Dienstag, 21. Juni 2016

Lismore 50 km


So eine Nacht im Wald ist schön ruhig. Daher sind wir auch gut ausgeschlafen und relativ früh wach. Nach dem Frühstück machen wir uns auf in Richtung Süden. Jeder folgt seinem Navi. Anja und Erwin wählen die kürzere und direktere Route über kleine Nebenstraßen, während wir zumindest für die ersten Kilometer auf größeren Straßen bleiben. Zeitlich macht das aber nicht viel aus. Wir erklimmen den Sugarloaf Hill mit seinen 653 Metern. Schon nach wenigen Kilometern bietet sich uns ein toller Blick hinunter auf die Ebene.
Dort unten sehen wir die vielen Felder, die durch die hier üblichen Steinwälle getrennt sind. Kein Vergleich zu den doch langweiligen Riesenfeldern aus unserer Heimat. Oben am Pass bzw. knapp dahinter treffen wir Anja und Erwin wieder. Hier erinnert uns die Landschaft sehr an Norwegen.

Wir wollen eine kleine Wanderung unternehmen. Wir folgen einem Wanderweg parallel zur Straße und kommen an einem kleinen Alpensee vorbei mit den typischen Grünschattierungen ringsherum.  
Nach einer Weile – und einigen gefunden Caches – geht es steiler bergab, durch überwucherte Höhlen aus Rhododenren. Dann kehren wir wieder um. Nun müssen wir den Wanderweg wieder hinauf steigen. Das bringt uns ganz schön ins Schwitzen. An den Womos angekommen haben wir uns wirklich eine Kaffeepause verdient. Erwin und Achim suchen noch schnell einen nahen Cache. Dabei müssen wir aufpassen, dass wir nicht im moorigen Gelände einsinken. Diese Nässe hätten wir aus der Entfernung nicht erwartet. Gefährlich ist das zwar nicht unbedingt, aber wer will schon gerne nasse Füße bekommen.
Danach fahren wir weiter nach Lismore. Die Bergabfahrt auf dieser Seite erscheint uns wesentlich enger und kurvenreicher als die Bergauffahrt. Wenn möglich, lassen wir nachfolgende Pkws überholen. In Lismore angekommen, testen wir als erstes den Satellitenempfang, denn heute spielt unsere deutsche Fußballmannschaft ihr drittes EM-Spiel. Neben uns parkt ein irisches Wohnmobil ein. Anhand der Dellen und Klebestellen sieht man, dass es schon so einiges hinter sich hat. Der Faher spricht Erwin an bzw. bittet um Hilfe. Im Wohnraum geht elektrisch überhaupt nichts. Achim glaubt ein Déja-vu zu haben. Vor einigen Jahren kam schon einmal ein Womofahrer mit einem Mietfahrzeug dieser Marke mit diesem Problem zu ihm. Nach langem Suchen hatte Achim damals den Fehler gefunden. Doch wie war das damals? Dann fällt es Achim wieder ein. Der Knochen! Am Fahrersitz, knapp oberhalb der Handbremse befindet sich ein Zentralschalter (der sog. Knochen), der den hinteren Stromkreis vom vorderen trennt. Aufgrund seiner wirklich unglücklichen Position wird er aber gerne beim Betätigen der Handbremse versehentlich ausgeschaltet. So auch hier. Und es ward Licht. Da nun alles passt und wir noch Zeit haben, machen wir einen Cacher-Spaziergang in den Ort, der wie so viele hier hübsch hergerichtet ist. Gleich nebenan befindet sich eine kleine Parkanlage mit Brunnen. 

Die Stadt selbst besteht – natürlich abgesehen von der obligatorischen Burg - überwiegend aus relativ niedrigen, oft bunt angestrichenen Häusern.
Sogar mitten auf der Straße darf ein schickes Kleinod bestehen bleiben.