Am Morgen
werden wir durch Regen und ankommende Fahrzeuge geweckt. Macht aber
nichts. Wir haben gestern den Gletscher fast trocken erreichen können
und wollen heute weiter in Richtung Laerdal. In Gaupne tanken wir
(sehr teuer) und vermissen die Entsorgung. Fragen können wir
niemanden, da hier die Tanksäulen nur automatisch funktionieren und
weit und breit kein Mensch zu sehen ist. Also geht es weiter zur
Fähre in Solvorn, die nach Urnes übersetzt, um dort die Stabkirche
zu besichtigen. Der Weg ist leider umsonst. Der als groß
angekündigte Parkplatz ist recht eng und bescheiden, die Parkdauer
ohne Zuzahlung auf zwei Stunden begrenzt. Somit merken wir uns vor,
falls wir die Stabkirche in Urnes einmal besichtigen wollen, werden
wir einen Landumweg einplanen. Wieder zurück auf der Hauptstraße
bei Hestnes weist sofort ein Entsorgungsschild auf eine Tankstelle
hin. Wir sehen aber nichts. Achim geht fragen. Der freundliche Herr
zeigt ihm an der Außenmauer ein Fallrohr mit aufgeschraubtem
Verschluss, das für die Entsorgung bestimmt ist. Einfacher und
effektiver geht es wohl kaum. Schließlich können wir unser Glück
kaum fassen, als Karin in Sogndal eine Tankstelle mit Autogas
entdeckt. Wir wären beinahe vorbei gefahren, weil die eigentliche
Tankstelle rechts liegt, die Autogas-Zapfsäule aber gegenüber links
auf einem (wahrscheinlich ehemaligen) Stellplatz liegt. Das Tanken
ist etwas umständlich. Es funktioniert nur mit Kreditkarte ohne
Beleg. Um die Zapfpistole an das deutsche System anschließen zu
können, ist ein Adapter aber ohne das Filterzwischenstück
notwendig, sonst kriegt man es nicht dicht. In Kaupanger schauen wir
uns die Stabkirche von außen an. Von innen würde sechzig Kronen pro
Person kosten. Da zehren wir lieber von der Besichtigung in Lom. Ein
paar hundert Meter weiter finden wir das Bootsmuseum, auch
Fjordmuseum genannt, kurz vor dem Fähranleger. Hier ist der Eintritt
frei und wir sind baff. Wahrscheinlich muss man maritim interessiert
sein, um dieses Museum zu schätzen. Wir jedenfalls finden dieses
Museum ganz toll. Man kann einige alte Boote besichtigen, erfährt
viele Dinge über Zubehör, Bauweisen, Werkzeuge, Handwerkskunst,
Fischfang.
Vieles ist auch in deutsch und mit Zeichnungen belegt.
Obwohl der Eintritt ja frei ist, entschließen wir uns hier für eine
finanzielle Spende, da wir das Gefühl haben, es sei es uns wert und
ist gut angelegt. Hier hat man mit dem Herzen ein Museum gestaltet.
Wir fahren noch ein paar hundert Meter weiter zu einem öffentlichen
Campingplatz ohne Schranke und ohne Personal. Man müsste einhundert
NOK in einen
Umschlag stecken, um bleiben zu dürfen. Aber das Angebot wird wohl
nicht geschätzt. Wir wären die einzigen Gäste. Also geht es weiter
auf die Fähre nach Laerdal. Dort wollen wir die Altstadt
besichtigen. Wir finden einen riesigen Platz gegenüber der Altstadt,
wo auch schon einige Womos stehen. Wir gesellen uns dazu. Wie wir
noch erfahren werden, wird dieser Platz als Schuttablageplatz von
Lkws genutzt. Aber dennoch ist genügend Freiraum für alle. Man muss
sich halt nicht gerade neben so einen abgeladenen Steinhaufen
stellen. Denn dort wird der nächste Lkw sein nächstes „Häufchen“
machen wollen. Die Altstadt selbst ist sehr schön und übersichtlich.

