Donnerstag, 17. Juli 2014

Gaupne – Solvorn – Hestnes – Sogndal – Kaupanger – Laerdal 100 km


Am Morgen werden wir durch Regen und ankommende Fahrzeuge geweckt. Macht aber nichts. Wir haben gestern den Gletscher fast trocken erreichen können und wollen heute weiter in Richtung Laerdal. In Gaupne tanken wir (sehr teuer) und vermissen die Entsorgung. Fragen können wir niemanden, da hier die Tanksäulen nur automatisch funktionieren und weit und breit kein Mensch zu sehen ist. Also geht es weiter zur Fähre in Solvorn, die nach Urnes übersetzt, um dort die Stabkirche zu besichtigen. Der Weg ist leider umsonst. Der als groß angekündigte Parkplatz ist recht eng und bescheiden, die Parkdauer ohne Zuzahlung auf zwei Stunden begrenzt. Somit merken wir uns vor, falls wir die Stabkirche in Urnes einmal besichtigen wollen, werden wir einen Landumweg einplanen. Wieder zurück auf der Hauptstraße bei Hestnes weist sofort ein Entsorgungsschild auf eine Tankstelle hin. Wir sehen aber nichts. Achim geht fragen. Der freundliche Herr zeigt ihm an der Außenmauer ein Fallrohr mit aufgeschraubtem Verschluss, das für die Entsorgung bestimmt ist. Einfacher und effektiver geht es wohl kaum. Schließlich können wir unser Glück kaum fassen, als Karin in Sogndal eine Tankstelle mit Autogas entdeckt. Wir wären beinahe vorbei gefahren, weil die eigentliche Tankstelle rechts liegt, die Autogas-Zapfsäule aber gegenüber links auf einem (wahrscheinlich ehemaligen) Stellplatz liegt. Das Tanken ist etwas umständlich. Es funktioniert nur mit Kreditkarte ohne Beleg. Um die Zapfpistole an das deutsche System anschließen zu können, ist ein Adapter aber ohne das Filterzwischenstück notwendig, sonst kriegt man es nicht dicht. In Kaupanger schauen wir uns die Stabkirche von außen an. Von innen würde sechzig Kronen pro Person kosten. Da zehren wir lieber von der Besichtigung in Lom. Ein paar hundert Meter weiter finden wir das Bootsmuseum, auch Fjordmuseum genannt, kurz vor dem Fähranleger. Hier ist der Eintritt frei und wir sind baff. Wahrscheinlich muss man maritim interessiert sein, um dieses Museum zu schätzen. Wir jedenfalls finden dieses Museum ganz toll. Man kann einige alte Boote besichtigen, erfährt viele Dinge über Zubehör, Bauweisen, Werkzeuge, Handwerkskunst, Fischfang. 
Vieles ist auch in deutsch und mit Zeichnungen belegt. Obwohl der Eintritt ja frei ist, entschließen wir uns hier für eine finanzielle Spende, da wir das Gefühl haben, es sei es uns wert und ist gut angelegt. Hier hat man mit dem Herzen ein Museum gestaltet. Wir fahren noch ein paar hundert Meter weiter zu einem öffentlichen Campingplatz ohne Schranke und ohne Personal. Man müsste einhundert NOK in einen Umschlag stecken, um bleiben zu dürfen. Aber das Angebot wird wohl nicht geschätzt. Wir wären die einzigen Gäste. Also geht es weiter auf die Fähre nach Laerdal. Dort wollen wir die Altstadt besichtigen. Wir finden einen riesigen Platz gegenüber der Altstadt, wo auch schon einige Womos stehen. Wir gesellen uns dazu. Wie wir noch erfahren werden, wird dieser Platz als Schuttablageplatz von Lkws genutzt. Aber dennoch ist genügend Freiraum für alle. Man muss sich halt nicht gerade neben so einen abgeladenen Steinhaufen stellen. Denn dort wird der nächste Lkw sein nächstes „Häufchen“ machen wollen. Die Altstadt selbst ist sehr schön und übersichtlich.