Die Nacht
ist wieder einmal sehr ruhig, auch wenn eine Bahnlinie direkt hinter
uns verläuft. Aber in der Nacht ist wenig oder gar kein Zugverkehr.
Jedenfalls hören wir nichts und schlafen tief und fest. Erst gegen
Morgen beginnt der Zugverkehr wieder. Dann erinnert Achim das
Geräusch an eine Zeile in einem Country-Song: "A freight train
is running through my head." (Ein Güterzeug rauscht durch
meinen Kopf.) Dies sorgt für einen kurzen Moment des Erwachens, dann
fällt er wieder in den Schlaf; bis ein hinter uns parkender
Lkw-Fahrer seinen Diesel anwirft, die Leerlaufdrehzahl erhöht und
darauf wartet, dass seine Druckluftbremsen den nötigen Druck
aufgebaut haben. Nachdem es
soweit ist, fährt er weg und hinterlässt uns hellwach. Nun können
wir auch aufstehen. Wir einigen uns auf eine Fahrrad- und Cachetour
für den heutigen Tag. Es soll zumindest vorerst schön sonnig und
trocken bleiben. Vorerst! Wir radeln von unserem Platz aus gesehen
ostwärts, vorbei an einem Auswandererdenkmal.
Dann bleiben wir in
Ufernähe und geraten zweimal in eine Sackgasse. In der zweiten
treffen wir einen irischen Womofahrer, der uns den Weg weist und
vorwarnt, wie idyllisch und vor allem eng es auf unserer geplanten
Strecke sein wird. Er soll recht behalten. Wir geraten in die
kleinsten Sträßchen, Wege und Pfade. Zweimal erkunden wir sogar zu
Fuß, ob wir mit den Fahrräder weiterkämen. Schließlich müssen
wir für vielleicht einhundert Meter Luftlinie einen mehrere
Kilometer weiten Umweg fahren. Das Ganze geht oft steil bergab und
leider auch bergauf. Gut dass wir E-Bikes haben. Mit normalen
Fahrrädern hätten wir schon längst aufgegeben. Außerdem stellen
wir fest, dass die hiesigen GPS-Daten für Geocaches oft nur als
Anhalt dienen. Zweimal wird ein Cache rechts eines Weges
symbolisiert, während er sich tatsächlich links davon befindet. Wir
sind aber zu viert mit acht Augen und dem Glück der Tüchtigen. Auf
dem Rückweg kaufen wir noch schnell bei Aldi und Lidl ein und
bewundern das "sichere" Abstellen eines Fahrrades. Ein
Suchbild: Wo ist hier etwas falsch?
Ein kleiner Tipp: Manche Sperren
kann man ganz einfach aushebe(l)n. Gefunden? Doch wir hätten uns
hier nicht so lange aufhalten sollen. Jetzt erwischt uns ein etwas
länger anhaltender Regenschauer auf den letzten unserer fast
fünfundzwanzig Kilometer.
