Am Morgen
traut sich die Sonne kurz heraus, verschwindet dann aber wieder und
macht dem Nieselregen Platz. Zeitweise wird aus dem Niesel aber auch
richtiger Regen. Wir fahren langsam weiter ins Tal Richtung Gaupne.
Es geht wieder ganz schön steil und eng bergab. Bei Gegenverkehr
müssen wir die Ausweichstellen abpassen. Aber irgendwie sind wir
dann unten am Fjord. Wir biegen in Gaupne rechts ab und machen
Station am Kraftwerk Jostedal. Um 12:00Uhr nehmen wir an der Führung
teil. Unser Führer spricht Norwegisch und Englisch. Somit haben wir
keine Verständigungsprobleme. Zunächst aber geht es mit einem
Minibus über einen Kilometer weit und achtzig Meter tief in einen
Tunnel. Dort unten wurde die Turbine eingebaut, die das Wasser aus
den Bergen, aus dem Stausee und dem Gletscher nutzt.
Ein Videofilm
erklärt Bau und Inbetriebnahme des Kraftwerkes. Am Ende zahlen wir
zwanzig NOK pro Person für diese Führung. Wir fanden sie sehr
interessant und können sie wirklich weiter empfehlen. Die Führungen
finden um zehn, zwölf und vierzehn Uhr in den Sommermonaten statt.
Dann fahren wir weiter zum Breeheim Center und informieren uns über
den Nigardsbreen, einen Gletscherausläufer nach Süden. Wir sehen
den Gletscher schon vom Center aus, fahren aber die knapp vier
Kilometer weiter bis zum letzten Parkplatz vor dem Gletscher (vierzig
NOK Maut).
Dann müssen wir noch fast eine Stunde über steiniges
Gelände bis an den Gletscher bzw. bis kurz davor. So weit man halt
darf. Je näher wir dem Gletscher kommen, desto imposanter erscheint
er. Aus der Ferne fast schmutzig, aus der Nähe im strahlenden Blau,
vor allem, weil die Sonne auch wieder etwas hervorspitzt. Wir sehen
die Wassermassen aus dem blauen „Maul“ des Gletschers strömen.
Lustig erscheinen die Minieisberge auf dem Gletschersee davor. Einige
nahe am Ufer kann man mit der Hand herausfischen und sieht dann, dass
der größte Teil dieser Cocktailklötzchen unter Wasser war. Wir
lernen, dass hier auch ein größerer Teil unter Wasser ist als im
Nordmeer, weil das Süßwasser nicht so trägt wie das Salzwasser.
Klingt logisch. Zurück am Womo ist dann ausruhen angesagt und wir
sind froh, dass wir die Maut geopfert haben, denn dieser zusätzliche
lange Fußweg wäre insgesamt gesehen zuviel gewesen. Ein kleiner
Nachtrag zum Brikdalsbreen: Zwar ist dort der Fußweg um einiges
einfacher, die zweimalige Dusche mal ausgeklammert. Aber uns hat
dieser Teil besser gefallen. Man kommt weiter an den Gletscher heran
und der Farbeindruck ist besser. Aber das muss jeder für sich selbst
entscheiden.
