Donnerstag, 14. September 2017

Workum 13. Tag

Der Sturm ist weitergezogen. Trotzdem haben wir heute immer noch genug Wind, leider auch mit viel Regen. Aber heute Nachmittag soll es besser werden. Achim freut sich schon drauf. Aber erst einmal müssen wir unser Womo wieder an den „alten“ Platz fahren. Wir entscheiden uns, das Womo um 90 Grad nach rechts zu drehen. Erstens stehen wir dann mit der Schnauze im Wind, was dann doch angenehmer ist, weil er dann nicht so auf der Eingangstür steht. Zweitens, und das ist viel wichtiger, stehen wir dann nicht mehr unter dem Baum mit dem abgebrochenen Ast. Das Rangieren geht auch recht gut. Nur haben wir Probleme, unsere Stützen am Heck auszufahren. Das heißt, ausfahren können wir sie schon. Aber sie stehen dann immer noch in der Luft. Als wir ankamen mussten wir sie kürzen. Jetzt sind sie zu kurz. Wieder verlängern? Nein, wir leihen uns von Erwin ein paar Holzklötze und gleichen so den Höhenunterschied aus. Aber mal ehrlich: Könnte man solche Stützen nicht ein bisschen mit mehr „Hubweg“ konstruieren? Wahrscheinlich sind wie so oft die Konstrukteure keine Womofahrer und planen so etwas nur auf ebenem Hallengrund und nicht in der Praxis mit Dellen und Senken im Wiesenboden. Gegen Mittag bedankt sich unser Nachbar, dem wir gestern das Vorzelt gerettet haben und verewigt uns auf einem Erinnerungsfoto.

Wenig später ist Erwin schon wieder nicht mehr zu halten und geht mit erweitertem Kälteschutz zum Kiten. So hart sind Kai und Achim nicht. Dafür erleben wir nun holländische Gründlichkeit. Wir hatten gestern den abgebrochenen Ast gemeldet, in der Hoffnung und mit dem Versprechen, dass dieser heute in Sicherheit gebracht wird. Folgerichtig kommt auch ein Platzarbeiter und lässt sich das Holz des Anstosses zeigen. Wir gestern gemeldet in fünf bis sechs Meter Höhe. Da kommt der gute Herr nicht ran. Wenig später kehrt er mit einer Mitarbeiterin und einem Hubgerät wie bei der Feuerwehr zurück. Leider müssen wir unsere Satellitenschüssel in Sicherheit bringen, als der Mann in luftiger Höhe seine Motorsäge in Wallung bringt. Und weil er schon mal dabei ist, astet er ordentlich aus.
Das Geäst wird schließlich in einem nunmehr dritten Schritt abtransportiert und wir haben vorerst keinen Fernsehempfang. Vielleicht hätten wir gestern lieber unseren Mund gehalten.
Bei dem Regen wollen wir vorerst unsere Antenne nicht ausrichten. Vielleicht ist es heute Abend etwas angenehmer. Stattdessen will Achim die Zeit mit Wasser bunkern totschlagen. Auch keine besonders gute Idee. Der Wasserhahn ist zwar nicht weit weg. Aber jedesmal, wenn er bei einer Regenpause einen Versuch startet, fängt der Regen wieder an. So braucht er drei Anläufe bis der Tank wenigstens einigermaßen gefüllt ist. Inzwischen ist auch Erwin zurück vom Wasser. Der Wind ist plötzlich weg. Wir schauen in die Vorhersage. Stimmt. Aber der Wind soll gleich wieder zulegen. Auch Achim schöpft wieder Hoffnung. Er nutzt nun die Regen- und Windpause, den Toiletteninhalt zu entsorgen. Der Regen freut sich darüber hämisch und erwischt Achim auf halbem Weg. Schließlich kommt der Wind auch wieder, aber der Regen bleibt. So ein Kitetag ist wohl nur etwas für Erwin.