Am Morgen müssen wir noch etwas nachholen. Wir haben nämlich ein Durchgangverbotenschild am Parkplatz gefunden, dass aber eine Ausnahme zulässt, den Zugang zu den „Steinritzungen“. Die müssen wir uns natürlich anschauen. Ein Weg führt uns vom Parkplatz steil bergab zu Felsritzungen, die wie Boote ausschauen. Dann müssen wir wieder steil bergauf zurück zum Parkplatz, um auf der anderen Seite wieder steil hinab zu den Felsritzungen zu gelangen, die wie Rehe oder Hirsche oder so ähnlich ausschauen. Beim erneuten Aufstieg zum Parkplatz meint Achim, ob man in ein paar tausend Jahren auch so über unsere heutigen Sprayer denkt. Wahrscheinlich hatte damals auch nur irgendein Spinner Langeweile und hat seinen Frust in den Fels geritzt. Aber ganz im Ernst: Schaut schon kulturmäßig gut aus. Dann wollen wir uns langsam in Richtung Südosten bewegen. So allmählich nähert sich unser Urlaub auch dem Ende und wir müssen den Kompass nach Oslo ausrichten. Wir nehmen uns vor, quer durch das Hinterland bis zur E 134 zu fahren und unterwegs an schönen Plätzen Halt zu machen, um die Seele baumeln zu lassen und das ein oder andere Picknick einzulegen. Soweit der Plan. Aber spätestens als die 48 mit der 49 zusammen kommt, vermissen wir die gesuchten Plätze. Außerhalb der Touristenanhäufungen wird an den Fjorden fast so eng gebaut wie in Spanien am Meer. Die Anwohner haben selbst kaum Platz für ihre Autos. Für ein 7 m -Womo wird es richtig eng. Den einzigen Platz, um mal einen Kaffee zu trinken, finden wir an einer Ausfahrt zu einer Art Kiesgrube. Machbar aber nicht besonders gemütlich. Wir müssen allerdings einräumen, dass wir auf unserer Route auch einen offiziellen Womostellplatz gefunden haben. Allerdings ist uns der Preis von über zweiundzwanzig Euro für eine Nacht nicht gerade als Schnäppchen erschienen. So bleiben an diesem Tag zwei Fährfahrten und einige Ausweichmanöver an Engstellen die einzigen Highlights. Außer Spesen nichts gewesen. Vielleicht doch noch eines. Unser Picknickplatz an der E 134 hat einen schönen See (ohne Salz) nebenan. Den nutzen wir genauso gerne wie die Einheimischen. Herrlich erfrischend nach so einem schweißtreibenden Tag. Eine Einschränkung ergibt sich etwas später. Ein Bauer kommt mit seinem Traktor und einem Gülleanhänger an den See gefahren und hält einen Rüssel vom Gülleanhänger in das Wasser. Da der Bauer dieses Geschäft recht weit von uns entfernt betreibt, schaut Achim sich das durch das Fernglas an. Die befürchtete braune Brühe kann er nicht ausmachen. Es scheint, als ob der Bauer den Güllewagen nur gespült hat und mit frischem Seewasser auffüllt. Trotzdem glauben wir einen bestimmten Geruch wahrzunehmen und sehen von weiterem Plantschen ab.
