienstag, 22. Juli 2014

Quer durchs Land zur E 134 120 km


Am Morgen müssen wir noch etwas nachholen. Wir haben nämlich ein Durchgangverbotenschild am Parkplatz gefunden, dass aber eine Ausnahme zulässt, den Zugang zu den „Steinritzungen“. Die müssen wir uns natürlich anschauen. Ein Weg führt uns vom Parkplatz steil bergab zu Felsritzungen, die wie Boote ausschauen. Dann müssen wir wieder steil bergauf zurück zum Parkplatz, um auf der anderen Seite wieder steil hinab zu den Felsritzungen zu gelangen, die wie Rehe oder Hirsche oder so ähnlich ausschauen. Beim erneuten Aufstieg zum Parkplatz meint Achim, ob man in ein paar tausend Jahren auch so über unsere heutigen Sprayer denkt. Wahrscheinlich hatte damals auch nur irgendein Spinner Langeweile und hat seinen Frust in den Fels geritzt. Aber ganz im Ernst: Schaut schon kulturmäßig gut aus. Dann wollen wir uns langsam in Richtung Südosten bewegen. So allmählich nähert sich unser Urlaub auch dem Ende und wir müssen den Kompass nach Oslo ausrichten. Wir nehmen uns vor, quer durch das Hinterland bis zur E 134 zu fahren und unterwegs an schönen Plätzen Halt zu machen, um die Seele baumeln zu lassen und das ein oder andere Picknick einzulegen. Soweit der Plan. Aber spätestens als die 48 mit der 49 zusammen kommt, vermissen wir die gesuchten Plätze. Außerhalb der Touristenanhäufungen wird an den Fjorden fast so eng gebaut wie in Spanien am Meer. Die Anwohner haben selbst kaum Platz für ihre Autos. Für ein 7 m -Womo wird es richtig eng. Den einzigen Platz, um mal einen Kaffee zu trinken, finden wir an einer Ausfahrt zu einer Art Kiesgrube. Machbar aber nicht besonders gemütlich. Wir müssen allerdings einräumen, dass wir auf unserer Route auch einen offiziellen Womostellplatz gefunden haben. Allerdings ist uns der Preis von über zweiundzwanzig Euro für eine Nacht nicht gerade als Schnäppchen erschienen. So bleiben an diesem Tag zwei Fährfahrten und einige Ausweichmanöver an Engstellen die einzigen Highlights. Außer Spesen nichts gewesen. Vielleicht doch noch eines. Unser Picknickplatz an der E 134 hat einen schönen See (ohne Salz) nebenan. Den nutzen wir genauso gerne wie die Einheimischen. Herrlich erfrischend nach so einem schweißtreibenden Tag. Eine Einschränkung ergibt sich etwas später. Ein Bauer kommt mit seinem Traktor und einem Gülleanhänger an den See gefahren und hält einen Rüssel vom Gülleanhänger in das Wasser. Da der Bauer dieses Geschäft recht weit von uns entfernt betreibt, schaut Achim sich das durch das Fernglas an. Die befürchtete braune Brühe kann er nicht ausmachen. Es scheint, als ob der Bauer den Güllewagen nur gespült hat und mit frischem Seewasser auffüllt. Trotzdem glauben wir einen bestimmten Geruch wahrzunehmen und sehen von weiterem Plantschen ab.

Montag, 21. Juli 2014

Steinsdalsfossen – Framsnes – Soregarden 120 km

Gestern waren wir die ersten und heute sind wir wie inzwischen üblich die letzten. Wir haben auch Zeit. Die meisten Sehenswürdigkeiten, die wir uns vorgenommen haben, konnten wir besuchen und – ganz ehrlich – bewundern. Jetzt fehlte uns eigentlich nur noch Bergen. Aber wir haben uns sagen lassen, der Wohnmobilplatz existiert nicht mehr. Man empfiehlt uns, weit außerhalb auf einen Campingplatz zu gehen, von dort aus zur nächsten Bahnstation zu fahren, dort zu parken, mit dem Zug nach Bergen zu fahren und dann das Ganze wieder umgekehrt. Mal abgesehen von den Kosten ist uns das dann doch zu umständlich und zu aufwendig, nur um das zu sehen, was uns interessiert. Das wäre die Altstadt Bryggen und vielleicht eine Fahrt mit der Schrägbahn, um Bergen von oben zu sehen. Also lassen wir Bergen (für diesmal) rechts liegen und nehmen die 7 südwärts. Wir merken wie der Trubel und der Verkehr abnimmt. Zwar gibt es auch auf dieser Route viele Touristen, aber doch erheblich weniger. Wir machen unseren ersten Halt am Steinsdalsfossen. Ein hübsch anzusehender Wasserfall, leicht vom großen, neuen Parkplatz aus zu erreichen. Das Besondere an diesem Wasserfall ist, dass man dahinter durchgehen kann. 
Wir finden diesen Ausflug gut.
 Dann wollen wir bei Kvam zu einem Bergsee abbiegen. Die Straße ist mal wieder sehr „norwegisch“. Steil, enge Haarnadelkurven, Gegenverkehr ganz doof. Achim muss sogar einmal in den ersten Gang schalten; und das will schon was heißen. Nur die Parkplätze am See verdienen ihren Namen nicht. Man könnte das Wort wörtlich nehmen. Parkplatz. Also ein und meist genau ein Platz zum Parken. Zumindest wenn man mit einem Womo ankommt. Ein Pkw tut sich da leichter. Wir gelangen unverrichteter Dinge wieder in Kvam an. Dort wollen wir einen Stellplatz anfahren, schrecken aber vor dem Tagespreis von einhundert NOK ohne jeden Service zurück. Ein paar Kilometer weiter in Framsnes finden wir einen wunderschönen Parkplatz direkt am Fjord, wo wir viele Menschen baden sehen. Gerade fährt ein Pkw weg und Achim bugsiert unser Womo in die Lücke. Wir hätten nie gedacht, dass wir nach Norwegen fahren, um Badeurlaub zu machen. Aber es ist tatsächlich so. Das Wasser ist warm und nur mäßig salzig, weil hier am Fjordende die Bergflüsse den Salzgehalt gering halten. Nur einmal wird Achim unruhig. Er sieht, wie zwei andere Womos Probleme mit dem Anfahren haben. Die Erklärung: Der Parkplatz hat einen ganz groben und weichen Teerbelag. Für leichte Pkws kein Problem. Für schwere Womos aber schon. Achim läuft in der Badehose zum Womo. Auch unsere Räder (jedes knapp mit einer Tonne belastet) fangen bei dieser Gluthitze an, den Teer kuschelig zu finden. Achim muss tatsächlich beim Anfahren etwas wippen (wie im Winter bei Schnee), um wieder los zu kommen. Dann parkt er um auf einen festeren Untergrund. Für die Nacht wollen wir diesen Platz nicht benutzen. Sonst sind wir morgen doch noch tiefer gelegt. Wir fahren ein kleines Stück weiter nach Süden und finden bei Soregarden einen kleinen Picknickplatz mit herrlichem Blick auf den Fjord und – man mag es kaum glauben – Astraempfang. Wir können endlich einmal deutsche Nachrichten ansehen. Dabei belassen wir es dann aber auch. Karin setzt sich nebn das Womo und liest, während Achim hinunter zum Fjord marschiert und wieder einen Köder riskiert. Diesmal hat der Fjordtroll zumindest etwas Mitleid. Er lässt Achim den Köder, wenn auch widerwillig. Ein paar Mal muss Achim ganz schön ziehen, um ihn aus dem Tang zu kriegen. Allerdings ein bisschen fies ist der Troll doch. Er warnt alle Fische, zumindest so lange, bis Achim aufgibt.


Sonntag, 20. Juli 2014

Naeroyfjord – Gudvangen – Tvindefoss – Voss – Dale 110 km

Kaum dass wir losgefahren sind, wird es auch schon wieder dunkel. Wir sind im nächsten Tunnel. Dahinter liegt gleich Gudvangen, das wir aber erst mal in Richtung Naeroyfjord passieren und stehen an einer Baustelle neben einer Fähre. Karin steigt aus und erkundigt sich nach dem Weg. Wir sind tatsächlich richtig, müssen die Baustelle durchqueren und gelangen auf eine sehr enge kleine Straße mit nur wenigen Steigungen. Zum Glück gibt es hier auch wenig Verkehr. Wir schlängeln uns so durch bis wir fast am Ende der Straße angekommen sind.
 Jetzt erkundet Achim den Weg. Zweihundert Meter weiter trifft er einen Deutschen, der ihm von einer Weiterfahrt abrät. Er wäre gestern noch einmal hundert Meter weiter gewesen und hätte beinahe nicht mehr wenden können. Ein Anwohner hat ihm die Toreinfahrt aufgemacht, sonst wäre der Rückwärtsgang gefragt gewesen. Mit diesen Informationen drehen wir lieber wieder um und fahren in Gudvangen die Tankstelle an, um zu ver- und entsorgen. Hier ist richtig was los. Übers Wochenende findet hier ein Wikingerfest statt, so dass man überall Zelte und urige Typen, männlich wie weiblich, sieht. Das Ver- und Entsorgen ist gar nicht so einfach. Wir müssen uns erst an den vielen Reisebussen, Pkws und Menschen vorbeimogeln, bis wir die Station erreichen. Dort stehen wir für Wasser an, denn die Busfahrer benutzen die eigentlich für Womos gedachte Station, um ihre Busse zu waschen. Anschließend suchen wir uns einen Parkplatz, von dem wir zum Tvindefoss wandern wollen. Aber der Wanderweg geht an der Hauptstraße entlang. Wir verzichten lieber. Deshalb halten wir direkt am Tvindefoss auf einem Parkplatz, machen unser Foto und gönnen uns je ein Eis. Der nächste Halt ist kurz hinter Voss. Dort laufen wir ein paar Meter in eine schöne kleine und kühle Schlucht.
 Kein Massentourismus hier. Wahrscheinlich gefällt es uns deswegen so gut. Nun wollen wir uns einen Platz für die Nacht suchen und fahren hier parallel zur Hauptstraße weiter. Ein Fehler! Es gibt kaum Haltemöglichkeiten, nur wenige Ausweichbuchten und ein paar morastige Holzlagerplätze. Schließlich kommt uns an einer Engstelle auch noch ein betagter Norweger entgegen, der sich zuerst weigert, mit seinem kleinen Pkw zurück zu setzen. Erst als Achim demonstrativ den Motor abstellt, setzt er zurück. Jetzt verstehen wir auch sein Zögern. Er hat das Rückwärtsfahren weiß Gott nicht erfunden. Einmal hupt Achim, damit er aufwacht und nicht im Graben landet. Bei der Ausweichbucht bleibt er mitten auf der Straße stehen. Achim bleibt nichts anderes übrig, als selbst links an ihm über die Ausweichbucht vorbei zu fahren. Dann sind wir wieder auf der Hauptstraße, der E16, und natürlich immer wieder in Tunnels. Hinter einem davon, kurz vor Dale, entdecken wir einen schön gelegenen Picknickplatz, den wir gerne ansteuern. Hier können wir tief durchatmen, denn die Hitze ist doch recht stark. Abends gegen neun Uhr haben wir noch fast dreißig Grad auf dem Außenthermometer. Am Fjord unterhalb des Parkplatzes versucht Achim mal wieder zu angeln. Zwei Würfe macht er. Dann steckt sein Köder fest. Wahrscheinlich wischt ihm da der sogenannte Fjordtroll eins aus und hält ihn in der Tiefe fest – und lacht. Es hilft alles nichts. So sehr er sich auch bemüht, der Troll bleibt Sieger, die Schnur reißt und der erst frisch gekaufte Köder ist Geschichte. Achim beschließt, den nächsten Versuch lieber wieder von einer Brücke oder zumindest an einem Grasufer zu wagen. Wenn es denn überhaupt noch einmal eine Gelegenheit dazu gibt. Inzwischen ist „unser“ Parkplatz international geworden: vier Womos, je eines aus Schweden, Frankreich, Norwegen und natürlich wir aus Deutschland. Wir Ausländer sind sauber, nur der Norweger lässt bewusst seinen Abwassertank offen. Schade. Bisher hielten wir Norwegen immer für ein besonders sauberes Land. Aber auch hier gibt es wie überall schwarze Schafe.


Samstag, 19. Juli 2014

Flambahnmuseum

Heute geht es in das Flambahnmuseum. Doch, auch wenn der Eintritt frei ist, die Ausstellung ist nicht nach unserem Geschmack. Zu wenig Informationen über den eigentlichen Bau der Bahn. Wir sind offensichtlich vom Fjordmuseum vorgestern verwöhnt. Darum beschließen wir uns einen faulen Tag zu gönnen und fahren wieder zur gestern erwähnten Lichtung zurück.

Freitag, 18. Juli 2014

Aurlandsvejen – Flam – Undredal 80 km

Wir haben es schon platschen gehört. Aber es hilft nichts. Am Morgen muss Achim auf unser Dach klettern und unser Womo von Möwenkacke befreien. Man könnte glauben, die Biester haben Zielflugübungen durchgeführt. An der Essostation können wir unseren Luftdruck an den Reifen überprüfen und sogar auf über fünf Bar erhöhen. Das geht nicht an allen Tankstellen. Die meisten Geräte versagen bei so hohen Drücken. Dann haben wir die Wahl: Entweder den mit vierundzwanzig Kilometern längsten Tunnel Europas durchfahren oder den sogenannten Schneeweg, also den Aurlandsvejen über den Pass mit achtundvierzig Kilometern und einer Passhöhe von 1306 m. Wir entscheiden uns für die touristische Alternative. Gleich beim ersten Abzweig zum Pass wird die Straße ganz, ganz eng. Wir sind aber früh dran und somit haben wir hier kaum Gegenverkehr. Unser Womo schnauft ganz brav nach oben. Da die Luft frisch ist, haben wir diesmal auch kaum Probleme mit dem Kühlwasser. Nur auf den Spritverbrauch sind wir neugierig, denn wir kommen aus dem zweiten Gang kaum heraus. Oben ist die Aussicht atemberaubend. Man fühlt sich über den Wolken. Zwar hatten wir unterwegs ein paar Nebelfelder; hier oben aber sind sie verschwunden. Ein paar Schönwetterwölkchen ziehen auf unserer Höhe vorbei und geben den Blick auf eine schier unendliche Weite sowohl nach unten ins Tal wie auch nach oben in den blauen Himmel frei. Dann fahren wir weiter, noch eine ganze Weile auf etwa der gleichen Höhe. 
Doch dann beginnt unweigerlich der Abstieg. Mindestens so steil wie der Aufstieg mit vielen Haarnadelkurven. Eine kleine Pause noch an einer Aussichtsplatform, von wo wir Aurland in der Tiefe


 und Drachenflieger (nicht auf diesem Bild) in der Höhe über dem Fjord sehen.
 Dann weiter. Die Straße erscheint noch schmäler als beim Aufstieg. Einige kleine Ausweichbuchten ermöglichen unser Vorbeikommen an entgegen kommenden Pkws. Leider kann man nicht weit voraus schauen, weil überall Kurven sind und bergab behindert die Bewaldung ein voraus schauendes Fahren. Aber Pkws sind zum Glück schmal und machen oft rechtzeitig Platz. Blöd wäre natürlich ein Lkw oder ein Bus. Und da ist er schon. Kommt um die nächste Kurve, steht und wartet auf den Sanktnimmerleinstag. Achim bleibt nichts anderes übrig als den Rückwärtsgang einzulegen und zwei-, dreihundert Meter rückwärts den Berg wieder hinauf zu fahren, bis er an einen Ausweichplatz kommt. Dann passiert uns der Bus. Der Fahrer lobt Achim mit erhobenem linken Daumen: „Danke. Gut gemacht.“ Was er mit der rechten Hand macht, kann Achim nicht sehen. Aber er vermutet, dass dort der Stinkefinger seinen Dienst tut. Denn als Achim weiter fährt, sieht er, dass der Bus nur ein paar Meter rückwärts zu einer anderen Ausweichstelle gehabt hätte. Sch....! Dann sind wir in Aurland und finden einen schönen Platz zum Ausruhen direkt am Fjord. Übernachten wollen wir hier aber nicht. Der Platz ist zu nahe an den Wohnhäusern. So fahren wir weiter bis Flam. Schließlich wollen wir morgen sowieso das Flambahnmuseum besuchen. Doch Flam ist eine Enttäuschung für uns. Auf den riesigen Parkplätzen stehen zwar Womos. Aber Schilder verbieten die Übernachtung (außer auf dem CP natürlich).
 Wie wir am nächsten Tag erfahren werden, wurden die Womos auch gegen zweiundzwanzig Uhr vertrieben. Wir beugen dem vor. Schließlich haben wir uns mit Informationen versorgt und fahren zum ersten Bahnhof bergauf (aber nicht steil) mit großem Parkplatz wie angekündigt. Womoverbot! Auf zum zweiten Bahnhof mit Parkplatz. Kleiner Schotterplatz mit drei Pkws schon voll geparkt. Also wieder zurück, durch den Tunnel Richtung Gudvangen und dann rechts ab nach Undredal. Dort gibt es die angekündigten Picknickplätze leider auch nicht mehr. Sogar der CP in Undredal ist voll. Wir kehren um und fahren wieder Richtung Hauptstraße. Kurz vor der Hauptstraße tritt Achim auf die Bremse. Er glaubt in einer kleinen Lichtung ein Womo gesehen zu haben. Richtig. Wir gesellen uns dazu. Später finden sich hier insgesamt fünf Womos für die Nacht ein.


Donnerstag, 17. Juli 2014

Gaupne – Solvorn – Hestnes – Sogndal – Kaupanger – Laerdal 100 km


Am Morgen werden wir durch Regen und ankommende Fahrzeuge geweckt. Macht aber nichts. Wir haben gestern den Gletscher fast trocken erreichen können und wollen heute weiter in Richtung Laerdal. In Gaupne tanken wir (sehr teuer) und vermissen die Entsorgung. Fragen können wir niemanden, da hier die Tanksäulen nur automatisch funktionieren und weit und breit kein Mensch zu sehen ist. Also geht es weiter zur Fähre in Solvorn, die nach Urnes übersetzt, um dort die Stabkirche zu besichtigen. Der Weg ist leider umsonst. Der als groß angekündigte Parkplatz ist recht eng und bescheiden, die Parkdauer ohne Zuzahlung auf zwei Stunden begrenzt. Somit merken wir uns vor, falls wir die Stabkirche in Urnes einmal besichtigen wollen, werden wir einen Landumweg einplanen. Wieder zurück auf der Hauptstraße bei Hestnes weist sofort ein Entsorgungsschild auf eine Tankstelle hin. Wir sehen aber nichts. Achim geht fragen. Der freundliche Herr zeigt ihm an der Außenmauer ein Fallrohr mit aufgeschraubtem Verschluss, das für die Entsorgung bestimmt ist. Einfacher und effektiver geht es wohl kaum. Schließlich können wir unser Glück kaum fassen, als Karin in Sogndal eine Tankstelle mit Autogas entdeckt. Wir wären beinahe vorbei gefahren, weil die eigentliche Tankstelle rechts liegt, die Autogas-Zapfsäule aber gegenüber links auf einem (wahrscheinlich ehemaligen) Stellplatz liegt. Das Tanken ist etwas umständlich. Es funktioniert nur mit Kreditkarte ohne Beleg. Um die Zapfpistole an das deutsche System anschließen zu können, ist ein Adapter aber ohne das Filterzwischenstück notwendig, sonst kriegt man es nicht dicht. In Kaupanger schauen wir uns die Stabkirche von außen an. Von innen würde sechzig Kronen pro Person kosten. Da zehren wir lieber von der Besichtigung in Lom. Ein paar hundert Meter weiter finden wir das Bootsmuseum, auch Fjordmuseum genannt, kurz vor dem Fähranleger. Hier ist der Eintritt frei und wir sind baff. Wahrscheinlich muss man maritim interessiert sein, um dieses Museum zu schätzen. Wir jedenfalls finden dieses Museum ganz toll. Man kann einige alte Boote besichtigen, erfährt viele Dinge über Zubehör, Bauweisen, Werkzeuge, Handwerkskunst, Fischfang. 
Vieles ist auch in deutsch und mit Zeichnungen belegt. Obwohl der Eintritt ja frei ist, entschließen wir uns hier für eine finanzielle Spende, da wir das Gefühl haben, es sei es uns wert und ist gut angelegt. Hier hat man mit dem Herzen ein Museum gestaltet. Wir fahren noch ein paar hundert Meter weiter zu einem öffentlichen Campingplatz ohne Schranke und ohne Personal. Man müsste einhundert NOK in einen Umschlag stecken, um bleiben zu dürfen. Aber das Angebot wird wohl nicht geschätzt. Wir wären die einzigen Gäste. Also geht es weiter auf die Fähre nach Laerdal. Dort wollen wir die Altstadt besichtigen. Wir finden einen riesigen Platz gegenüber der Altstadt, wo auch schon einige Womos stehen. Wir gesellen uns dazu. Wie wir noch erfahren werden, wird dieser Platz als Schuttablageplatz von Lkws genutzt. Aber dennoch ist genügend Freiraum für alle. Man muss sich halt nicht gerade neben so einen abgeladenen Steinhaufen stellen. Denn dort wird der nächste Lkw sein nächstes „Häufchen“ machen wollen. Die Altstadt selbst ist sehr schön und übersichtlich.


Mittwoch, 16. Juli 2014

Kraftwerk Jostedalen – Nigardsbreen 80 km


Am Morgen traut sich die Sonne kurz heraus, verschwindet dann aber wieder und macht dem Nieselregen Platz. Zeitweise wird aus dem Niesel aber auch richtiger Regen. Wir fahren langsam weiter ins Tal Richtung Gaupne. Es geht wieder ganz schön steil und eng bergab. Bei Gegenverkehr müssen wir die Ausweichstellen abpassen. Aber irgendwie sind wir dann unten am Fjord. Wir biegen in Gaupne rechts ab und machen Station am Kraftwerk Jostedal. Um 12:00Uhr nehmen wir an der Führung teil. Unser Führer spricht Norwegisch und Englisch. Somit haben wir keine Verständigungsprobleme. Zunächst aber geht es mit einem Minibus über einen Kilometer weit und achtzig Meter tief in einen Tunnel. Dort unten wurde die Turbine eingebaut, die das Wasser aus den Bergen, aus dem Stausee und dem Gletscher nutzt.
 Ein Videofilm erklärt Bau und Inbetriebnahme des Kraftwerkes. Am Ende zahlen wir zwanzig NOK pro Person für diese Führung. Wir fanden sie sehr interessant und können sie wirklich weiter empfehlen. Die Führungen finden um zehn, zwölf und vierzehn Uhr in den Sommermonaten statt. Dann fahren wir weiter zum Breeheim Center und informieren uns über den Nigardsbreen, einen Gletscherausläufer nach Süden. Wir sehen den Gletscher schon vom Center aus, fahren aber die knapp vier Kilometer weiter bis zum letzten Parkplatz vor dem Gletscher (vierzig NOK Maut).
 Dann müssen wir noch fast eine Stunde über steiniges Gelände bis an den Gletscher bzw. bis kurz davor. So weit man halt darf. Je näher wir dem Gletscher kommen, desto imposanter erscheint er. Aus der Ferne fast schmutzig, aus der Nähe im strahlenden Blau, vor allem, weil die Sonne auch wieder etwas hervorspitzt. Wir sehen die Wassermassen aus dem blauen „Maul“ des Gletschers strömen.
 Lustig erscheinen die Minieisberge auf dem Gletschersee davor. Einige nahe am Ufer kann man mit der Hand herausfischen und sieht dann, dass der größte Teil dieser Cocktailklötzchen unter Wasser war. Wir lernen, dass hier auch ein größerer Teil unter Wasser ist als im Nordmeer, weil das Süßwasser nicht so trägt wie das Salzwasser. Klingt logisch. Zurück am Womo ist dann ausruhen angesagt und wir sind froh, dass wir die Maut geopfert haben, denn dieser zusätzliche lange Fußweg wäre insgesamt gesehen zuviel gewesen. Ein kleiner Nachtrag zum Brikdalsbreen: Zwar ist dort der Fußweg um einiges einfacher, die zweimalige Dusche mal ausgeklammert. Aber uns hat dieser Teil besser gefallen. Man kommt weiter an den Gletscher heran und der Farbeindruck ist besser. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.



Dienstag, 15. Juli 2014

Lom – Sognefjell 100 km


Im Laufe des gestrigen Abends haben wir noch von zwei weiteren Womos Gesellschaft bekommen und dann eine ruhige, erholsame Nacht gehabt. Dafür sind wir heute wieder die Letzten, die diesen Platz verlassen. Recht schnell kommen wir in Lom an. Die Touristeninfo ist gleich am Anfang des Ortes. Die Stabkirche aber auch. Der Eintritt kostet uns einhundertzehn NOK. Wir finden das ganz schön teuer, vor allem, weil wir in der Kirche nicht einmal mit dem Blitz arbeiten dürfen. Aber dennoch ist das Interieur schon beeindruckend. Fast alles aus Holz, aber mit Ornamenten und Bildern. Einer der Kassierer ist Deutscher und steht uns gerne für Fragen zur Verfügung. Nachdem wir unseren Wissensdurst gestillt und uns satt gestaunt haben, umrunden wir die Kirche von außen. 
Dabei müssen wir über den Friedhof laufen. Die Gräber bestehen nur aus Grabsteinen. Also bei weitem nicht so aufwendig gestaltet wie bei uns. Allerdings ist es schon ein komisches Gefühl, wenn man so „über“ die eigentlichen Gräber geht. Anschließend besuchen wir ein Bauernmuseum. Hier interessiert uns vor allem, wie hier früher das Wasser zu den Höfen und zu den Feldern transportiert wurde. Wichtig war das vor allem, weil dieses Tal nur wenige hundert Milliliter Niederschläge im Jahr hat. (Wahrscheinlich kommt diese Menge genau heute herunter.) Wir fahren weiter zum Sognefjell. Es geht recht sanft aber beständig von 430 m hoch bis auf 1470 m. Hier kann man auch die höchsten Gipfel Norwegens bewundern und vielleicht auch erwandern und besteigen. Es ist hier etwas kühler. Trotzdem nutzen wir fast jede Haltemöglichkeit, um uns an der atemberaubenden Natur satt zu sehen. Es ist einfach schön und man sollte viel Zeit für die Stopps einplanen. Auf der anderen Seite geht es nun wesentlich steiler wieder hinab. Wir aber unterbrechen unsere Fahrt gegenüber dem Hotel Turtagro. Der weitere Abstieg wird Achim für heute dann doch zuviel.

Montag, 14. Juli 2014

Grotli - Lom 120 km

Wir stehen etwas müde und kaputt auf, als ob wir gestern selbst gespielt hätten. Mitgelitten haben wir aber auf jeden Fall. Dann geht es weiter.
 In Stryn tanken wir und Achim kauft sich ein paar Fjordköder. So hofft er wenigstens. Vielleicht werden die Fische ja dann geselliger. Wir erklimmen wieder den Berg in Richtung Grotli und schweben auf der Hochebene dahin. Wir finden jede Menge (teilweise schöne) Picknickplätze.
 Unser Platz liegt an einer Staumauer einige Kilometer vor Lom und ist einschließlich Einfahrt voll geteert. Diesen Umstand schätzen wir für heute, weil sich doch die Regenvorhersage bewahrheitet hat und wir nicht irgendwo im Dreck stecken bleiben wollen.


Sonntag, 13. Juli 2014

Gryta CP 2 km


Heute ist unser einziges Ziel, einen Übernachtungsplatz mit Astrazugang zu bekommen, denn heute ist das Endspiel der WM. Wir wollen natürlich unsere Elf gegen Argentinien gewinnen sehen. In einem Prospekt lesen wir, dass der CP Gryta Astraempfang haben soll. Zwei weitere CPs stünden zur Wahl. Aber diese beiden haben dieses Extra nicht inseriert. Also fahren wir knappe zwei Kilometer zum CP Gryta. Dort sehen wir auch ein Womo mit ausgefahrener Antenne. Wenn das keine Schummelei ist, dann sieht das gut aus. Wir fragen an der Rezeption. Selbstverständlich können wir uns das Spiel heute Abend im Gemeinschaftsraum anschauen. Damit sind wir auf Nummer sicher und fahren auf den Platz. Und siehe da: Wir haben selbst Astraempfang. Damit ist der Tag gerettet. 
Wir machen ein bisschen Hausputz, sind ansonsten aber nur faul und verkriechen uns unter die Markise. In der Sonne ist es viel zu heiß. Die Devise heißt trotzdem: Genießen. Denn ab morgen ist erst einmal Regen angesagt. Gegen Abend grillen wir wieder und machen uns dann fußballfein im Womo: Eine Deutschlandfahne ans Fenster, eine weitere um unser Trollmaskotchen gewickelt, Knabbereien und Bier griffbereit. Die nächsten Stunden verschweigen wir an dieser Stelle. Nur zwei Dinge: Erstens: In jedem Erwachsenen steckt noch ein Kind. Zweitens: WIR SIND FUSSBALLWELTMEISTER !!! Noch Fragen?

Samstag, 12. Juli 2014

Jostedalsbreen Center – Stryn – Briksdalsbreen 130 km

Achim wacht um vier Uhr morgens auf. Natürlich ist es hell. Es ist fast immer hell hier um diese Jahreszeit. Er muss an die 6-7-8-Regel vom Segeltörn vor einigen Jahren denken. Sechs Uhr aufstehen, sieben Uhr frühstücken, acht Uhr ablegen. Wir haben diese Regel leicht verändert. Sie lautet jetzt: sechs Uhr vergiss es, sieben Uhr man kann den Boiler für Warmwasser schon mal anmachen, acht Uhr schaun wir mal. Wir starten und fahren ab Geiranger den Adlerweg weiter in Richtung Grotli. Achim hätte nicht gedacht, dass es wieder so steil und so lange bergauf geht. Unser Womo hat ganz schön zu tun. Auch die Temperaturanzeige ist wieder sehr in Bewegung, beruhigt sich aber zum Glück immer wieder rechtzeitig.

Oben angekommen können wir uns zusammen mit dem ersten kleinen Gletscher fotografieren und haben einen tollen Blick auf die Zickzack-Kurve hinunter nach Geiranger auf der anderen Talseite. Wir könnten noch ein paar Höhenmeter auf einen Aussichtspunkt machen – mautpflichtig. Aber wir verzichten. Die riesigen Hochgebirgsseen schauen aus der Nähe einfach grandios aus.
 Ein paar Kilometer später winken uns Motorradfahrer im Vorbeifahren zu und zeigen nach hinten. Wir winken natürlich freundlich zurück. Zuerst denkt Achim, an seinem Womo ist was kaputt. Aber nein, die Motorradfahrer kommen aus dem gleichen Landkreis wie wir und freuen sich einfach, „Nachbarn“ aus Deutschland zu treffen. Wieder ein paar Kilometer weiter machen wir bei Grotli eine kleine Pause und testen den Satempfang. Wäre möglich. Zur Erinnerung: Morgen WM-Endspiel Deutschland gegen Argentinien. Hier treffen wir auch unsere Nachbarn aus LER von letzter Nacht aus Geiranger wieder. Im Jostedalsbreen Center machen wir unseren nächsten Informationshalt. Dort treffen wir wieder eine bekannte Womobesatzung von gestern aus Geiranger, diesmal mit Kennzeichen PB. Wir entsorgen in Stryn und machen uns auf den Weg zum Briksdalsbreen. Auf dem letzten Parkplatz vor dem Gletscher müssen wir fünfzig NOK Tagesparkgebühr berappen. Dann wandern wir etwa eine Stunde lang hinauf zum Gletscher.
 Zwischendurch werden wir beim Überqueren einer Brücke auch schön geduscht. Es ist zwar nur eine Art Sprühregen, aber nass wird man damit auch. Leider ist einige Meter vor dem Gletscher eine Absperrung, die man ohne Schwimm- oder Kletterübungen nicht überwinden kann. Wir haben gehört, noch vor wenigen Jahren wäre man näher herangekommen. Dann erwischt uns der Regen. Macht nichts. Wir sind "wasserdicht" ausgerüstet und marschieren wieder hinab. Ach ja, natürlich haben wir vorher noch ein Trollmännchen gebaut. Auf dem Rückweg treffen wir die Womobesatzung aus PB wieder. Schade, dass sie so spät dran sind, weil jetzt das Wetter nicht mehr gut mitspielt. Zurück am Womo legen wir uns trocken, während der Regen sich inzwischen zum Dauerregen mit Blitz und Donner gemausert hat. (Kleine Anmerkung: Bevor wir zum Gletscher marschiert sind, haben wir uns in der Touristeninformation am Parkplatz nach dem Wetter erkundigt. Es sollte angeblich weiterhin so sonnig, trocken und warm bleiben. Denkste!) Wir fahren ein paar Kilometer wieder in Richtung Stryn zurück und richten uns auf einem Rastplatz ein. Dort stehen schon zwei Womos. Wir werden dann wohl auch nicht allein bleiben.



Freitag, 11. Juli 2014

Eidsdall – Adlerweg – Geiranger 41 km

Wir konnten sehr gut schlafen. Nachts herrschte auf der Straße kaum Verkehr. In Valldal ent- und versorgen wir und nehmen dann die Fähre von Linge nach Eidsdal.
 Sie kostet für uns 195 NOK. Wir erfahren später: Wären wir im Rentenalter, würden wir vierzehn NOK weniger zahlen. Dann geht es wieder den Berg hoch. Wir nehmen den Adlerweg nach Geiranger. Das Hochschrauben ist nicht so krass wie der Trollstigen.
 Dafür hat es aber die Abfahrt nach Geiranger in sich. In vielen Haarnadelkurven, die Motorbremse leidlich nutzend, geht es bergab. Unterwegs halten wir natürlich an, um die herrliche Aussicht vor allem auf Geiranger und seinen gleichnamigen Fjord zu nutzen.
 Unten angekommen finden wir schnell und glücklich einen Parkplatz und besuchen die Touristinfo. Dort ist eine nette junge Dame, die so hervorragend Deutsch spricht, dass wir sie nach ihrer Nationalität fragen: eine Deutsche aus der Nähe von Augsburg. Das erklärt die Sprachkenntnisse. Wir buchen eine Fjordrundfahrt für knapp vierhundert NOK für zwei Personen. Das lohnt sich. 
Wir sind eineinhalb Stunden bei herrlichem Wetter unterwegs und bekommen sämtliche Sehenswürdigkeit links und rechts gezeigt und erklärt; und zwar in Norwegisch, Englisch, Deutsch und Französisch, also Sprachkurs inklusive. Außerdem tut der Fahrtwind auf dem Fjord ganz gut.
 Nach der Rückkehr erkundigen wir uns, was die Fähre von Valldal bis Geiranger gekostet hätte und kommen auf etwa neunhundert NOK. Da haben wir wohl mal alles richtig gemacht. Jetzt suchen wir unseren Platz für die Nacht. Zwar könnten wir auf dem Parkplatz am Fähranleger stehen oder auf dem CP nebenan. Wir entscheiden uns aber für einen Platz auf der gegenüber liegenden Fjordseite, wo wir schon zwei Womos sehen.
 Wir stellen uns ebenfalls dorthin und haben einen herrlichen Blick auf Geiranger, das auch um acht Uhr abends noch von der Sonne hell erleuchtet ist. Zwar haben wir auf unserer Seite Schatten, aber das ist uns bei dieser Hitze ganz recht. Wir albern schon, nächstes Jahr im Süden Urlaub zu machen, weil es da wahrscheinlich kühler ist. Dann kommen wir mit den beiden Nachbarwomos noch ein bisschen ins Quatschen. Vor uns ein Holländer mit Motorradhobby, hinter uns ein Norwegen erfahrener Leerer (also kein Lehrer sondern ein Mensch aus dem Ort Leer in Ostfriesland). Da das Wetter so toll ist, haben wir drei Besatzungen die gleiche Abendessenidee: Grillen.