Nachts kurz nach 2 Uhr kurvt wieder mal so ein Möchtegern-Nikki Lauda durch die nähere Umgebung. Schön dass er wohl auf der Hauptstraße und nicht auf unserem Parkplatz übt, schlecht dass er wohl noch viel Übung nötig hat, denn es dauert. Es hört sich an, als ob er zwischen den Kreisverkehren auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt, dann abbremst, um von Neuem zu beginnen. Ich bin aber auch nicht der einzige wache Mensch. Türen und/oder Klappen werden geöffnet und geschlossen. Auch ein metallisch hallendes Geräusch ist hin und wieder zu vernehmen, so als ob ein Gullideckel bewegt werden würde. Bestimmt nur Einbildung. Zur Aufstehenzeit ist der ganze Spuk natürlich vorbei. Dafür regnet es mal wieder. Egal, wir wollen eh weiter. Zunächst müssen wir tanken. Unsere App weist uns den Weg zu einer Agrarfirma, wo der Sprit zwar günstiger ist, aber die Säulen sich auch etwas vor uns verstecken. Wir finden sie mit ein bisschen Suchen doch. Nächste Station ist eine Raststätte mit VE. Dort müssen wir etwas Geduld aufbringen. Ein spanisches Pärchen übt ver- und entsorgen. Alles schön nacheinander. Abwasser, Frischwasser, Potti. Damit ja nichts durcheinander kommt. Das Frischwasser zapfen dauert am längsten. Zwar haben die beiden einen Schlauch, aber der Anschluss passt nicht. Kann man an der Tankstelle ausleihen. Damit Wasser fließt, braucht man Jetons. Kann man an der Tankstelle kaufen. Damit mehr Wasser fließt, kann man mehr Jetons kaufen. Wenn der Tank voll ist, muss man den geliehenen Adapter wieder zurück bringen. Jetzt könnte man die VE eigentlich frei machen - aber nach einem Meter stopp. Der Partner hat den Frischwasserdeckel noch in der Hand. Motor aus, ist ja umweltfreundlich, Deckel auf Stutzen und Abfahrt. Manchmal bewundere ich meine eigene Geduld. Nach unserer bestimmt etwas zügigeren VE fahren wir den Rest der Strecke und ergattern doch tatsächlich noch einen Platz in Carboneras.
So gesehen, wäre unsere VE unterwegs nicht notwendig gewesen.
Aber da es überall so voll ist, wollten wir nicht riskieren, irgendwo mit voller Potti aber ohne Frischwasser übernachten zu müssen.


