Nachdem
wir gestern über dreißig Kilometer geradelt sind, haben wir uns
heute wieder eine Ruhepause verdient. Das Wetter lädt auch dazu ein.
Es ist sonnig und warm, so warm, dass wir uns in kurzen Sachen neben
unserem Womo platzieren und uns die Sonne auf den Pelz scheinen
lassen. Dann kommen Erwin und Achim auf die Idee, ihre Kites
auszupacken, um sie trocknen zu lassen und vor allem, um sie von dem
klebrigen Sand zu befreien, der seit Isla Canela an ihnen haftet.
Während die Kites im Gras vor sich hinliegen dürfen, werden auch
die Kitebars hervorgeholt, die Leinen ausgerollt und gefachsimpelt,
welche Bar an welchen Kite passt oder warum nicht passt. Karin hat
heute große Wäsche vor. Das Problem ist aber, eine von zwei
Waschmaschinen zu erwischen; gemeint
ist dann, wenn sie frei ist. Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass
der beste Zeitpunkt am Abend ist, wenn keiner mehr waschen will. Also
marschiert Karin so gegen vier Uhr los, findet eine Maschine leer vor
und will sie füllen. Doch falsch: Ein Platzmitarbeiter stoppt ihr
Vorhaben mit dem Hinweis, so spät (zur Erinnerung: Es ist vier Uhr.)
darf nicht mehr gewaschen werden, weil sonst der Strom auf dem Platz
zusammenbrechen könnte. Na toll! Nun haben wir morgen um elf einen
Waschmaschinentermin. So etwas kann einem den ganzen Tag vermiesen.
Ob den heutigen oder den morgigen oder beide, bleibt dahingestellt.
Achim braucht nun doch noch etwas Bewegung und macht sich in der
Abenddämmerung auf zu den Klippen. Dort oben kann er tief unten ein
paar Netzfischer beobachten und links die Lichter von Quarteira bzw.
rechts die von Albufeira sehen. Dann gehen ein paar künstliche
Strandlichter an und tauchen seine Umgebung in ganz
weiche Farben.
