Wir werden
lautstark und schonungslos von randalierenden Raben geweckt. Diese an sich recht klugen Tiere haben in einer Mülltonne mit
ziemlich kleinem Einwurfschlitz eine große Tüte mit Essensresten
entdeckt. Sie schaffen es, die Tüte halb wieder heraus zu ziehen,
hacken sie kaputt und kommen so an ihr Frühstück. Das Spektakel ist
groß, da auch der Streit um die besten Leckerbissen entbrannt ist.
Nach einer halben Stunde scheint alles aufgefressen zu sein, denn es
kehrt wieder Ruhe ein. Was übrig bleibt, ist ein Schlachtfeld aus
Papierservietten und Essensbehältern aus Aluminium. Nun können auch
wir in Ruhe frühstücken, nur wollten wir das nicht so früh tun.
Anschließend machen wir uns auf den Weg zum Rock of Cashel. Dies ist
nicht nur ein bloßer Felsen. Auf ihm wurden eine riesige Burg und
dann auch eine Kirche erbaut.
Wir erstehen am Eingang die sogenannte Heritage Card. Mit dieser
Karte soll man an vielen Sehenswürdigkeiten in Irland kostenlosen
oder wenigstens ermäßigten Eintritt erhalten. Man sagt uns, bei
vier bis fünf solcher Besichtigungen würde sich der Erwerb rechnen.
Wir werden sehen – und nachrechnen. Die Burg und alles was dazu
gehört ist wirklich riesig und beeindruckend. Die einzelnen
Bauabschnitte wurden in drei Jahrhunderten aneinander gefügt. Einige
Teile werden zur Zeit restauriert und sind deshalb mit Gerüsten
versehen und für uns als Besucher gesperrt. Den Abschluss der
Besichtigung bildet wieder ein Film mit deutschem Kommentar. Dort
lernen wir aber eher einiges über die irische Geschichte an sich als
über den Rock of Cashel. Nach dem Abstieg vom Felsen bummeln wir
durch den Ort an den zahlreichen Pubs vorbei und können nicht
widerstehen. Wir kehren ein und gönnen uns unser erstes original
irisches Guinness. Lecker!
Zurück am Womo nüchtern wir aus und
fahren später noch ein paar Kilometer bis zum Glengarra Wood, wo wir
uns auf einem idyllischen Wanderparkplatz einrichten. Dieser Platz
ist so von hohen Bäumen umgeben, dass Fernsehempfang über Satellit
heute Abend ausfällt.
