Wir wollten
natürlich schon lange wieder unterwegs sein. Aber wie das so ist im
wirklichen Leben, kommt es anders als man denkt. Ein paar Arzttermine
lassen sich nicht so legen, wie man es gerne hätte und auch die
Anzahl selbiger nimmt mit zunehmendem Alter zu. Dann hatten wir die
Idee, uns neue Fahrräder zuzulegen. Auch das ist nicht so einfach,
wenn man so wählerisch ist wie wir. Unsere alten hatten wir schnell
verkaufen können. Die neuen ließen aber auf sich warten. Aber ohne
Fahrräder wegzufahren geht gar nicht. Schließlich hatten wir bei
unserem Womo noch ein paar „Kleinigkeiten“ im Rahmen der Garantie
zu erledigen. Auch hier das Übliche: Garantiearbeiten gehören nicht
zu den bevorzugten Aktivitäten der Garantiegeber. Dementsprechend
muss man als Garantienehmer viel Geduld und Muße aufbringen. Die
Lieferung der Ersatzteile dauert lange. Einen Werkstatttermin zu
bekommen dauert noch länger. Der Termin an sich wird seitens der
Werkstatt sehr flexibel gehandhabt; soll heißen: „Bringen Sie das
Fahrzeug mal vorbei. Wir planen so etwa eine Woche Reparaturzeit
ein.“ Die eigentliche Reparatur dauert dann nicht mal einen Tag.
Die Woche wird aber trotzdem ausgenutzt. Überlegt man dann, dass man
sein Fahrzeug zig Kilometer zur Werkstatt bringen muss, die Ehefrau
mit dem Pkw mitfährt, damit man wieder zurück kommt und schließlich
den gleichen Aufwand für die Abholung aufbringen muss, fragt man
sich schon, ob man nicht lieber auf die Garantiearbeiten verzichten
sollte. Ob da ein System dahinter steckt? Na jedenfalls sind wir
heute losgekommen, mit einem kleinen Umweg über die Werkstatt, weil
wir dort noch ein paar im Womo vergessene Werkzeuge abliefern und im
Gegenzug einen vergessenen Sensor abholen mussten. Leider gibt es
wieder viele Baustellen und Sperrungen, so dass unser Navi uns über
einige Umwege zu unserem heutigen Ziel Boiensdorf leiten musste. Für
diese Strecke haben wir fast vier Stunden gebraucht. Ganz schön
heftig! Aber zum Glück haben unsere Freunde Anja und Erwin uns ein
schönes Plätzchen freigehalten. Wir fahren schnell unsere Markise
aus, um bei 32° Celsius wenigstens ein bisschen Schatten zu haben.
Während die Frauen Kaffee kochen, besorgt Achim mit Erwin leckere
Fischbrötchen. Darauf haben wir uns schon lange gefreut. Kaum
haben wir die Fischbrötchen verzehrt, klingelt der Eiswagen. Auch da
können wir nicht widerstehen. Gegen Abend
holt Achim nochmals Fischbrötchen. Schließlich muss man die
Gelegenheit nutzen. Erst als die Sonne hinter dem Horizont
verschwindet, wird es etwas kühler. Dann greifen aber die
Stechmücken an. Also verziehen wir uns ins Womo.


