Wieder mal ein Tag der ganz schweren Entscheidungen. Bleiben oder
weiterziehen? Kiten oder nicht? Wir haben gelernt, dass solche
Entscheidungen nicht vor dem Niedrigwasser getroffen werden sollen.
Außerdem ist Achim derjenige, der ein ausgeprochenes Kitedefizit zu
verzeichnen hat. Also wird ihm die Last der Entscheidung aufgebürdet.
So setzt er sich High Noon, also zwölf Uhr Mittag als Deadline für
diese weittragende Meinungsäußerung. Als es dann soweit ist, werden
alle möglichen Windinformationen zu Rate gezogen: Drei Windmesser
stehen zur Auswahl: Erwins, Achims und Peters. Letzterer ist ein
Kiter aus Nürnberg, den wir hier kennen gelernt haben. Natürlich
zeigen alle drei Windmesser unterschiedliche Werte an. Daher ziehen
wir auch das Internet zu Rate, um eine vierte und nochmal abweichende
Meinung einzuholen. Schließlich raten dann zwei Spanier mit wieder
anderen Internetinformationen vom Kiten ab. Achim bestimmt, wir
bleiben und kiten, oder versuchen es zumindest. Während die drei
Männer ihre Sachen zusammen suchen, machen sich Anja und Karin mit
den Fahrrädern auf zum Einkaufen und Cachen. Damit sind sie erst
einmal aus der Schusslinie. Als die Männer ihre Kitesachen zum
Strand tragen, hat der Wind nachgelassen und Achim bereut bereits
seine Entscheidung. Erwin als erfahrenster Kiter versucht als Erster
seinen Kite zu starten – bei unter zehn Knoten Wind – und schafft
es. Dann versucht es Achim, wobei ihm Erwin keine Wahl lässt, denn
als der Wind seiner Meinung nach ausreicht, zwingt er Achim zum
Start. Nun, da Achims Kite schon mal in der Luft ist, versucht Achim
auf sein Brett zu kommen. Nach wenigen Versuchen gelingt es. Dann ist
auch Peter nicht mehr zu bremsen. Was sollen wir weiter sagen? Es
wird ein herrlicher Kitetag. Wir drei bleiben auch ganz alleine. Am
späten Nachmittag kehren Anja und Karin von ihrer Tour zurück –
ebenfalls erfolgreich. Alle haben ein Lächeln im Gesicht. Was will
man mehr? Am Abend haben wir uns dann auch unsere Langustinos redlich
verdient.